Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Emsidler/ und Beichtiger. &&

Jahr ohn leibliche Speiß/ ist gestor-ben an St. Benedicti Tag/ im Jahr

vernähme sie von Stund an ein fröhli-che Bottschafft/ wie nehmlich ihr Ehe-gemahl Nicolaus von dreyen ehrba-ren Männern ftye gesehen worden aufder Flüe/ (von weicher sein Ge-schlecht den Nahmen hat) allda seye ererschinen mit grossen Ehren/ und Klar-heit/ habe auch in seiner Hand ein wei-ses Panner getragen mit einem Bären-tappen bezeichnet. Darben bedeu-tet war / daß der Freund GOttes alleWiderwärtigkeit / und Anfechtungenmit starcker Verharr» ng jetzt hätte tuverwunden / und obgesiget; wie dannihme die drey Männer / davon obencap. 5- gehört/ vorgesagt hatten. B.Clausen Todt ward von allen Eydt-gnossenbeklagt/ und ihme an allenOr-then der Eydtgnoßschafft seynBegänq-nus/ auch von Hertzog Sigismundovon Oesterreich selbst mit hundert Prie-stern gehalten / als Herr Michael Stätt-ler rm sei er Bernischen Chronick aufdas 1487. Jahr bezeuget. In solchenhohen Ehren/ und Ansehen war derweit berühmte B. Claus/ so wohl beyvermischen/ als bey Außländern.

Dstweit aber GOtt die Heiligkeitseines Dieners durch manche Wunder-zeichen je länger je mehr zuerkennengab / to war für gut angesehen / deßH. Mannö Gebein etwas gebürlicherszubestarren. Hat sich derowegen imJahr 1518. auf St. Benedicti Tag einehrwürdige Priesterschafft zu Sachslenversamlet / darzu auch kommen derHochwürdige Herr Benedictus Bischofsvon Losanna / dise haben nun die Re-liquien aus dem Grab herfür genom-men / und mit grosser Rcverentz in einneue von eychinem Hoch gemachte Tru-gen gelegt / und den Deckel mit star-rten Leistnäglen wohl verwahret. Als-bald hat man eben an dem Orth / wozuvor das alte Grab gewesen / ein herr-lich stemm Monument aufgericht darin»erstlich gelegt worden der alte Grab-stein / darauf B. Clausen Bildnuß er-hebt / und sehr artig ausgehauen. Aufdise Statua / oder Bildnus war gestelltdie höltzin Sarck mit den Reliquien ,und zugleich auch in einem Schächteleinein versigleter BrieffdeßBischoffs vonLosanna. Also ward das neue Grabbedeckt mit einem Stein/ darauf über-mahl ein gewaltige Bildnuß deß Nico-lai erhebt/ und mit einem langen Ro-senkrantz ausgehauen zusehen / mitdiserGrabschrifft an dem Rand herum.

Bruder Paus von Flüc ist gm-gen von Weib / und Kindern in dieWilde / GOtt dienet zwantzigthalb. f\ F. Murcr x Die Schwciy.

1487.

Lestlich ist das ganße Grab mit einemeysenen Gätter umfangen/ und wohl be-wahrt worden/ sonderlich im Jahr 1600.als man die Seiten gegenMittag ausge-brechen / den Platz mit einer schönenCapel in der Ehr GOttes / und St.Benedicti erbauet / und gezieret / da-rin« ein Altar mit 7. brennenden Am-plen / und Wappen der 7. CatholischenOcrthern gestiffret / und verehret wor-den. Nach dlser Erhebung ist m demgantzen Land Underwaldenein Landredherum gangen / als wäre das Hauptdeß B. Clausen nicht in das Grab ge-legt worden / sonder es hätte es der Bisfchoff von Losanna mit sich heimlichhinweg genommen / diser Argwohnwehrte über die ioo. Jahr. AIs aberAnno 1625. zu Eingang deß Herbstmosnats der Hochwürdige Herr JohannesAntonius Trit Weichbischoff zu Cosstantz neben seinen zugegeben Herrn /auch beyden Pröbsten Münster / undLucern zu Sachslen in Underwalden /den Proceß zur Canonizarion deß S.Manns stellen / und beschreibten / vftneten sie in einer Nacht (mit Bewilli-gung deß Nuncij Apostolici zu Lucern)das Grab / und fanden mit höchstenFreuden nit allein den theuren Schatzdas hochwürdige Haupt / sonder auchnoch alle Geben, ordenlich bey einanderligen / darauf ward das Grab wtderumverschlossen / und der gantze Cörper bey-,samen gehalten / biß auf die glückliche /'und langgewünschte Canonization. Un-der andern gebetten war auch dem Bru-der Clausen dises gar gemein.

O GOtt nihm mich mir / undgib mich gantz zu eygcn dir. £>HErr gib mir alles / das mich be-kehrt zu dir. O HErr nihm von miralles / daß mich wendet von dir.

Er war ein Mann gerades / undge-staltes Leibs/ doch dürr / mager/ undausgeschöpfft / allein von Haut / Adern /und Gebein zusamen geschmucket. SeinFärb war braun / das Haar schwartz/ein wenig mit grauem vermischt. DerBart war von wenigHaark nit gar lang/in 2. Theil gespalten / die Augen warenschwartz / daraus sein lieblich Gesichtden Anschauenden schier ein Schreckenerweckt. Die Adern deß Hals / undder Kälen/ so er redte/ wurden geach-tet / nicht mit Blut / sonder mit Luffterfüllet. Er gebrauchte sich eines eini-

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