Der Soctettt IEsu Priestern.
442
lands/ St. Iddü Wittiben in Teut-scher Sprach beschriben. Item in ge-dachter Sprach liesse er ausgehen einBeicht-und Lommunionbüchlein/ Ad-vent / und Wcyhnacht Predigen. Willallhie geschweige» die Zahl / und vileder Buchen die er an alle Stand hoch/und nidrigen Persohnen geschickt hat.Nun ist znwisien/ daß z.Ding seynd/welche die Wenigen/ so der Seelen Heylbefürdern wollen / vollkommen machen/als die Erkandtnuß Menschlicher/ undGöttlicher Künsten/ die Wohlreden-heir / und der tugendsame Wandel / dl-se Gnaden / und Göttliche Gaben seyndbey de»n Canisio in so hohem Grad /und dcrmussen an einander gchenckt /und in einander verschlossen gewesen /daß man nichts schöncrs / nichts zu al-len Verrichtungen dienstlichers / undfriglichci s begehren Hütte mögen. Da-mit ich es aber / wann lch alles ersch-ien wolle / nit zulang mache / befindeich daß 4. Tugenden für anderen / sichbey di>em Apostolischen Mann erzeig-ten; Die erste war Dcmmh / die an-der die Gehorsame / und beyde mitEinfalr herrlich gezichret/ die dritte dieBcgürd zum Gebett/ und letstlich der«inbrünstige Eysser zu der Seelen Heyl/und Erhaltung/und Fortpflantzungderwahren Religion / welche Tugenden derAurhor / oder Scribent discs Lebenswcitlüuffig / und zierlich ausgeführet /dahin wir dann den günstigen Leserwerfen wollen. Die Beschaffenheit desLeibs ist dem Gemüth nicht ungleich /oder unproportioniert gewesen. Er.war von Pcrsohn lang / von 'Angesichtdapffer / von Haar / welches er nachGewohnheit deß Lands etwas lang ge-tragen / schwartzlccht/ und erst indemhöchsten Alter mit grau vermengt / derBart zwischen scdwartz / und roth / undharre ein gutes Gesicht / ob er wohl aneinem Aug / so ihne doch nicht entstel-te / einen Mangel Hütte / daß es ihmebiß zu stinkt.'i End/ in so vil lesen / soer vollbracht / nicht verhinderlich ge-wesen. Der geistliche Wandel hat al-lem seinem Fleiß / Wort / und Wer-cf <» das gröste Ansehen gegeben / dannan demselbigen die Widersacher / undFeinde nichts zutadien gefunden / undseine Zuhörer mehr nicht begehren könn-ten. Die Reinigkeit hat er an Leib/undScel erhalten. Er pflegte sehr wenigzuessen/ und zuschlaffen/ er ware ihmestreng mir Fasten / Wachen/ Bußklei-dern/ Gellen / und andern Leibska-steyungen / deßwegen ihme der Gene-ral besohlen / daß er solle deß P. Re-ctoris Rath in solchen Dingen pflegen/und folgen. Von seiner beständigenNüchterkeit / hat ihne nie kein Gast-
mahl abwendig gemacht wiewohl er oftdenselben bey hohen / und anschlichenPersohnen beywohnen müssen / darin»er nit ruhmredig / oder andern Gastenmit seiner Traurigkeit beschwerlich /sonder so vil einer Ordens-Persoh:, ge-büret / lustig / und holdseclig SeinGestalt/ Gang / Weiß / und Gebär-den waren zu der Christlichen Demuthgerichtet / wie einer ernsthafftiger Pcr-sohn ansteht. Seine Kleidung / undandere Leibsnothwcnd'gkeiten warenNicht unsauber / nit köstlich noch glan-tzct / sonder mehr schlecht / und unacht-sam. Sein Red war sanffr/ und dochnit leichtfertig /dapffer/ aber Nit rauch/er hat auch selten gelacht/ und pur Zü-erzeigung einer Freundlichkeit/und Lie-be. Seine Zung war heilig/ohne unnützGeschwetz/ und auch mitten under denHoflruthen geistlich. Sein Gemüthoffen/ und aufrecht/ gesunder Natur /und guter Complepion.
Der Eysser deß Hauses Gottesverzehrte unsern Gottseclkgen Canrsi-um/ welcher als er vermerkte/ daß ervon Tag zu Tag an Leibskrüfflen schwa-cher wurde/ hur er alle seine LubS-krüfften dahin verwendet / daß er dieletste Stund/ daran die Ewigk irhan-get / glücklich / und wohl zubringenMöchte. Alle seine Gedancken wende-te er auf das fromme / und Gottftcli-ge Leben: nach welchem er sich dermasscnrichtete / daß er schiervonnichts andersreden / oder schreiben könnte / als vondem andächtigen / und Gottwohlgefäl-ligen Leben. Er pflegte die Leben derHH. zulesen/ oder lesen lassen/ die ga-ben ihm Ursach GOtt in seinen, Heili-gen zuloben.Sein gantzer Leib / sonder-lich aber die Füß / waren ihm groß ge-schwollen / derowegen sprach er : SeyGOtt gelobt/ die Kranckheit nimt zu.Wie man seiner imer gepflegt hat / warer darmit zufriden / lobet GOtt / unddancket darum. Einsmahls als derBruder / so seiner pflegte / lang aus-gebliben/ und er mittler Zeit aus demSessel gefalle« war / und weil er ihmeselbst nicht helssen könnte / ist er langauf dem Boden gelegen / biß endlichder Bruder käme / und ihn aufhcbte /zu deme er mehr nicht gesagt als al-lein : Ich dancke GOtt der mich so langallein gelassen / wir wollen aber cinwegals den andern gute Freund bleiben.Er war an dem Leib sehr verzehrt / daßer ohne Schmerlen weder sitzen noch li-gen könnte/ und an vilen Orthen hat erden Leib aufgelegen. Er pflegte zusa-gen / der alte Scherb bcdörsstc keinerArtzney/ er muß doch fortwandern zumVarter. Sein essen war so wenig /
daß
Cif),