Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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VIII.

Em Calho«liscEydt'

ret / dahDrudcrtzlaus i derein kuch,kriiderStern indemHimel/auch aufErven alsrm solchermöge ver-ehrt wer«den.

392 Von dem fertigen Bruder Clausen /

derbrochen: Nachmittag nach 2. Uh-ren fange man widerum feyrlich die Ve-sper/ nach solcher folgte die Predig/di-st Weis ist nachfolgenden Lägen/ alsMontag / Dinstag/ Mitwochen/ undDonnerstag gehalten worden. Andem Freytag wäre ebner Massen dasAmbt/und Predig/ nach welchen dasTe Dcum, «c. gesungen/ und die So-lemnität mit dreymahliger Looßbren-nung zwölff Stucken beschlossen.

Unangesehen deß ungewöhnlichstarck einfallenden Wind/ und Regen-Wetters / welches durch gantze dise Tägfast unaufhörlich angehalten/ wäre derZulauff von nahe / und fernen / wie-wohlen der 4. Wald - Statten- Seefast ohne Lebens - Gefahr nicht mochteüberschiffct werden/ so groß/ daß diein grosser Zahl anwesende Wohl-Ehr-würdige Priesterschafft mit Beyhilffi8.PP. Capucineren kaum erklcckte dieBeichten des Volcks anzuhören/ dievon dem frühen Morgen biß indiespa-the Nacht solchem abaewarthet / wel-cher Zulauff des Volcks auch nach vol-lendtem Fest täglich sich vermehret.

Groß wäre die Andacht des from-men Volcks/ in Verehrung der£>. H.Gebeineren des sceligen Manns/ aberNoch grösser die Begierd der Latholi-schen Eydtgnossen ihn nach öffentlichemKirchen-Urtheil als einen erklährtenHeiligen zu verehren : Es wäre nachdemAbleiben des seeligen BruderClau-sen wegen dessen Wunder - vollen H.Leben / und zahlreichen erfolgten Wun-derzeichen kein Zweifel / daß diser gros-se Freund GOttes von der RömischenKirch nicht bäldest für ein Heiliger / o-der Seeliger erklährt wurde / von sol-cher vilfältig geredt/ sonderbahrin demH. Concilio zu Trient/ und zu Romvon Privat -Persohnen der Eydtgnos,senschafft darvon gehandlet/ weilten a-ber solches Werck zuvor durch Solem-ne/ und feyrltche Proceßen muß ge-triben werden/finde ich deren keinenbis 1591. wiewohlen ich nicht unbillichmuthmasse/ daß kurtz nach dem Ablei-ben des seeligen Manns zu Underwal-den gergleichen Proceßen seyen ange-stellt worden; Dann ich finde in demalten Krrchen-Buch zu Sachslen/daßdas H. Leben seye unversucht worden;wie auch dessen Miracul/ thun auch dieberuffne Zeugen nicht änderst reden /als wie man zu reden pflegt in einemSolemnen Proceß, wo man erforde-ret wird zu reden.

Also enthaltet gemeldtes Buch /daß bezeuget haben etwelche Persoh-

nen/ die mit dem seeligen Mann ge-lebt/ von seinem Leben/ und Wunder-thaten : Also zeuget Erni/ oder Ar-nold Rorrer/ der mit dem seeligen Bru-der Claus erzogen worden/ von 80,Jahr alt : Also bezeuget Erni / oderArnold Anderhalden/ der 75. Jahr altwäre ; Also zeuget Herr Heyman / 0-der Heinrich am Grundt Äilch-Herrzu Stanß/ der dem seelrgem BruderClaus gantz vertraut gewesen: Alsozeuget Herr Oßwald Isner Kilch-Herrzu Kerns / der dem seeligen Mann garwohl bekannt: Also zeuget Hanß vonFlüe Bruder Clausen Sohn Landam-man / Also bezeuget Bein / oder Bal-thasar von Flüe Lands - Fenderich :Also zeuget Herr Peter Baithasardes seeligen Bruder Clausen Cap-lan / und also andere mehr werdenin gemeldtem Buch angezogen/ auswelchem ich auß obgemelbrer Ursachschliesse / daß dise Zeugen in einem an-gestellten Proceß eyvtlich seyen ange-hört worden - Ist also glaubwürdig /daß dergleichen mehrere Proceßen sey-en gehalten worden / durch damahligeaber betrübte / und verwirrte Zeitender Catholischen Kirchen das Werckder Canonization stecken gcbliben.

Gewüß ist/ daß auß PäpstlichenBefeich z. feyrtiche Proccßeu seynd an-gestellr, und gehalten worden / AlS1591.1618. und 1647.

Die Catholische Eydtgnossen ha-ben derohalben keincs wegs geruhet /sonder von Zeiten zu Zelten mit allemFleiß durch Schreiben / und Bott-schafflen die Canonization deß seeligenBruder Clausengesucht zu beförderen.

1556. Wurden nacher Rom ge-sandt an Paulum IV. Herr Heinrichvon Fleckenstein Schultheiß/ Herr Jo-hann von Beroldingen Ritter/ HerrChristoff Schorno/ Herr Welcher Lu-ßi/ Herr Haubtman Schöobrun.

Ätem 1565. Melchior Lußi/und1566. ad Pium V.

1572. Ware gesandt Herr Sbri-ster Walthert von Roll / Herr ObnstekMelchior LUßi an Ore^orium XIII.

Item war befelchnetanäixrum V.Juncker ^zost Segesser Guardt-Haubt-man.

Herr Cardinal Monralro schicket andie Eydtgnoßi ein vortreffliches Scbrei-ben / welches die Canonization deß sterligen Bruder Clausen betraffe- D»-rum Pom«.

1588. Es