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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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54« Von dem Heiligen Blut.

das Fieber / und käme zu vorigenKläfften.

n. Auß Solothurner-Gebiet vonDiersheim kamen 2. Männer zum H.Blut / darzu sie ein Wallfahrt verhelftsen/ in dem sie sich auf em Zeit schierzu Todt gelütet hatten; so bald sie aberdiß Gelübd gethan / so ist daß Blutbestanden / welches zuvor durch keinnatürlich Mittel hat gestellt könnenwerden.

12. Im Jahr Christi deß Herren1580. im Aprill / hat der fürnem weiseHerr Hans Jacob Slrasser deßRahtszu Solothurn/ und Vogt zu Diers-heim auf der rechten Hand zum Hauptzu Adergelassen/ darvon ihme die Aderund Hand also geschwollen / daß dieAder alle 5 Tag aufgebrochen / undstarck geblüt: Diß Unheyl / und Schadwehrere biß in den Brachmonat hinauß/da er dann ein Wassergelten voll außder Hand geblütet / halffe auch keinArtzney/ Doctor/undWundartztkön-ten nicht darwider. Derowegen ge-weiter Herr sich nichts weiters -utrö-sten / dann daß diß übel müßte seynTodt seyn. Als er in diser Traurig-kcit/ und Gedancken lebte/ kamr^insTags seyn Pfarrherr Georg Stiffel inheimzusuchen / und zutrvsten : underanderm Gespräch sagte ihm der PfarrrHerr/ er hielte es für rathsam daß derKrancke sich mit einem Opffer zum H.Blut verlobte/ so wülle er seiner in sei-nem Gebe« nicht vergessen; zuvorderstaber ein Meß von dem H. Blut lesen/damit ihm GOtt in diser Gefahr bey-stehe / und alles zur Besserung wende.Der Vogt liesse ihm disen Vorschlaggefallen/ folgte dem Pfarrherren/ ver-lobte sich mit grosser Zuversicht/ undAndacht dahin/ befähle auch demWund-Artzt hinfüro seyn Besuch / und Cureinzustellen / wolle GOtt/ und dem H.Blut seyn Elend befohlen haben. DisesHerren Eyffer war also groß / daß ernach wenig Tagen mit samt seinemPfarrherren nach Willisau die Wall-sthrt vornähme/ und als der Pfarr-

herr in der Capellen vom Heil. BlutMeß hielte/ und in der Wandlungdas H. Sacrament anderen anzubet-ten aufgehoben / ist Herr Srrassern demVogt das Blut aller kalt von der Handhinderlich in dem Armb gegen dem Her-tzen gelogen / hatte sich auch die ver-wunde Ader von stund an gesetzt /und heylete völliglich. Sagte da-rum GOtt inniglich Danck / begäbe sichvoller Freud/ und gantz Gesund wi-zu Hauß.

13. Herr Galt Zehenter Schult-heiß zu Willisau hätte ein Tochter Ma-riam/ dise brachte im Jahr 1S85. mitihr auf die Welt ein Geschwär/ oderKnuppen an einem Backen in grosseeines Ganß-Eys. Die Elternheissen das Kind mit einem pftindWachs zu dem H. Blut/ da verschwän-de das Geschwär ohn des Kinds eini-gen Schmertzen/ und blibe ein Anmahlals wäre es aufgeschnitten worden.

14. Ein frembder Priester JohannTentzler hätte täglich das böse Wehe /oder fallende Sucht; damit er diserKranckheit mochte entlediget werden /hat er ein Wallfahrt nach Rom/ undzu St. Jacob gen Compostell fürge-nommen. Als er aber auf seinerPilgerfahrt nach Willisau kommen /frembd / und aller Sachen unwissend /in die Capell des H. Bluts eingetret-ten/ nach verrichter Andacht / besichter die gantze hievor beschribne Histortvom H. Blut / auch die Wunderlichen/so darbey beschehen / befähle sich da-rauf mit Jnnbrunst/ und Andacht demH. Blut / befände ein Besserung/ undErledigung von seiner Kranckheit/ undals er drey Läg zu Willisau verbljben/und das böse Werfen nie bekommen /zoge>er mit Freuden/ und Hoffnungvölliger Gesundheit seyn Strassen.Dis ist um das Jahr i6oz. geschehen/da Herr Ludwig Sckweitzer Leuth-Priester/ und Herr Jacob Zehenter

der Capellen Pfleger-Her-ren waren.