4i8 Von dem secligen Bruder Clausen /
welcher 8. Tag in solchem verbliben /daS Kind hatte grossen Schmertzen /man berufft einen berühmten Artzten /welcher versuchte/ aber nicht vermoch-te den Stein mit seinen Instrumentenheraus zunehmen / rathe der Mutter /daß sie sich um einen kunstreichen Artztsolle umsehen/ nehmltchumdie Vorbittdeß seeligen Bruder Clausen / sie ver-richtet mit dem Kind zu dessen Grab einWallfahrt / weinet/ und bettet für dasKind / wurde aber nicht erhört / siestellt mit dem Kind ein Fahrt an in denRansst / nihmt etwas Staubs von derWand deß Hüttleins / worinn derSeelige gewöhnet / streuet selchendemKind in das Ohr / der Stein laßt sichsehen/ daß sie solchen leichtlich hattekönnen heraus nehmen / genäse also dasKind.
4. Dorothea Steinbach hatte dasFieber lange Zeit / sie verspricht dreyFreytag zu dem Grab deß Seeligen /in de» ersten Fahrt wurde sie von demFieber verlassen/ist auch für allzeit aus-gebliben.
7. Valthasar Sigerist von Alt-nacht/ wäre gantz contract/ und lahmam gantzen underen Leib / konte sichnicht bewegen / er wendte vile Mittelan / hulfse alles nichts. Sr versprichtdreymahl das Grab deß Seeligen zubesuchen. Das erstemal)! wird er aufein Pferdt gefetzt/ zu Sachslen von sol-chem genommen/ und zu dem Grab ge-tragen / er verrichtet sein Andacht /wurde ohn Besserung widerum zuPferdt nach Hauß geführt / doch ver-lohre er keineswegs das Vertrauen /thäte drey Freytag nach einander durchandere die Fahrt verrichten/ er wurdenicht getrost / entschließt sich noch ein-mahl persöhnlich das H. Grab zu besu-chen/ wird auf ein Pferdt gesetzt/ rei-chet in Vegleithung seiner Frauen /Mutter / und Verwandten nach Sächs-le» / man tragt ihn zu dem Grab / beywelchem er inständig den Seeligen an-rüstet / empfindet so vil Linderung/ daß/der zuvor kein Fuß bewegen konte/ ermit zwey Krücken in der Kirch könteherumgehen / würd widerum auf dasPferdt gesetzt / reichet ohne Mühe na-cher Hauß / fönte auch hernach mitzweyen Krücken gehn wohin er wolte.Er erweckt ein neues Vertrauen zu demSeeligen / gehet mit selben Krücken zudessen Grab / verharret ein Zeitlang indem Gebett / under welchem er solcheKräfiten erlanget / daß er gesund nachHauß gangen / und folgendes Jahrauf Lauteten / und Rom ein WallfahrtvMlchrer.
6. Johannes Weinlcin thäte einhohen Fahl/ wurde von einem auf ih-ne fallenden Holtz also getroffen / daßer in Ohnmacht gefallen. Als er wi-derum zu sich sechstenkommen/ empfin-det er grossen Schmertzen / vermeint /daß er sterben müßte / die Seithenwurde ihn auch aufgeschwollen / er be-sticht sich dem seeligen Bruder Clausen /der Schmertzen verschwindet / die Ge-schwolst vergeht ohne einige Mittel.
7. Catharina Reinhartin wurde un-vorsichtig ein heisse Suppen über dasAngesicht geschittet / welches ihr hochaufgeschwollen / thäte an dem rechtenAug 8. gantzer Tag nichts sehen / nochdas Aug eröffnen konen / stundt in gros-ser Gefahr solches zu verliehren/sie rhatein Wallfahrt zu dem Grab deß seeli-gen Bruder Clausen / sie wird sehend/und gesund.
8. Caspar Ettlin ein Schuler-Knabhat in einem Fahl sein Knye also ver-letzt/ daß er lange Zeit hinckendware/er litte auch grossen Schmertzen / manberuffct zwey berühmte Artzt von ob/undnid dem Wald / der Schaden thäte sichalso verböseren / daß er nicht mehr gehnkönte. Der Vatter rufft den seeligenBruder Clausen an / der Knab versfpührt Linderung / wallfahrtet mit sei-nem Vatter zu deß Seelrgen Grab /und thut völlig genäsen.
9. Elisabeth Hallerin litte grossenZähn-Schmertz/ fallt ihr auch ein Flußin den Halß / welcher hoch geschwollenworden / wie auch aus die Brust i eseröffneten sich 5. Löcher mit hefftigistenSchmertzen durch 6. Wochen / könteauch 13. Tag kein Speiß noch Tranckgeniessen/ aussert daß sie gar selten et-wann ein Tröpffiein Milch hinundecliesse / sie war noch darzu groß schwan-ger / nächstens bey der Geburth/aberwie sie vermeinte noch nächer bey demTodt /als nun alles hoffen deß Aufkom-mens verschwunden / thut sie ein Ver-sprechen zu den seeligen Bruder Clau-sen/ wird alsobald besser/ ohne andereMittel / hat auch ein lebendiges Kindgebohren.
10. Johannes Gergi hat ein Kna-ben / deme der Halß also zugeschwol-len / daß er kaum in etwas den Athemschöpffen könte / das Übel nähme der-massen zu / daß gar kein Hoffnung mehrseines Lebens / man zündte ihme schondie Kertzen / als einem Sterbenden an/in disem verlobt ihne der Vatter zu demseeligen Bruder Clausen / sobald dlscsVersprechen geschehen / ist der Knah
gleich-