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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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B. LUDOVICUS Puer Bruggenfis.

Z47

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esi fertigen Knnbens Undwigs non

Bruck unschuldiger Todt welchen er zuRavenspurg von den bultgirigen Judenüberstanden.

Im Jahr Christi 1429. ungefähr den Zc>. Äprill.

.. Dl'se Hlstori ist auß zweyen allehauß Oeningen ob Stein am Rhein /kommens zu Ravenspurg / welche mnlaus Walser Pfarcherr allda / und dcommuniciert hat/ gezogen.

S U Ravenspurg in Schwaben/wie dann schier im gantzcnTeutschland / zu zetten 5 üäy-sers Sigismundi/ und Al-berti deß II. hatten sich dieverfluchten Juden ein / undundergelassen/ und neben ihrem schänd-lichen Wucher / und Betrug / auch vilChristlich Blut vergossen / wie es dannauch zu Ravenspurg beschehen / dannerlich Juden allda neben einem Bürgerrvohneten / bey welchem CatholischenBürger ein junger Knab Ludwig vonBruck / in dem Schweitzerland gebür-tig / zu Tisch gienge / darneben auchseiner Schul / und studieren oblag / undauswartete. Diser Knab käme mit derZeit mit seinen benachbarten Juden inwas Kundschafft / besuchte ihre Herbergoft/ und wäre denen zu Dienst. Es be-sah sich aberim JahrChristi unftrsHey-lands i 42 s.zwjschk Ostern /und Pfing-stk daß der Juden einer zu Ravenspurg /bey welchem gemelter Ludwig sein Aus-lrnd Eingang underweilen hätte / einstattliche Hochzeit anfienge / darauf vilnutzen von Costantz/ Uberlingen/ undandern umligeuden Oerthern beruffenwurden/ und auch erschmen. Inwehrender diser Hochzeit wolte derfromme Jüngling seinem bekannten Ju-ben / nndNachbauren auch Dienst be-weisen/ gienge in dessen Hauß / denbesteuere man in der Kuchen denBrat-Wteß umzutreiben / und zubratten. Alsvssen die Juden sahen/ und hätten Be-ucht daß er ein Christ / und dis OrtsUn Frembdling wäre / waren 2. Ju-ven Aaron / und Anshälm GebrüderM ihrem Schwager Moyse/ sonder-«ch begierig das Christlich Blut zuver-

^ k. lVIurer, Die H. Schweig.

1 Chronicken/ eine aus.dem Gotts--die ander auß eines Adelichen Her-der Wohl - Ehrwürdig Herr Nico-'s Capitels wohlbeftelter Decanus

giessen/ und den unschuldigen Knabenzu ermorden. Da nun die z. Blut-Hünd ihre Vortheil ersehen/ ergreiftensie den frommen Jüngling/ und peinig-ten ihn so lang biß er sein Geist/ undunschuldige Seel ausgäbe; sonderlichaber (daßschröcklich zuhören / und zu-sagen ) schnitten die Juden dem Kna-ben die Gemächt ab/ und mißbrauch-ten es schändlich auß angebohrnem Haßdes Christlichen Bluts. Nach demdie Juden mit Christen Blut ihr Hertzerkühlet/ und grossen Muthwillen ver-übet / bekleidten sie den ermordten Kna-ben mit seinen Kleidern / und Röcklein/stiessen ihn mein Fardel/ oder Sack/und trugen den Sack / für das Thorzu Ravenspurg den 1. Maij.

Vor welchem Thor die Juden ei-nen Bürger/ und Fuhrmann von Ra-venspurg gebürtig/NiclausKnol! ge-nannt/ antraffen/ hatten / und ver-dingten ihm disem Sack auf seyn Kar-renfuhrzulegen / und obenin den WaldHaßlach zuführen / da werde einer sei-ner warten/ und wettern Befelch geben.Der Fuhrmann/ aus Einfaltt/und Liebedes Gewins/fuhre mit dem unschuldigenBlut fort/ wie ihm befohlen war;AlSer in den Wald kommen/ fünde er beyeiner Tannen vil Juden beysammen /so den verstrickten Sack vom Karrenabgeladen / und stracks geöffnet / denermordeten Knaben aufgesagte Weiß/herauß gezogen / darüber der Fuhr-mann hefftig erschrocken / sprechend:was habt ihr mich gezigen /daß ihr mirdis unschuldig Blut herozusührk börstenaufgeben ? deme die Juden stillzuschwei-gen/ gedreuet/ kein Grschrey in der£ £ Stadt

Cap.