Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
Seite
428
JPEG-Download
 

428

Von dem sceli'gen Bruder Claufen/

27. Margaritha von Zuben hatteein schwäres Halßwehe / fönte fernlautes Wort reden / da sie bey demGrab des Seeligen aebettcn/sallt ihr et-was ausi dem Halß in den Leib/ aufwelches sie vollkommne Red/ und Ge-simdheit erlangt.

28. Iost Hertzog von Roth Lucer-ner Gebiets hatte ein Jahr lang einstarckes Fieber/ lasset für sich zu demGrab des seeligen Bruder Claufenwallfahrten/ in der Zuruckkunfft hatihn das Fieber noch einmahl angestos-sen / man legt ihm ein Gewand auf /welches under dem Rock des seeligen-Bruder Claufen gewesen/ aufwelchesihne das Fieber völlig verlassen.

29. Elisabeth Spichtig kam inGeburts- Nöthen in grosse Gefahr /weilen das Kind sich in ihrem Leib ver-schossen / und zu der Geburt sich un-tauglich gemacht / die Anwesende wa-ren verzagt / sie thut ein Versprechenzu dem seeligen Bruder Claus / aufwelches sich das Kind gewendet / undglücklich gebohren worden.

30. Columbina Brandenberg vonZug wurde ihrer Sinnen beraubt/undertaubet/man verrichtet für sie ein Wall-fahrt zu dem seeligen Bruder Claufen /nach solcher ist sie völlig gesund worden.

31. Herr Jacob äRoth Chorherrzu Lucern hat zu Arau an der Bruggmit 300. Persohnen Schiffbruch gelit-ten/ 70. von solchen seynd ertruncken/nachdem er lang in dem Wasser gestrit-ten / käme er an das Land / könte a-ber sich nicht ausi dem starck - lauffen-den Wasser schwingen / weilen derWasen/ an welchem er sich heben wol-te/ weichen thäte/ in diser Gefahr rüster inniglich an um Hülff den seeligenBruder Claufen / auf welches komtein Mann / biethet ihm die Hand / undziehet ihn auß dem Fluß / ist alsobaldvor seinen Augen verschwunden/ er be-kennt/ daß solcher Mann in Kleidung/und Leibs-Gestalt gewesen / wie manden seeligen Bruder Claufen vorstellet/hat zur Danckbarkeit alle Jahr/ solang er gelebt/ ein Wallfahrt zu desseeligen Manns Grab verrichtet.

32. Maria Cindelin ab demSchwartzwald wäre so Lahm/ daß sieaus den Knyen krichen müßte/ kam al-so kriechend nacher Saxlen / da ihr derRock deß seeligen Bruder Claufen auf-gelegt wurde / ist sie frisch/ und ge-sund aufgestanden / ist auch von dem

fallenden Siechtag zugleich erledigetworden.

Zwey Kloster-Frauen warenmit dem bösen Geist besessen/ nach vislen umsonsten gebrauchten geistlichenMittlen führet man sie nacher Saxlen/allwo sie durch Anruffung des seeligenBruder Clansen seynd erlediget worden.

34* Ein andere Persohn mit Nah-men Anna Maria ist von dem bösenGeist / der sie besessen / under dem Rockdes seeligen Bruder Claufen befrcyetworden.

35 * Ein Frau von Gißweil wäregantz lahm/ kröche nacher Saxlen/all-wo sie durch die Vorbitt des seeligenBruder Claufen völlige Gesundheiterlanget.

Z6. Ein Capucmer-Novitz hatein Bruch bekommen / wolte / daßman ihn auß dem Orden entlassen thä-te / man führt ihn nacher Saxlen un-der den Rock deß seeligen Bruder Clau-sen/ allwo er in einem Augenblick Ge-sundheit erlanget/ ist in dem Ordenverbliben/ und ein gelehrter Predi-ger worden.

37. Ein Kloster - Frau zu Hersmetfchweyl wäre besessen /' oder vermarlefitzt/ derowegen dem Kloster sehr be-schwärlich/ man führt sie zu dem Grabdes seeligen Bruder Elausen / allwosie völlig gesund worden.

38. Zu Gißweyl wurde HerrHaubtmann Peter Schäli vor der Zeitein todtes Kind von seiner Frauen ausdie Welt gebracht/ man verspricht z»dem seeligen Bruder Claufen/ sosehr»das Kind so lang das Leben erlange /biß es könne getaufftwerden/ auswel-ches sich das Kind natürlich bewegt /und getaufft worden.

^ . 39 * Zu Freyburg in Uchtland wur-de emem ehrlichen Bürger ein Kind vorder Zeit gebohren / an welchem manzwey Stund kein Leben vermerckt/manverspricht ein Wallfahrt zn dem seeli-gen Bruder Claufen/ daraufdas Kindalsbald Zeichen des Lebens von sich ge-ben/ und den heiligen Tauff empfan-gen.

40. Martin Bossarth von Zu-hatte ein schwären Leystenbruch/ alser ein Wallfahrt zu dem seeligen Bru-der Claufen verrichtet/ und ein heiligeMeß lesen lassen / ist er von dem Zu-stand befreyet worden.

4*. Heilt-