446 Vom dem Gottseeligen Petro Ccmisio/
Studenten ermahnete er daß sie latei-nische Orationes von den Tugendenhielten / mitdemgemeinen Volch bette-te er nach der Predig öffentlich für denPabst/ K'äyser/ Landsfürsten/ Auß-reutung der Äetzereyen/ und Zunehrmung des Christlichen Cachol,sehenGlauben. Disem Eyffer könnte derTrüffel nicht wohl erleyden/ darum ereinen weltlichen Prediger anstlfftere /daß er den Canismm öffentlich auf derLantzel solte schelten / und antasten /daß tribe dlser Prediger so lang/ bißihme solches die Universitet verbotte /und die Bürger ihme in sein Hauß fie-len/ und daselbig verstörten. DieGefangnen/ und Krancken besuchte /und tröstete er fleißig/ und die Feind/und Zwytrachtlge vereinigte er freund-lich.
Als P. Canisius von Meßina genRom berußen worden/ ehe er m dasTeutschland verreiset thäte er Anno1549. sein Profeßion der vier Gelüb-den/ zu Rom an unser lieben FrauenGeburtstag Abend. Darnach indem herauß ziehen/ war er zu Bonormen zu einem Doctor der Heil. Schrifftan St. Francisci»Tag erkläret/ zuInqolstatt war er. zu dem Recror Unt-versitatts/ und hernach zu dem Vlce-
Cantzirr erwählet / n>cl<bc Aemvrer er
mtt grossem Ruhm verwaltete/ unddemselbigen mit Nutz nachkäme. Da-rauffbegehrren underschldliche Bischöff/Fürsten/ und Städrdcn LansslumzuResormierung ihrer Kirchen/ aber ermüßte im Jahr 155z. gen Wien inOesterreich/ aus das begehren des Äonigs Ferdinandi ziehen/ d'.m neuenCollegio abzuwarten. Da er sichauch eyfferig mir lehren in den Schu-len / mit Predigen / Beichthören /Krancken/ und Betrübten heimzusu-chen/ und trösten / erzeigte. Zu Wienschrrbe er das nützliche/ und Christli-che Büchlein/ daß man nennt den Ca-techismum. Under diser Zeit ist Hr.Fridericus Nausea / Bischöff zu Wien/und Königlicher Hoffpredlger todts ver-schieden / dannenhero dem Canisio aber»mahl ein neue Arbeit auf den Hals ge-wachsen / in deme ihn der König Fer-dinand zu seinem Prediger angenom-men/ und geschahe vümahlen daß er zuHoff auf ein Weiß / und in der Stadtaufein andere Weiß in einer stund pre-digen müßte. Bey dem verblibe esnoch nicht/ dann aus Bitt etlichervornehmer Herren wolte der König denCanisium aufden Blschöfflichen Stuhlzu Wien setzen/ welches der P. Pe-trus 6. Jahr lang abschlüge/ und auf-zogt / ehe er sich gantzltch davon schwin-
gen möchte. Dise angetragne Ehrmachte dem frommen Mann vil Kum-mer/ und Gedancken / derhalben eeauch oft hat gen Rom müssen schreiben/damit der H. Jgnatius nicht dareinbewilligte. Je weniger aber diserscharpffsinnige / und doch sehr demüthig/und bescheidne Mann ihm selbst mißfal-len/ je mehr hat er andern gefallen.Zu Wien war er in der Universitet zuemem Decano erwählet/ müßte auchauß dem Collegio in das Ertzherßog-liche Collegium ziehen / da er doch nichtlang verblibe/ weil er mehr Nutz schaff-te bey den Seinigen. Es war aberzu diser Zeit also ein elender Stand inWien/ und Ocsteneichischen Erblän-dern wegen der emgerissnen Ketzereyren / und alten Lastern / so in demschwang giengen/ daß man darfür hiel-te/ die Caryolischer Religion wurdemit dem Kvaig Ferdlnando absterben.Aber durch Canisium/ und andereJe-suitcc / auch Bischoffen Urbanum zuLabach war sie erhalten/ darzu halstev'l die ausgenchte Convict zu Wien /darinn die Jugend andächtig/ undGottssörchtig erzogen/ die hernachfromme/ und eyfferige Seelsorger wur-den. Die Ungläubigen waren demfrommen Canisio dermassen Feind/ daßsie ihn den Oefferreichrschen Hund nan-ten / und zwar nit gar unbillig) / danner ein rechter Hund war in der Herd-Gottes / und Christlichen K irchen, hiel-te fleißige Wacht mrt seiner Lehr/undbisse die Weiss dapffer hindann mit sei-nen scharpffsinnlgen Predigen. ImJahr 1554. schickte Petrus Canisiusseinen leidlichen Bruder Vatterhalbgen Rom in das Novitiat der Socie-let JEsu / er aber war von dem Kö-nig Ferdinands gen Prag geschickt/daßer daselbst ein Collegeium aufrichtensolre; von bannen würd er von Her-tzog Albrecht in Bäyern beruffen/ demCollegio zu Jngolstatt den Anfang zumachen/ und die grunvveste zulegen.
Als nun in dem Teutschland dieSocietet JEsu z. Collegia / oder Häu-ser bekommen/ eins zu Prag/ das 2.zu Wien/ und das 3. zu Jngolstattin Bäyern/ setzte der H. Jgnatius dengesagten Camsium über dise Häuserzum Provinctal. Darauf zöge ermir dem König Ferdinando auf denReichstag gen Regenspurg/ von ban-nen auf das Colloquium mit den Pro-testierenden gen Worms. Hernachverrichtete er die dritte Reiß gen Romeinen neuenGeneralenzuerwöhlen/die-weil der H. Vatter Jgnatius Anno1556. den letsten Heumonat in GOttseeliglich verschtden. Wetters war
auch
Cap.