Von etlichen S. Klosterfrauen/und Schwcst.zu Thöß Prediger-Ordens, z 29
Ehrwürdig Vakter aber erkante wohl/daß dises alles aus Demuth Herflosse /und von ihr selbstcn redte / damit ihrkein Ehr bewisen wurde. Nichts de-floweniger wäre sie mehrmahlcn Mut-ter Priorrn erwöhlet worden ) in wel-chem Ambt ihr vrl Ehr / so wohl vonihrem Convent / als Weltlichen / undBefreunden bewisen wurde / sie hau-sere wohl / und regierte das ConventMit grossem Nutz löblich.
Sie war allen weltlichen Ehrenfeind / hingegen begehrte sie oft vonGOtt in ihrem andächtigen Gebettvorder Welt verschmächr / und veracht zu-seyn / und daß er rhr allhie auf diserErden Leyden / und Kranckheit samtder Gedult wolle zusenden / damit sie
desto reiner/ undvollkommner für seinGöttliches Angesicht nach ihrem Todtkommen mochte. Sie würd ihrerBitte gewehrt/ und siele in ein immer-wehrende Kranckheit/in der sie ihr An-dacht/ und Gedult sonderlich erzeigte/da sie vermeinte / GOtt habe sie nachihrem begehren noch nicht recht erhöret/biß er sie mit einer schweren Kranckheitheimsuchte.
Als nun die gottseelige Idda ein guteZeit in ihrer Kranckheit verzehrt hat-te/ und ihr letstes End herzu nahete/sahe ein andere andächtige Schwesterin ihrem Todt einen schonen Sternenvor ihr glantzen/ und frolocken/damit gä-be S. Idda ihren fertigenGerst auf;
II.
B. IDDA de Sultz.
Idda von Sultz hat- asse kein liebliche Speiß sonder damitsiete von Kindheit aus jederzeit ihr Lieblichkeit nähme/ schüttet ss kalt\sSWm) den Armen gern das Allmusen Wasser darein. In der Andqcht./miltiglich mitgetheilet/ unddi- Und Gehorsame übte sie sich ubtr ande-fe Tugend übte sie vilmehr nach dem sie ^re / welches sie auch in dem sonderlichin den Wittwen-Stand kommen / und erzeigte. Dann da in dem Klosterihr M ann gestorben / welches den Teuf- Thöß zu derselbigen Zeit ein grosse An-sei sehr verdrösse/ dann aUsemmahlbe- zahl Schwesteren lebten/ und zu demgäbe es sich, da die andächtige Wittib Chor giengen / der C hör aber damahls«was für die Armen juchie / daß der klein/ und der Stühlen wenig/ dahies-böse Geist vor ihr stunde / und sie an se die Mutter Priorin die S. Iddamihrem guten Werck mit gewalt verhin- auß ihrem StUhl hinder den Chor - Al-bern wolle / richtete er doch nichts auß/ tar stehn / daß käme sie vil schwerer an/und müßte mit Spott abtretten. Nach als wie sie die Welt / Hauß / und Hoffdem sie aber ein Lust/ und Begrerd in verlassen/ und freywillig in den Ordenden geistlichen Stand / und das Golts, gangen. Wie sie es hernach selbst be-haus' Thöß zutretten bekäme / da er- kannte. Sie gienge aber wegen Ge-schine ihr der Teuffel in der Gestalt ih- horsame williglich ohn allen Verdruß,res Beicht-Vatters der ein Barfüßer
Ware/ und mißrichte rhr nach semem Sie solle aufem Zett under demGlö-hvchstenvermögen den geistliche Stand/ ria Patri gesehen haben das Kindleinmit Vermeidung / wie sie verachtwur- IEjus herum in dem Chor gehen/ undde werden. Item daß sie thun müßte jede Schwester / so sich tieff gebogen /was andere nit wollen / auch vil Creutz umsahen/ die sich aber nicht tieffgebo-und Leyden an See! / und Leib außste- gen / für über gehen / als ob es sie nichthen : aber sie verachtete dise Reden mit möchte erlangen. Mitker Zeit war ihrmännlichem Hertzen/ und befähle sich deß.GottshaUß Kellerey vertrauet /in den Göttlichen Willen. darüber bekümmerte sie sich sehr / sie
möchte von ihrer Andacht / und geistli-Da nun die andächtige Wittfrau chen Übungen verhinderet werden. Di-Idda im Kloster Thöß auf-und ange- sen Kummer klagte sie in der Kirchennommen / die Welt / und alles das lh- GOtt dem HErren / da hörte sie einrige verlassen / lebte sie in williger Ar- Stimm sprechend: Man finde GOttmuth / und strengem Leben biß an ihr in allen Enden / von diser Stimm würdEnd. Sie war mit der Strengkeit der sie fast getrost / und versähe ihr
Regul nicht zuftiden / sonder sie thäte AMpr fleißig / und starbtdoch strengere Puncten darzu. Sie fteliglich;
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