Einsidler/ und Beichtiger. tU,
nichts schaden / die doch gar starck nach-gehen werden. Dise neun / und der-gleichen heylsame Räth / Wahrnungen/und Propheceyen/ hat Bruder Claus«icht nur zu Stantz auf gemelter Tag-satzung/ sonder auch daheim in demRanfft den Häuptern/ und Fürgesetz-ten hochlöblicher Eydgnoßschastt ( sochne vil zubesuchen pflegten) oft repe-tiert/ wideräfferet/ und eingebildet /wolte nur GOtt daß man ihme gefol-get hätte/ oder noch folgere»
Wunderbahrlich ist GOtt in seinenHeiligen / verwegen hat er auch sich /und seine hohe Geheimnusien seinem ge-treuen Diener Nicolao wunderbahrii-cher weißgeoffenbahret. Ansein Zeitist B. Clausen ein sehr hell glantzendesAngesicht erschienen ( gleich dem An-gesicht ILsu Christi der ewigen Welß-heit) gekrvnet mit emer KaiserlichenCron/ und ringsweiß mit 2. CircklenUmgeben. Auß welchem Angesicht auchgrenzen 6. guldine Strahlen / odercLlreimen/ also daß sich die Gestalt derErscheinung cmem Rad mit 6. Felgenvergleichcre. Es haben aber die Altenzu disem eintzigen Rad Nicolai 6. an-dere Circkel / und Figuren gesetzet/nitdaß sie B. Clausen erschinen seyen /sonder um besserer Erklärung derSachenwillen / wie dann solches ein alter Trac-tat anzeiget/ der zu B. Clausen Leb-zeiten geschriben worden / und Anno1570- zu Diliitgen durch Adam Wallas-ser dem Buch der neun Felsen ( andäch-tigen Persohnen wohlbekandt ) ange-henckt/ in öffentlichen Druck außgangen/dahin wir auch den guthertzigen Leserweissen wollen. Der Ehrwürdige /und Hochgelehrte Herr SebaftianusVeronius Chorherr zu Freyburg inUchtland legt dise Erscheinung auch außwie sie in deß B. Clausen Leben zulesen/so der E. Herr Joachim Eichhorn be-schriben. Ferners aber so ist auch (wieLupulus andeutet) auf dise Vision di-ses Wunder erfolget / das nehmlich einfuncken von disem himmlischen Liechk deßRads in dem Angesicht deß B. Clausenalso / und der Gestalt verbliben / daßalle diejenige/ so sorthinzuihm kamen/alsbald sie feiner ansichtig worden/ sichfast entsetzet haben / daß ihme (wieauch H. Ulrich Witweylcr bezeuget)ein wunderbahrlicher Glantz von sei,nem Angesicht außgienge/ und dieAn-schauer gar vaft bewegte. Nit un-fugltch aber werden folgende Visionesder vorhergehenden wegen seiner derMysterien zusamen Stimmung angerhenckt. Ausem Zeit würd der FreundGottes Nicolaus in dem Geist ver-zückt/ und aller leiblichen Empfindung
entsetzet / bedunckte ihn ccher / wie erdurch wüste Städt/ und weit vonmenschlicher Wohnung abweeg wanv-lete. Da käme ihme von ferrn ein al-ter Mann entgegen/ derselbige hätteein Ehrwürdiges Angesicht / zihmlichwohl bekleidet / und sänge ein über-süßes Gethön. Erstlich zwar miteiner. Stimm / und bald darauff mitdrey Stimmen zusamen/ jedoch un-derschidlich; letstlich ist widerum einStimm darauß worden / die B. Clau-sen gar süßiglich in den Ohren erschal-le : also daß er darauß bald verstehenmöchte/ wie er nachmahlen bekennet /daß die Gottheit seys unzertheilt/ obsie wohl in dreyen Persohnen wUnder-bahrlich underscheyden ist/ und bleibtdoch ein GOtt einhelliglich. Als a-ber nun der gemelte alte Mann näherherzu kam / begehrt er von B. Clausestein Allmusen/ der ihme es auch gernmittheilt/ daß nähme der al e Mannmit grosser Dancksagung / und Ehrerbie-tung an/und verschwände alsbald.Durchwelches Gesicht Bruder Claus under-wisen war/ daß under andern Wer-cken der Barmhertzigkeit/ das Allmusenan dem kräffrigsten/ und GOTT daßangenehmste seye. Nun zöge BruderClaus in derselben Verzückung weiters/Und kam in ein Dorff mit wenig Häu-sern erbauen/ darinn aber ein schönerBallast war. Er gienge in den Pal-las! / und fand darinn ein Stiegen Ze-hen Staffel hoch/ darunder sahe er ei-nen schönen Bronnen herfür fließen mitOel/ Wein/ und Honig gemischt. Di-ser Bronnen gienge so schnell als derBlitz/ daß der Pallastdarvonerschall/als von einen grossen Horn. Er hörte eistStimm/die sprach : die Durstigen sol-len schöpffen von dem Wasser disesBronnens. Da erstummet Bru-der Claus/ stund in ängsten / unvverwundert sich fast des Ursprungs ei-nes solchen ungewöhnlichen Bronnens»Er stige die Stafflen hinauf/ Und fandem Becher / oder , Geschirr voll deßBrottnenwassers : könnte aber nicht er-fahren von wannen/ oder auß welcherHöle der Erden das fliesscnde Was-ser herßmmge. Er kam in einen gros-sen/ und weiten Saal / darum fand ereinen grossen viereckigen Kasten / wirein Altar gestaltet / auß welchem derBronn herguellet. Und da er gegendem Kasten gieng / meinet er / er wur-de versincken / als einer / der über einMoß gehet/ Zöge darum die Füß schnellzu sich / Und käme zu dem Kasten. Dastunde er/ Und besähe den Kasten/ derwar an vier orthen beschlagen mit viermächtigencysenen Blächen : und erhö-ret in dem Kasten / und seinem Canal