ElisabethStaqlmKloster.Junqftauju Lhvst
30s Von dem Gottseeligen Amando /
rröthen kommen / und auch für Todtgeachtet, worden / welches wir zu Endseines Lebens einzuführen für gut ach-ten. Das 33. und Z4-Capitel aberhandlet/ wie ein Gottfeeliger Menschseine Betrübnussen GOtt widerumauf-opffern solle/ und wie GOtt in disemLeben die betrübten Menschen seinesLeydens widerum ergehe. Welchebeyde Capitel/ weil sie den WeltlichenMenschen nicht angenem / und hohenVerstands seynd/ haben wir sie allhienicht wollen setzen/ die geistlichen Per-söhnen aber weisen wir zu obbeschrivnenBüchern der gemelten EhrwüdigenRättern. Es wohnete in dem Klo-ster Thöß ein ringe halbe stund underder Statt Winterthur / Züricher Land-schafft / bin Gottseelige Klosterfrau lmit nahmen Elisahetha Staglin/ Pre-diger-Ordens / die wäre außwendigeines sehr heiligen Wandels / und in-wendig eines Engelrschen Gemüths; siebcstisse sich sehr die wahre Vollkom-menheit des Lebens zu erlangen. Sieschribe auch mit ihremkrancken Leibeingrosses Buch/ in welchem sie alles daßaufzeichnete/ was zur Erlangung derVollkommenheit/ und GOtt wohlge-fälliges Leben nützlich/ und fürderlichseyn möchte. In dises Buch beschri-be sie auch viler gottfeeliger/ und from-mer Schwestern/ so vor/ und zu ihrerZeiten gelebt haben / Leben mit gros-sen Fleiß. Wie seeliglrch aber diseKloster-Jungfrau gelebt/ undgestor-- bcn / wird der günstige Leser hernachin ihrem Leben befchriben finden. Di-se Gottseelige Tochter ElisabethaStäg-lin machte Kundschafft zu dem Dienerder ewigen Weißheit/ zu dessen Leben/und Lehr sie von GOtt mit grosser An-dacht gctriben ward/ rc. Besitze der S.Tochter Leben hernach cap. 19. dahinwir das 35. und 36. Capitel des Le-bens Susonis / weil eö sie meiftentheilsbetrifft / gezogen. Es sande auch derH. Evangelist/ und Apostel ChristiJohannes ein andere geistliche Tochterzu dem S. Vatter Stssone auf diseweiß. Ein edle/ uno GottseeligeJungfrau wohnete auf einer Burg /oder Schloß/ mit Nahmen Anna/ wel-che in grossem Creutz/ Leyden/ undTrübsaallebte /mit welcher auch GOttder Allmächtig grosse Wunder von Ju-gend auf bis in den Todt würckete.Ehe dann aber dise Jungfrau den Die-ner der ewigen Weißheit erkanntc/odervon ihm etwas gehört Hütte / da würdsie auf ein Zeit in ihrer Andacht ver-zucket / und sahe wie daß das Himmli-sche Heer GOtt lobend anfchauete/ siebegehrte von ihrem geliebten PatronenSt. Joanne daß er ihr Beicht wolle
anhören. Er aber antwortet ihr:Ich will dir einen guten Beichtvateran meiner statt geben/ dcme hat GOttüber dich völligen Gewalt geben / derwird dich in deinem vilfalligen Creutz /und Leyden können trösten. Siefragte weiters/ war der wäre ? wo erwohnete/ und wie er hiesse? deß warsie alles von ihm berichtet/ die Jung-frau danckcteGOtt/ und demH. Jo-anni um dise Gutthat / machte sich mor-gens frühe auf/ und käme zu dem Klo-ster/ dahin sie gewisen war. Sie be-ruffte ihn zu der, Porten des Klosters/zeigte ihm ihr Begierd zu beichten an/da er aber hörte die Göttliche Bott-schafft /daß sie zu ihm geschickt wäre /pflegte er desto fleißiger ihrer Seelen-Heyl / und ließ sie von ihm wohl ge-tröst scheiden/ und heimziehen.
Dise Gottseelige Tochter Annazeigte under andern dem S. VatterSusoni auch an/ daß sie auf ein Zeitin dem Geist hatte gesehen einen schö-nen Rosenstock / mit rohten Rosen wohl-geziert / auf dem stock aber stunde daSKtndlein JESUS mit einem Rofen-kräntzlein/ under der Stauden aber sa-he sie den S. Vatter Amandum sitzen/das Kindlein brache vil Rosen ab/ undwarffe sie auf den Diener der ewigenWeißheit/ und als er mit Rosen gantzbedeckt würd/ fragte sie das JEsus-knäblein/ was disesfür ein Bedeutung tund Geheimnuß wäre? das Kindlenrantwortete : die manigsaltigen Rosenbedeuten mancherley Leyden/und Trüb-salen/ soGOtt über ihn verhängen/undzuschicken wird/ die er freundlich vonGOtt/ und umGOttes willen empfa-hen / und leyden soll. Als/verS. Vatter Suso zu dem erstenmahldie Welt wolle verlassen/ und den geist-lichen Stand annehmen/thäte er einemverständigen / und erleuchten Veicht-vatter ein allgemeine Haupt-Beichtvon seinem gantzcn Leben/darausmach-te er ihnr in seinem Verstand drey Kreiß/oder Zihl/ in die er sich mit Ernst selbstbeschlösse; der erste Kreiß war sein Cell/Capell/ und Chor / an disen orthenvermeinte er zihmlich sicher zusein. Derander Kreiß war das gantz Kloster.Der dritte / und äusserste Kreiß wardie Porten/ da bedörsste er grössererBescheidenheit/ und Vorsichtigkeit-Wann er aus diseu dreyen Zihlen/odcrKreißen gehen müßte/ da gedachte er/es gienge ihm gleich einem wilden Thierslein/daß sein Hölen verlassen/ und indie Garn/ oder Strick des Jägers ge-fallen/ will es unverletzt darvon kom-men / so muß es einen grossen List brau-chen/ und sich wohl versehen.
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