54« Von dem Heiligen Blut.
das Fieber / und käme zu vorigenKläfften.
n. Auß Solothurner-Gebiet vonDiersheim kamen 2. Männer zum H.Blut / darzu sie ein Wallfahrt verhelftsen/ in dem sie sich auf em Zeit schierzu Todt gelütet hatten; so bald sie aberdiß Gelübd gethan / so ist daß Blutbestanden / welches zuvor durch keinnatürlich Mittel hat gestellt könnenwerden.
12. Im Jahr Christi deß Herren1580. im Aprill / hat der fürnem weiseHerr Hans Jacob Slrasser deßRahtszu Solothurn/ und Vogt zu Diers-heim auf der rechten Hand zum Hauptzu Adergelassen/ darvon ihme die Aderund Hand also geschwollen / daß dieAder alle 5 Tag aufgebrochen / undstarck geblüt: Diß Unheyl / und Schadwehrere biß in den Brachmonat hinauß/da er dann ein Wassergelten voll außder Hand geblütet / halffe auch keinArtzney/ Doctor/undWundartztkön-ten nicht darwider. Derowegen ge-weiter Herr sich nichts weiters -utrö-sten / dann daß diß übel müßte seynTodt seyn. Als er in diser Traurig-kcit/ und Gedancken lebte/ kamr^insTags seyn Pfarrherr Georg Stiffel inheimzusuchen / und zutrvsten : underanderm Gespräch sagte ihm der PfarrrHerr/ er hielte es für rathsam daß derKrancke sich mit einem Opffer zum H.Blut verlobte/ so wülle er seiner in sei-nem Gebe« nicht vergessen; zuvorderstaber ein Meß von dem H. Blut lesen/damit ihm GOtt in diser Gefahr bey-stehe / und alles zur Besserung wende.Der Vogt liesse ihm disen Vorschlaggefallen/ folgte dem Pfarrherren/ ver-lobte sich mit grosser Zuversicht/ undAndacht dahin/ befähle auch demWund-Artzt hinfüro seyn Besuch / und Cureinzustellen / wolle GOtt/ und dem H.Blut seyn Elend befohlen haben. DisesHerren Eyffer war also groß / daß ernach wenig Tagen mit samt seinemPfarrherren nach Willisau die Wall-sthrt vornähme/ und als der Pfarr-
herr in der Capellen vom Heil. BlutMeß hielte/ und in der Wandlungdas H. Sacrament anderen anzubet-ten aufgehoben / ist Herr Srrassern demVogt das Blut aller kalt von der Handhinderlich in dem Armb gegen dem Her-tzen gelogen / hatte sich auch die ver-wunde Ader von stund an gesetzt /und heylete völliglich. Sagte da-rum GOtt inniglich Danck / begäbe sichvoller Freud/ und gantz Gesund wi-zu Hauß.
13. Herr Galt Zehenter Schult-heiß zu Willisau hätte ein Tochter Ma-riam/ dise brachte im Jahr 1S85. mitihr auf die Welt ein Geschwär/ oderKnuppen an einem Backen in grosseeines Ganß-Eys. Die Elternheissen das Kind mit einem pftindWachs zu dem H. Blut/ da verschwän-de das Geschwär ohn des Kinds eini-gen Schmertzen/ und blibe ein Anmahlals wäre es aufgeschnitten worden.
14. Ein frembder Priester JohannTentzler hätte täglich das böse Wehe /oder fallende Sucht; damit er diserKranckheit mochte entlediget werden /hat er ein Wallfahrt nach Rom/ undzu St. Jacob gen Compostell fürge-nommen. Als er aber auf seinerPilgerfahrt nach Willisau kommen /frembd / und aller Sachen unwissend /in die Capell des H. Bluts eingetret-ten/ nach verrichter Andacht / besichter die gantze hievor beschribne Histortvom H. Blut / auch die Wunderlichen/so darbey beschehen / befähle sich da-rauf mit Jnnbrunst/ und Andacht demH. Blut / befände ein Besserung/ undErledigung von seiner Kranckheit/ undals er drey Läg zu Willisau verbljben/und das böse Werfen nie bekommen /zoge>er mit Freuden/ und Hoffnungvölliger Gesundheit seyn Strassen.Dis ist um das Jahr i6oz. geschehen/da Herr Ludwig Sckweitzer Leuth-Priester/ und Herr Jacob Zehenter
der Capellen Pfleger-Her-ren waren.