542 SACER SANGUIS Domini nostri JEsu Christi in Willisatt
Ion dem Netltgeii Wlnt unsers
HErrcn JEsu Lhristi / so zu Willisau -crStatt von dem Himmel auf den Tisch ge-fallen/ auf welchem drey Sptler gespilct.
Gezogen aus einem alten authentischen geschribnen PergamentenemBuch der Capcll.n zum Heiligen Blut / und andern überschickten Send-schreiben an dem Collectorem.
^Illisau ist ein alte feingebauete Statt mttumligender ftuchtbahrerLandschafft: Vor etlichhundert Jahren hattees eygne Grasten vonWillisau; nach derer Absterben ist dieStatt samt- der Graffschafft kauffweißan die Statt / und Herschafft Lucernkommen. Nechst bey diser Statt vordem Thor gegen Nidergang der Son-nen / hatte es ein gemeinen Platz / aufwelchem an den Sonn- und Feyertägenvtl zukamen kamen / in mancherleyHandspilen sich zuüben/und erlustigen.Anno 1392. auf den 7. Brachmönatgeschahe es / daß des Abends spathdrey vermessene / und spilsüchtige Ge-sellen auf Visen Platz kamen / und beyeiner Linden an einem Scheibentischzu-samen fassen/ nächst bey einem Wasser/die Wigger genannt / zuspilen / mehrgewinnensals kurtzweilens wegen. DieBegierd deß Gewins war bey ihnen sogroß / daß ob zwar die Nacht vorhan-den/ und andere von disem Platz / undandern Orthen / alle nach Hauß ver-rückten / sie von ihrer Scheiben nichtweichen wollen / spileten mit dreyenWürfflen also lang / biß endlich UlrichSchrötter all sein Gelt verspilete: Di-ser / von Art ein böser und verruchterTropff/ fieng an GOtt im Himmel mitgottlosen Worten zuentunehren / zu-schweren / und zulästern / als wäre erein Ursach seines verlohrnen Gelts /und Unglücks. Diser arme Menschkam so weit aus grimmigem Zorn/undGottslästerung/ daß als er noch ein-mahl aufsetzte / dörffte sagen / feite erdiß Spil /,und letsten Zusatz auch ver-spilen / wolle er sich an GOtt im höch-stem Himmel rechen/ und den Dolchenso er an der Seiten trug / in ChristiSeiten werffen / daß der Dolch nichtmehr zusehen/weil er ein Ursach seinesUnheyls/ und Verlurst wäre.' Er
verspilt wider / fangt an greulicher alsvor niemahl zufluchen / und zulästern /spränge von dem runden Tisch / ziehetden Dolchen von Läder / und in grosserFury / und Ungestimmigkeit/ mit verszweiffeltem Hertzen warffe er UlrichSchrötter den Dolchen in die Lufft ge-gen GOtt seinem Erlöser. Der Dolchführe übersich/ höre O Christenmensch/und schaue/ meinem Augenblick fallenvon hohem Himmel herab aus den hei-ligen fünff Wunden Christi fünff klareBlutstropffen auf den Scheibentisch /an welchem die drey vermessene Spitz-buben spileten.
Bald kommen ungestimmig/undun-geheur aus abgrund der Höllen zweenböse Geister/ fuhren aufUlrich Schröt-ter zu / griffen ihn an/ nehmen ihn vonbeeden Gesellen ( derer Nahmen ver-gessen) lebendig mit Leib /und Seelen/auch mit grossem Geschrey in die Lufft/da sie selben bey 3. Nächt / und Täggrausamlrch peinigten / und umher zo-gen / welches Geschrey dann von un-derschidlichen Starts -Persohnen/ undandern Orthen gehöret worden. Mitwelchem die böse Geister endlich überden Wald hinaus gefahren in Abgrundder Hollen/ welche Straff er wegenGottslästerung / und Rachgirigkeit ver-dienet. Dises erschröcklichen Specta-culs / und Handels waren die übrigenzween Spiler fleißige zuseher / und Zu-hörer/ sehr ertattert/ und erschrocken/sich fürchtend was GOtt ihnen fürStraff möchte zuschicken; weilen aberdie Straff nicht gleich folgere/ verkehr-ten beyde Spiler in argen List /in Hoff-nung das grosse Wunder zuverdunck-len / und also eines muths / liessen siemit dem Scheibenblat / darauf die H.fünff Blutstropffen gefallen / an dieWlgger / vorgenanntes Wasser / si>neben dem Platz fürüber ranne / in Mey-nung die fünff rosenfarben Blutstrops-