z68 Von dem seeligm Bruder Clausen /
in gedachtem Krieg eroberet/ nicht mitliebe theilen/ weil die Länder mit denStalten gleiche Portion haben wollen/die Stätt aber ihnen selbst mehr zueyg-neten als den Landern. Zu dem hieltendre Stätt Freyburg / und Solothurnan / daß sie zu -Oerthern der Eydgnoß-schafft angenommen wurden. DerenBitt zuwillfahren waren Zürich / Bern/und Lucern urbietig / und geneigt / a-ber die Lander Ury/ Schweiß/ Ünder-walden/ Zug/ und Glaruswollen sol-ches keines wegs gestatten. Als der-halben die erstgemelten 5. Statt gese-hen / daß sie die Lander gar nicht bere-den möchten / haben sie einen besondernBund zusamen gemacht / und Burg-recht mit einander aufgericht. Dessenwaren aber die Lander nicht zuftiden/und unterstunden sich den Bund wide-rum abzuschaffen. Insonderheit ver-meinten die von Ury / Schweiß / undUnderwalden / es hätten die von Lu-cern nicht Gewalt einigen Bund ohnihr wissen / und willen zumachen / undist diser Span auf vilen Lägen gehand-let - aber je langer/je grösser/ und argerworden. Über diß alles hatten die Eyd-gnossen in demselben Jahr von Königli-cher Majestät ausFranckreich ein grossesGelt eingenommen / waren auch täglichmehr erwartent/ wiewohl nicht unverdie-nct. Mit solchen Gelt aber schliche allge-mach in die Eydgnoßschafft frembde/ undunlöbliche Sitten/als Pracht/Unmäßig-keit/ rc. Disc Ding nun mißfielen demfridsammen / und demüthigen B. Clau-sen / der sich auch in eygner Persohn( wie Pet,er Etterlein bezeuget ) aus lie-be gemeines Vatterlands/ in dieSachgelegt/ und verschaffen / daßzuStantzin Underwalden ein Tag gehalten wur-de / da dann erscheinen solten der 8.Orthen Bottschaftten / samt der Frey-burg/ und Solothurncr Legation/wiebeschehen auf Sambstag vor S. Tho-mas Tag/in dem December / deß 1481.Jahrs. Bruder Claus käme auchgen Stantz( welcher Fleck fast 4. Stundweegs vom Ranfft ligt / ) redet dieEydgnossen an / straffte/lehrte /batte/vermahnete / und wahrnete sie gantz vät-erlich/und treulich. Welches auch ohneFrucht/und Nutz nicht abgangen. Darran dcmselbigen Tag haben wohlgemelteacht alte orth sich nicht allein mit ein-ander freundlich vertragen / und ver-glichen / sonder auch Freyburg / undSolothurn zu oerther der Eydgnoß-schafft gantz einhelliglich auf-undange-nommen. Man sagt für ein Wahrheit(welches auch die Freyburger / undSolothurner mit schuldiger Dancksargung bekennen) B. Claus habe dazu-mahl under andern auch dise Propheti-
sche Meynung geredt: Meine allerlieb-ste Eydgnossen aus den Ländern / ichrathe euch in guten treuen/ ja ich bitteeuch auch getrungentlich / ihr wolle«doch die 2. Statt Freyburg / und Solo-thurn zu Bundsgnossen annehmen/danNes wird ein Zeit kommen / daß ihr de-roselben Hilff/und Beystand manchen/oder bedörffcn werdet / rc. Welchesdann die Catholischen Eydgnossen ehenddann jetzt erfahren / und innen worden.Die überige Räth/ und Lehren / soB.Claus den Eydgnossen geben/ werdenin den Schrifften M. Heinrichs vonGundelfingen/ und H. Johann Sa-lats glaubwürdig begriffen t wie folgt,i. Liebe Eydgnossen / sagt er i lassetnicht zu / daß Uneinigkeit / NeyS / Haß/Mißgunst / und Partheyen under euchaufkommen / und Wachsen / sonst isteuer Ding / und Regiment aus. 2,Machet den Haag / oder ZaUn der Eyd-gnoßschafft nicht zu weit / damit ihr indesto besserer Ruhe / und Friden euersäur eroberte Freyheit besitzen/ undge-niessen möget. z. Beladet euch nicht mitfrembden Sachen / und verbindet euchnicht mit frembder Herrschafft. 4. Ver-kauffet das Vatterland nicht um Mieht/und Gaben / und hütet euch vor eyg-nem/unredlichem Nutz. 5. Beschirmeteuer Vatterland / und bleibet darbey:Auch nehmet frembde Schwermer/ UndBanditen nicht an zu Bürgern / undLandleuthen. 6<ohn höchwichtigeUrsachen solt ihr niemand freundlich /und mit Gewalt überfallen. So maneuch aber undertrucken wolte/alsdannstreitet dapfferlich für euer Freyheit /und Vatterland. 7. Vor allen Din-gen aber habet GOtt vor Augen/ undhaltet mit steiß seine Gebott. 8. DenPriestern erzeiget gebührliche Ehr/ undgehorchet ihren Vermahnungen / ob sieschon nit unsträfstich / oder aufferbäurlich leben : dann gleich wie ein frischesBronnenwasser eben so gut / undWohlgeschmack / durch bleyene / oderkupfferev als durch silberne/ oder qul-dme Rohren laufft / also empfahet ihrdurch böse / und gute Priester einerley/und gleiche Gnad Gottes / wofernihr euch würdiglich darzu bereitet. 9.Endlich seynd beständig im Glaubender lieben Alten: dann es wirdiich nachmeinem Todt ein grosser Auffruhr er-heben in der Christenheit/ und alsdanhütet euch 0 lieben Kinder / daß ihrdurch Neuerung/ und Listigkeit nichtbetrogen werdet. Haltet euch zu-samen / bleibet in dem Weeg / und Fuß-stapffen unserer frommen Vorelteren.Behaltet/ und bestättiget es/ waS sieuns gelehrt haben. Alsdann mageuch weder Aostöß / noch Sturmwind
nichts