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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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2§L Von dem Gottseeligm Amando/

pfleger Pilato käme/ da er zu demTodt ver urtheilt würd/ von bannengienge er mit ihme den erbärmlichenCreutz - Weeg von dem Richthauß bißauf den Berg Calvaria ; Visen Creutz-gang aber begienge er also : So erkam under die Capitel - Thür / knyeteer nider'/ und küssete die ersten Fuß-stapffen/ bieder Herr thäte/ da er sichalso verurtheilt/ umkehrte/ und in denTodt gienge / und sprach allda den Psal-men von Christi Marter DEus DEusmeus respice, «See. und gienge hiemitZU dem Capitel auß in den Creutzgang /und machte allda vier Strassen / oderWeeg. Durch den ersten Weeg gien-ge er mit ZEsu in der Meynung/ daßer von allen weltlichen Freuden/ undzugänglichen Sachen wolle außgehen/und seinem Herrn zu Lob leyden die wil-lige Armuth/ Kleinmüthigkeit / undElend. In der andern Straß hat erihme vorgesetzt alle Ehren - Titul Wür-digkeit / und zeitliche Aempter zuflie-hen / zu ehren dessen / der für unshat wollen Veracht werden/ und istals ein verächtliches Erdenwürmlein /und kein Mensch / ein Spott der Leu-then/ und Verachtung des Volcks/ ver-nichtet / und verworffen worden. Andem Anfang der dritten Gassen/ knye-te er aber nider / und küssete den Bodk/und setzte ihme für / daß er gern / undfreywillig aller unordentlicher Ruhe /Nothwendigkeiten/ und Zartigkeitendes Leibs wolle entrathen/und betrach-tete darneben/ wie alle Glider desHerrn so hart / und schmertzlich gepeini-get worden. So er aber an die vierdteGassen käme / knyete er widerum niderin der Mitte der Strassen / als under ei-nem Thor / dardurch der Herr gehenmüßte / küssete allda das Erdreich /batte ihn/ daß er nicht ohn ihn in denTodt wolle gehen / und grüssete ihn mitVisen Worten: Ave Rex noster fili Da-vid, &c. Darnach knyete er widernrder gegen der Porten / und grüssetedas H. Creutz: O Crux ave spes uni-ca , &c. Hierauf knyete er wider nidergegen der zarten Mutter Maria / die ingrossem Leyd ihrem liebsten Kind nach-folgte / grüssete sie mit einem Salve Re-gina ,&c. Und küssete ihre Fußstapffen.Nach vollendtem Gebett stunde er baldauf/ und eylete dem Herren nach/ biser an sein Seiten käme / da befähle erseinen Willen in des Herren GöttlichenWillen/ und nähme ihme für/ daß eralles gern .wolle leyden/ was über ihndie Göttliche Barmhertzigkeit verhängtwerde. Endlich betrachtete er auchdie erbärmllche Wort Jsmä 53. Domi-ne quis credidit auditui nostro , See.

Weiche Wort oie Außsührung Christi

außlegen / in solcher anmüthigen Be-trachtung gienge er zu der Chorthürhinein durch die Stafflen bis zu demPult under das Creutz / da batte er denHerrn IEsum / daß er ihne weder indem Leben / noch in dem Todt /noch in Lieb/ noch in dem Leydverlassen / und von ihme sich ab- 'sondern wolle. Es hatte aber der Die-ner der Weißheit noch ein andere Weißden innerlichen Creutzgang zu verricht?/und war dise :.So man das Salve Re-gina nach der Complet fange / da be-trachtete er in seinem Hertzen/ wie dieallerreineste Mutter / und JungfrauMaria voller Schmutzen/ und Trau-rigkeit noch bey ihres geliebten KindsGrab stunde / und die Zeit herzu käme /daß er die traurige.Zungfrau gen Haußbegleiten solle / allda name er in seinemHertzen / und Gemüth drey Venien /oder küßte dreymal den Boden; dieerste bey dem Grab / als man das Sal-ve Regina anfienge zu singen / da neigteer sein See! gegen der Mutter Gottesumfienge sie geistlicher Weiß mit seinenArmben / weinte mit ihr / und tröstetesie mit vermelden / daß sie wegen ihrerTraurigkeit ein Königin seye der Barm-hertzigkeit / des Lebens Süßigkeit/ undunser Hoffnung. So er sie dann be-gleitet hatte bis zu dem Thor zu Jeru-salem / gienge er ihr vor/ darnach wen-dete er sich widerum zu ihr / und sahewie sie mit dem rosenfarben Blut ihresSohns besprengt war/ daß vdn demCreutz auf sie berab war gefallen / deß-wegen empfienge er sie abermahl mit ei-nem Kuß/ oder Venia der Erden/undsprach: Eja ergo Advocata nöstra , undermahnere sie / daß sie solte ihr,Creutz/und Leyd leichter auffnehmen / dann siewäre unser aller Fürsprecherin / undhatte sie/ daß sie wolle U)tc. barmher-tzige Augen zu ihme wenden / und ihrengebenedeyten Sohn nach disem Elendgütiglich zeigen/ nach laut des Gebetts.

Als er nun in seinem Hertzen innerlichdie dritte Veniam/ oder Erden-Kußvor der Thür ihrer Mutter S. Annagethan hätte/ dahin die traurige Mut-ter Gottes wäre geführt worden / grüsisete er sie mit Visen hönigsüssen Worten :

O clemens , b pia, 6 dulcis Virgo ;ria, und hatte sie/ daß sie wolle seinarme Seel in der Stund seines Abster-bens empfangen/und dieselbige in denHimmel begleiten.

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In seiner Jugend war er frech/ und ^ 6.muthwillig ; Als er aber dises Lasteran ihm selber vermerckre/ machte er jeu Eneu Leib dem Geist mit Bußwercken »underthänig. Er trüge ein HarmHembd/ und ein eysene Ketten oft an

sei,

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