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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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4i8 Von dem secligen Bruder Clausen /

welcher 8. Tag in solchem verbliben /daS Kind hatte grossen Schmertzen /man berufft einen berühmten Artzten /welcher versuchte/ aber nicht vermoch-te den Stein mit seinen Instrumentenheraus zunehmen / rathe der Mutter /daß sie sich um einen kunstreichen Artztsolle umsehen/ nehmltchumdie Vorbittdeß seeligen Bruder Clausen / sie ver-richtet mit dem Kind zu dessen Grab einWallfahrt / weinet/ und bettet für dasKind / wurde aber nicht erhört / siestellt mit dem Kind ein Fahrt an in denRansst / nihmt etwas Staubs von derWand deß Hüttleins / worinn derSeelige gewöhnet / streuet selchendemKind in das Ohr / der Stein laßt sichsehen/ daß sie solchen leichtlich hattekönnen heraus nehmen / genäse also dasKind.

4. Dorothea Steinbach hatte dasFieber lange Zeit / sie verspricht dreyFreytag zu dem Grab deß Seeligen /in de» ersten Fahrt wurde sie von demFieber verlassen/ist auch für allzeit aus-gebliben.

7. Valthasar Sigerist von Alt-nacht/ wäre gantz contract/ und lahmam gantzen underen Leib / konte sichnicht bewegen / er wendte vile Mittelan / hulfse alles nichts. Sr versprichtdreymahl das Grab deß Seeligen zubesuchen. Das erstemal)! wird er aufein Pferdt gefetzt/ zu Sachslen von sol-chem genommen/ und zu dem Grab ge-tragen / er verrichtet sein Andacht /wurde ohn Besserung widerum zuPferdt nach Hauß geführt / doch ver-lohre er keineswegs das Vertrauen /thäte drey Freytag nach einander durchandere die Fahrt verrichten/ er wurdenicht getrost / entschließt sich noch ein-mahl persöhnlich das H. Grab zu besu-chen/ wird auf ein Pferdt gesetzt/ rei-chet in Vegleithung seiner Frauen /Mutter / und Verwandten nach Sächs-le» / man tragt ihn zu dem Grab / beywelchem er inständig den Seeligen an-rüstet / empfindet so vil Linderung/ daß/der zuvor kein Fuß bewegen konte/ ermit zwey Krücken in der Kirch könteherumgehen / würd widerum auf dasPferdt gesetzt / reichet ohne Mühe na-cher Hauß / fönte auch hernach mitzweyen Krücken gehn wohin er wolte.Er erweckt ein neues Vertrauen zu demSeeligen / gehet mit selben Krücken zudessen Grab / verharret ein Zeitlang indem Gebett / under welchem er solcheKräfiten erlanget / daß er gesund nachHauß gangen / und folgendes Jahrauf Lauteten / und Rom ein WallfahrtvMlchrer.

6. Johannes Weinlcin thäte einhohen Fahl/ wurde von einem auf ih-ne fallenden Holtz also getroffen / daßer in Ohnmacht gefallen. Als er wi-derum zu sich sechstenkommen/ empfin-det er grossen Schmertzen / vermeint /daß er sterben müßte / die Seithenwurde ihn auch aufgeschwollen / er be-sticht sich dem seeligen Bruder Clausen /der Schmertzen verschwindet / die Ge-schwolst vergeht ohne einige Mittel.

7. Catharina Reinhartin wurde un-vorsichtig ein heisse Suppen über dasAngesicht geschittet / welches ihr hochaufgeschwollen / thäte an dem rechtenAug 8. gantzer Tag nichts sehen / nochdas Aug eröffnen konen / stundt in gros-ser Gefahr solches zu verliehren/sie rhatein Wallfahrt zu dem Grab deß seeli-gen Bruder Clausen / sie wird sehend/und gesund.

8. Caspar Ettlin ein Schuler-Knabhat in einem Fahl sein Knye also ver-letzt/ daß er lange Zeit hinckendware/er litte auch grossen Schmertzen / manberuffct zwey berühmte Artzt von ob/undnid dem Wald / der Schaden thäte sichalso verböseren / daß er nicht mehr gehnkönte. Der Vatter rufft den seeligenBruder Clausen an / der Knab versfpührt Linderung / wallfahrtet mit sei-nem Vatter zu deß Seelrgen Grab /und thut völlig genäsen.

9. Elisabeth Hallerin litte grossenZähn-Schmertz/ fallt ihr auch ein Flußin den Halß / welcher hoch geschwollenworden / wie auch aus die Brust i eseröffneten sich 5. Löcher mit hefftigistenSchmertzen durch 6. Wochen / könteauch 13. Tag kein Speiß noch Tranckgeniessen/ aussert daß sie gar selten et-wann ein Tröpffiein Milch hinundecliesse / sie war noch darzu groß schwan-ger / nächstens bey der Geburth/aberwie sie vermeinte noch nächer bey demTodt /als nun alles hoffen deß Aufkom-mens verschwunden / thut sie ein Ver-sprechen zu den seeligen Bruder Clau-sen/ wird alsobald besser/ ohne andereMittel / hat auch ein lebendiges Kindgebohren.

10. Johannes Gergi hat ein Kna-ben / deme der Halß also zugeschwol-len / daß er kaum in etwas den Athemschöpffen könte / das Übel nähme der-massen zu / daß gar kein Hoffnung mehrseines Lebens / man zündte ihme schondie Kertzen / als einem Sterbenden an/in disem verlobt ihne der Vatter zu demseeligen Bruder Clausen / sobald dlscsVersprechen geschehen / ist der Knah

gleich-