Von dem Heiligen Blut zu Willisau. 341
fett / ja den kostbahrlichen Schatz / sovon dem Himmel gefallen / abzuwa-schen/ aber ihr thun war vergeblich /dann von dem waschen / und reibenwurden die Blutstropffen nicht alleinklarer / sonder auch glantzender / daßsie beyde mehr erschracken/in Sorg/ undForcht kamen / weder Hilff noch Rathwüßten/ wie disem zuthun ? damit esverschwigen bliebe / und weder der Ob-rigkeit / noch den Bürgern kund wurde.In solcher Angst trugen sie das Schei-benblat wider an seine stell / willensvon bannen sich nach Hauß zu begeben;Aber die schwere Hand GOttes / undverdiente Straft war vorhanden / wel-cher sie dochvermeinren entrukien zuseyn.
Dann als disen beeden Spilern daßfegen / und waschen deß Tischs nichtvon statt gienge / fiengen sie auf demPlatz an ein andern zuschelren / und zu-zancken / als wäre einer vor dem andernein Ursächer/ und Anfänger deß Spils/und darauf erfolgten Übels: jeder wöl-ke daran unschuldig seyn / kamen alsomit fluchen / und schelten dahin / daßsie zu Streichen gerathen / einer überden andern zuckte/ und einer von demandern ums leben käme / ehe sie vondem Platz abgetretten. Das also seineygner Spilgefel! sein Hencker worden /und fein eygen Blut der durstigen Er-den müßte lassen / welcher kurtz zuvordas H. Blut vertilgen wolte / und indem sürrinnenden Wasser verloschen.Der dritte elende Spiler/ als er sichaufder Wallstatt allein befände / Gött-licher/ und Menschlicher Straff zuent-gehen ihme nit trauete./ name er mitdem verfluchten Cain/welcher sein Bru-der Abel schändlich ermord / die Fluchtvon Start / und Land in die ferrne /daß er ein Zeitlang den Menschen unbe-kand umherzöge: Aber GOttes Strafffiele so hauffcnweiß über ihn/ daß ermänniglich ein Spiegel worden / danner bald mit grossen Beschwer / und Eis-sen / auch mir Leusen / und allerleyilnziffer angegriffen/ und mit übernatür-lichen Gestanck dermaßen erfüllet/daßniemand bey / und um ihn bleiben ton-te / wolte ihn auch niemands annehmennoch beherbergen. In diser Annsee-ligkeit / und Jammer/ da der spilsüch-tige Mensch sich von GOtt zu Straff/und andern zur Warnung also befände/und von männiglich verlassen war / kehr-te er wider nach seinem VatterlandWillisau: da er doch allenthalben so un-wehrt / daß man ihme weder Beher-bergung noch guten Willen erzeigenmochte / wegen der augenscheinlichenStraff GOttes/ so ihm allzeit nach-ivlgete/ daß kein weitere Straff/ so er
wegen deß Todtschlags/ Spiken / undLastern verdienet hätte / weiterö Mitihme vorgenommen war. Deroive-gen wurde der armfeelig Mensch be-zwungen / under das gemeine StattThor sich zubegeben / den fürüber rei-senden zu einem Spigel/und damit dasAllmosen von ihnen zugemessen / vondenen er vil / und öfftern Verweis hö-ren/ und müßte wegen Geschwürrg-keit / und Unziffer der Würmen grossesleyden ausstehen / welche ihme biß aufseine Beiner zutrungen / und lctstlichgar um das zeitliche leben brachten/da-mit sein Seel möchte Gnad erlangen.
Nachdem sich alles verlosten / wie o>p.jetzt erzehlt worden / käme die seltzamtBeschicht in die Statt Willisau/ wel-ches dann bey Geist - und Weltlichenein grossen Schrecken / und Wunderverursachete / und als man alles Ver-lauffö guten Bescheid / und Erfahrnußeingenommen/ hat ein Ehrwürdig Prie-sterschafft mit der weltlichen Oberkeitdie Bmgerschafft ermähnet / mit an-dächtigerProceßionvaöHochheillgVlutÄEsu Christi vor der Statt abzuholen.
Als sie dahin kommen / rratte der Psarr-herr/ so man gemeiniglich Leuth- Prie-ster pflegte zunennen / hinzu / waltzeteden Scheibentisch gegen den Umsiehern/damit alle das grosse Wunder/ und H.fünff Blutstropffen sehen / und aufan-jxrach deß Leuth-Pricster auf die Knyefiele / GOtt in seinen Wunden / undHeil. Blut anbetten/ und verehreten ;auch sein Göttliche Allmacht um Ver-zeyhung betten / wegen grosses Miß-handels/ und schwermens der Spilern/theils auch schuldigen Danck sagten we-gen deß mitgetheilten Schatz feiner H.Blutstropffen. Auf geschehenes Ge-be«/ schnitte der Leuth-Priester die fünffH. Blutstropffen mit einem scharpffenZeug / oder Messer aus der Taffel /legte selbe Creutzweiß auf ein Paten /und mit öffentlicher Proceßion / Glo-ckenklang/ und lieblichem Gesang kehr-te mänmglich in die Statt der Pfarr-kirchen wider zu. Allda sie mit wür-digen Ehren aufbehalten worden / bißhernach ein köstlich silberne Monstrantzverfertigt worden / und offtermelte H.Blutstropften darein beschlossen / an-heimischen / und Ausländern fürzu-stellen / zuverehren / und anzubetkeuverordnet / und vergünstiget worden.
Diß Miracul ist in weitgclegne Orrh /und Land ausgebreitet / und kundbaheworden / und der Zulaufs/ und Wall-fahrt groß / und anfthenlich worden.Deßwegen dann die Statt Willisau ausdie Wallstatt ein fein ehrlich höltzinesCapellelem GOtt zu ehren / und denU» 3 Bil-