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z oo Von dem Gottseeligen Amando f
Anfechtung s daß er nicht könnte seelig/sonder mußte ewig verdamt werden /wann er schon noch so Heilig/ und an-dächtig lebte. Mit drser Anfechtungbekümmerte er sein Sinn/ und Ge-müth Tag / und Nacht: wann er wol-le in die Kirchen gehen / oder anderegute Merck verrichten/ so sprach er zuihm selbst: Was hrlfft es dich/ daß duGOtt dienest? du bist Verflucht / dubist ewig verlohren. C wehe meinGott! muß ich dann hie / und dortleyden ? dise Anfechtung aber käme lh-me von etlichen / die ihm verwlsen /daß er wäre von seines zeitlichen Gutswegen in den Orden aufgenommen wor-den/ und deßwegen ein Synwniacuöwäre/ als hätte er sich in das Klostereingekaufft. Dise grosse Einbildung/und Trübsal/ wehrete an ihm auf diegehen Jahr/ blß thue der H. MeisterEckardus/ der H. Schrifft Docror /und Prediger - Ordens / mit seinemRath entledigte. Als nun der S.Vatter Amandus vil Jahr lang einstilles / und eingezognes Leben geführthätte/ war ihm von GOtt durch man-cherley Offenbahrungen besohlen/ daßer sich seines Nebenmenschen Seelen-Heyl annehmen solle/ wiewohl er vilund unzählbare Trübsalen in disemMerck hat außstehen müssen/ so wäredoch der Nutz / und der Seelen -Heylvtl grosser/ und köstlicher/ dann seineCreutz/ und Leyden. Wie dannGOtt der Allmächtig einer so hernachdes S. Susonis geistliche Tochter wottden / mit Nahmen Anna / offenbarethat / als sie in dem Geist den Dienetder ewigen Weisheit auf einem hohenBerg Meß lesen / und ein unzählbaremänge Kinder um ihne sahe/ die er al-le auf den rechten Weeg der Seeligkeit/durch seine Ermahnungen gebracht hat-te. Es batte aber dise andächtigeJungfrau Anna GOtt den Herrn de-müthiglich/ eheste den H. Vatter Su-soncm leiblich erkannte / daß er ihr wol-te anzeigen/ und zuerkennen geben /darauf ihr in einer Verzückung vonGOtt vergont war ihne under seinenConventbrüderen zusehen : Weil sie a-ber ihn nicht erkennete/ war zu ihr ge-sprochen : Er trägt auf seinem Haupteinen grünen Ring / mit rohten / undweisen Rosen gezieret / die weisen Ro-sen aber bedeuten sein Reinigkeit / dierohten sein Gedult in seinem Leyden /und Trübsalen.
Auf ein Zeit als unser S. VattetSuso in ein Städtlein wolle gehen /da käme er in em Capellen/ die nichtferr von dem Städrleu, läge / darinnwar ein Bildstock/ oder Crucifix somitdilen Wunderzelchen leuchtete/ und zu-
gleich auch ein grosse mänge VolckS da-hin wallfahrtere / die Wachs/ und an-dere Opffer allda GOtt zu ehren brach-ten. Da nun der S. Vatterin da-Cappellelein käme/ knyete er vor demCreutz mder/ und betrete ein weil dar,vor/ und gienge nach verrichtem Ge,bett in die Herberg mit seinem Gesel,len/ eben in derselorgen Nacht kamenDiebe/ eröffneten mit Gewald die Ca,pellen/ und raubten alles Wachs/undOpner so sie in der Capellen fanden:Das Geschrey käme bald in das Städt-lern / und für den pfleger diser Capel-len/ der fragete den Ubelthäternnach/unver andern spräche ein siben jährige-Tochterlein/ so den vorigen Tag denH. Vatrer Susonem in der Capellenbetten gesehen : Es müßte es ruemandgethan haben / als der Bruder/ dergestern zu Nacht spath in der Capelle ge-wesen / und vor dem Creutz bettendknyer Ware. Due Red nähme derPfleger von dem Kind für em Wuc-hert an / daß er es müßte gethan ha-ben / und war durch die gantze Startausgebreitet / daß der Seelige VatterSuso die Kirchen beraubt hätte / deß-wegen er von dem Volck aus mancher,ley Weiß zu dem Todt verurthciletworden. Da er nun drse Mähr hör-te/ erschracke et übel / und spräche mitseufftzen zu GOtt: O süßer HErr JE-su : weil ich nun leyden muß/ und soll/so bitte ich, dich / daß du mir solch-Creutz schicken wöllest / die mir nichtunehrlich wären / die wolte ich gern ley-den ; dise Schmach aber ist mir zihm,lich schwär / dieweil sie zu dem Under-gang meines guten Nahmens gerichtist. Bald hernach ist sein llnschuldkundbahr worden / und zöge mit gu-ten Ehren von disem Städtlein. Ineiner andern Statt war ein Kloster /in welchem ein Creutz / daran unser-Seeligmacher von Stein gehauen /in der grösse als sein MännlichePersohn gewesen sein sott: An disemCrucifix fande man zu Zeit der Fastenum die Wunden der Selten einfrische-Blut. Alsdises Wunder in der Stattkundbahr worden/ käme'auch unser H'Vatter Suso neben einer grosse mängeVolcks dahin/ gienge mitAndach zu dentCrucifix / berührte dasselbige Blut mitseinem Finger / und sahe scheinbahrlichdaß es wahres Blut wäre / zeigte ,e-dem Volck / und sagte/ oder bekräfftig-te doch nicht / daß es von GOtt odervon den Menschen geschehen wäre.Bald hernach da dises Wunder indemgantzen Land offenbahr war/ wurde ervon etlichen bösen Menschen verschreyct/daß er sich selbst in einen Finger gesto-chen habe/ daraufdas Bild berührt/und