Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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BeiPtkger/ und Prediger-Ordens.?

Tisch nach seiner Gewohnheit stillschwei-Zen fasse/ verlachten die andere kranckeBrüder ihn / und hielten ihn für einenThoren/daß thäte ihme nun wehe/ undbekümmerte sich oft so heftig darüber /daß ihm oft die heißen Lraher herabin dieSpeiß fielen/und dieselbigen samtder Speiß in seinen Mund name; Erftufftzete offt zu Gott / und sprach in sei-nem Hertzen: Ach G-Vtt! wann hastdu mir genug Creutz / und Leyden ge-schickt / soll ich dann auch nicht meinSpeiß ob dem Tisch mit Lust/ und Freu-den gemessen 7 Einsmahls als er mitBetrübnuß von dem Tisch aufstunde/ damöcht er sich nicht mehr enthalten / kä-me in sein heimliches örthlein / und sprä-che : Ach GQtt/ und HerrdiserWell!ich bitte dich daß du dich über mich er-barmest/ dann ich muß heut mit direin Rechnung anstellen / dessen kan ichMich nicht enthalten; und wiewohl duniemand etwas schuldig bist / wegen dei-ner grossen Majestät/ und Herrlichkeit/so bitte ich dich daß du mein volles Hertzanhören wollest mit bir zureden/ dannes niemand hat deine es dörffte klagen/oder der es tröste. Herr mit dir bezeu-ge ich / der du alle Ding weist / daßich von Mutter-Leib hero allezeit einmilres/ und barmhertzigesHertz/ undGemüth hab gehabt/sahe ich einen Men-schen der betrübt war / mit dem hatte ichhertzliches Mitleyden : zu keinerSach redte ich daß böst/ möcht ich esNicht verbesseren / so schweige ich dar--U/ Und gieng darvon/ damit ich nichtübel nachreden müßte. Der Armen/und Elenden Vatter war ich genannt/Und niemand käme zu mir / der nichtEinen guten Rath bey mir fande / undwohl getrost von Mir gienge. Ich ver-rihe denen die mich beleydigten / austzantzem Hertzen/Und lachendem Mund/Pls wann mir nichts wäre von ihnen ü-vels widerfahrett / und du aber 0HErr gestattest etlichen/ von denen derH. Apostel sagt: daß sie falsche Brü-ber seyen / daß sie. gegen Mir mittzrvffer Grimmigkeit handle» solten/ alsdu O HErr wohl weist / und dir df-ftnbahr genUg ist. Da nun der traurig^Vatter SUso sein Hertz mit GOttEin gute weil rrkühlet hätte fienge er«n zuruhen / Und hörte in ihme einsolche Snmm: Dein Kindische Rech-nung / und Klagreden / die du gegenwir deinem GOtt hast gethan/ kommtblr aus Mangel der Betrachtungendeß Leydens / und Worten JE^UEhrlstt / darum solt du wissen / daßGOtt nicht allein von dir begehrt eingütiges / und miltreiches Hertz / son-der will von dir auch haben / daß wanndich jemand mit bö,en Worten «mä-

stet / und schiltet / daß du baß nit al-lein gedulrig leydeft / sonder must dichauch selber überwinden/solche umNer-zeyhung zubllten / und ihr unruhigesHertz so dir möglich / mit demüchi-gen Worten stillen. Daß ist der alte/rechte / und vollkommene Weeg / denChristus seine Jünger selbst gelehrthat / da er sprach : Ich sende euch alsSchäfflein under die Wölff. Da nunder S- Varter Suso wlderum zu ihmsechsten kommen war/ vermeinte er daßdiser vollkommene Weeg über die Mas-sen schwer wäre zuberrachten / abernoch schwerer zuvollbringen / doch g<vbe er fernen Willen darein / und bemri-etc sich Visen Weeg zulehrnen. ESegabe sich zu einer Zeit daße.inLeyen-bruder den S. Vatrer mit trutzig"n /und groben Worten schändete/ der Vat-ter aber wolle solches mit Worten nichteyfferen / sonder schwige gedultiglichdarzu / inwendig aber vermerckre eewohl / daß er gerriben wurde / rhne denBruder umVerzeyhung zubetten/der-halben gienge der fromme Vatrer Su-so iu Abends für die Ärancken-Stuben-thur / deß Bruders allda zuerwarten /biß er heraus käme / so bald er saheden Bruder herzu nahen / fiele der S.Vatter auf seine Ä'nye/ und spräche mitgrosser Demuth: Mein lieber / undtu-genrhaffrer Vatter ehrent GSttan miearmen / und habe ich euch betrübt si»verzeyhen mir es / durch GOttes wil-len. Der Leyenbruder erschracke abdiser grossen Demuth / und sprach: Wa-rst discs für ein Wunder Vatter ? ichhab euch beleydigtt mit meinen schalck-hassten Worten / ihr sollen mir es vilMehr vergeben / daß ich euch bitte /und also seynd beyde Hertzen gestillerworden / und zur ruhe kommen. ESfasse auf ein Zeit über Tisch in demGasthauß der S. Vatter Suso / da be-trübte ihn ein anderer Bruder mitspottend unhöflichen Worten / aber derVatter Suso kehrte sich mit lieblichem/und lachendem Mund gegen ihme, alsöb er ihm ein Krnderbahre Gutthat hät-te bewisen / da daß der Bruder sahe /wurde er schamroth / und schwige; sa-he ihn auch gütiglich hingegen an / unddardurch ist diser Bruder auftrbauetworden / der Bruder aber hat es her-nach mehrern Persohnen zu einem Ecxempel gcoffetibahek

In Beschreibung heß S. VatterSusonis Leben / an dem 32. Capitel/melden die Ehrwürdige / und Geistli-che HerrenP. Felix Schmw Prediger-Ordens/ und P. Laurentms SuriuSCarlhäuftr in ihren teutschen / und la-teinischen Büchern/ wie er in dl? Tods-

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