Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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ElisabethStaqlmKloster.Junqftauju Lhvst

30s Von dem Gottseeligen Amando /

rröthen kommen / und auch für Todtgeachtet, worden / welches wir zu Endseines Lebens einzuführen für gut ach-ten. Das 33. und Z4-Capitel aberhandlet/ wie ein Gottfeeliger Menschseine Betrübnussen GOtt widerumauf-opffern solle/ und wie GOtt in disemLeben die betrübten Menschen seinesLeydens widerum ergehe. Welchebeyde Capitel/ weil sie den WeltlichenMenschen nicht angenem / und hohenVerstands seynd/ haben wir sie allhienicht wollen setzen/ die geistlichen Per-söhnen aber weisen wir zu obbeschrivnenBüchern der gemelten EhrwüdigenRättern. Es wohnete in dem Klo-ster Thöß ein ringe halbe stund underder Statt Winterthur / Züricher Land-schafft / bin Gottseelige Klosterfrau lmit nahmen Elisahetha Staglin/ Pre-diger-Ordens / die wäre außwendigeines sehr heiligen Wandels / und in-wendig eines Engelrschen Gemüths; siebcstisse sich sehr die wahre Vollkom-menheit des Lebens zu erlangen. Sieschribe auch mit ihremkrancken Leibeingrosses Buch/ in welchem sie alles daßaufzeichnete/ was zur Erlangung derVollkommenheit/ und GOtt wohlge-fälliges Leben nützlich/ und fürderlichseyn möchte. In dises Buch beschri-be sie auch viler gottfeeliger/ und from-mer Schwestern/ so vor/ und zu ihrerZeiten gelebt haben / Leben mit gros-sen Fleiß. Wie seeliglrch aber diseKloster-Jungfrau gelebt/ undgestor-- bcn / wird der günstige Leser hernachin ihrem Leben befchriben finden. Di-se Gottseelige Tochter ElisabethaStäg-lin machte Kundschafft zu dem Dienerder ewigen Weißheit/ zu dessen Leben/und Lehr sie von GOtt mit grosser An-dacht gctriben ward/ rc. Besitze der S.Tochter Leben hernach cap. 19. dahinwir das 35. und 36. Capitel des Le-bens Susonis / weil sie meiftentheilsbetrifft / gezogen. Es sande auch derH. Evangelist/ und Apostel ChristiJohannes ein andere geistliche Tochterzu dem S. Vatter Stssone auf diseweiß. Ein edle/ uno GottseeligeJungfrau wohnete auf einer Burg /oder Schloß/ mit Nahmen Anna/ wel-che in grossem Creutz/ Leyden/ undTrübsaallebte /mit welcher auch GOttder Allmächtig grosse Wunder von Ju-gend auf bis in den Todt würckete.Ehe dann aber dise Jungfrau den Die-ner der ewigen Weißheit erkanntc/odervon ihm etwas gehört Hütte / da würdsie auf ein Zeit in ihrer Andacht ver-zucket / und sahe wie daß das Himmli-sche Heer GOtt lobend anfchauete/ siebegehrte von ihrem geliebten PatronenSt. Joanne daß er ihr Beicht wolle

anhören. Er aber antwortet ihr:Ich will dir einen guten Beichtvateran meiner statt geben/ dcme hat GOttüber dich völligen Gewalt geben / derwird dich in deinem vilfalligen Creutz /und Leyden können trösten. Siefragte weiters/ war der wäre ? wo erwohnete/ und wie er hiesse? deß warsie alles von ihm berichtet/ die Jung-frau danckcteGOtt/ und demH. Jo-anni um dise Gutthat / machte sich mor-gens frühe auf/ und käme zu dem Klo-ster/ dahin sie gewisen war. Sie be-ruffte ihn zu der, Porten des Klosters/zeigte ihm ihr Begierd zu beichten an/da er aber hörte die Göttliche Bott-schafft /daß sie zu ihm geschickt wäre /pflegte er desto fleißiger ihrer Seelen-Heyl / und ließ sie von ihm wohl ge-tröst scheiden/ und heimziehen.

Dise Gottseelige Tochter Annazeigte under andern dem S. VatterSusoni auch an/ daß sie auf ein Zeitin dem Geist hatte gesehen einen schö-nen Rosenstock / mit rohten Rosen wohl-geziert / auf dem stock aber stunde daSKtndlein JESUS mit einem Rofen-kräntzlein/ under der Stauden aber sa-he sie den S. Vatter Amandum sitzen/das Kindlein brache vil Rosen ab/ undwarffe sie auf den Diener der ewigenWeißheit/ und als er mit Rosen gantzbedeckt würd/ fragte sie das JEsus-knäblein/ was disesfür ein Bedeutung tund Geheimnuß wäre? das Kindlenrantwortete : die manigsaltigen Rosenbedeuten mancherley Leyden/und Trüb-salen/ soGOtt über ihn verhängen/undzuschicken wird/ die er freundlich vonGOtt/ und umGOttes willen empfa-hen / und leyden soll. Als/verS. Vatter Suso zu dem erstenmahldie Welt wolle verlassen/ und den geist-lichen Stand annehmen/thäte er einemverständigen / und erleuchten Veicht-vatter ein allgemeine Haupt-Beichtvon seinem gantzcn Leben/darausmach-te er ihnr in seinem Verstand drey Kreiß/oder Zihl/ in die er sich mit Ernst selbstbeschlösse; der erste Kreiß war sein Cell/Capell/ und Chor / an disen orthenvermeinte er zihmlich sicher zusein. Derander Kreiß war das gantz Kloster.Der dritte / und äusserste Kreiß wardie Porten/ da bedörsste er grössererBescheidenheit/ und Vorsichtigkeit-Wann er aus diseu dreyen Zihlen/odcrKreißen gehen müßte/ da gedachte er/es gienge ihm gleich einem wilden Thierslein/daß sein Hölen verlassen/ und indie Garn/ oder Strick des Jägers ge-fallen/ will es unverletzt darvon kom-men / so muß es einen grossen List brau-chen/ und sich wohl versehen.

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