C*p. J.
4C4 Von dem Gottsttligen Nicolao Rusca/
mit grossem Nutz der Seelen / undBeförderung des Christlichen Glau-bens nützlich versähe / und zubrachte /also daß er würdig geachtet wurde /den grossen/ und fürrrefflichen Ehren-titul anzunehmen / daß er solle derErtzpriester in dem gantzen BischthumChur sein / und genennet werden. Inwelcher Würdigkeit/ gleich wie er allenPriestern/ und Geistlichen an Ehren/und Stand vorgienge/ also auch leuch-tet er ihnen vor an Tugenden/Gotts-forcht / heiligem / und eremplarischenLeben. Dann erstlich ist er eines keu-schen Lebens gewesen / und hat zu derMarter - Cron das Jungfräuliche Sig-kräntzlein auch erlanget. Es ist auchkündbar/ wie alle die jenige bezeugen/.bey denen / und mit welchen er jemahrlen gewöhnet/ und alle Wüssenschafftseines Lebens gehabt / daß memahlenvon ihme weder ein unzüchtiges Wort/Gebärden/ oder Anblick gehört/ ge-spühret / oder gesehen worden / un-züchtige Weiber / und Männer aberhat er geflohen/ und nicht leyden mö-gen. Zu dem andern hielte er seinenLeib in grosser Disciplin/ Zucht/ Mäs-sigkeit/ und Mortiflcation / und dasin geheim. Dann neben den gewöhn-lichen/ von der Christlichen Kirchenaufferlegren Fasttägen / legte er ihmeselber vil Fasttäg auf / und hielte sol-che streng/ sonderlich wann er hörete/oder sahe / daß der Cakholischen Kir-chen/ und ihren Schäfflein grosse Wi-derwärtigkeit/ Und Gefahr zugestan-den wäre. Beynebens pflegte er auchzu gefährlichen Zeiten Tag/ und Nachtmit Ernst / und heissen Zähern die Gött-liche Majestät zubitten/ und zu derBarmhertzigkeit bewegen. Die gött-liche Aembter verrichtete er andächtig /In dem Predigen eyfferig/ und in derPflantzung des Christlichen Glaubensrrnsthafft. Welches genugsam an-zeigten die 2. Disputationes / so er zuPlurs im Haubtflecken/ und Tiran /mit den Widersächern des CatholischenGlaubens/ gehalten / daß sie ihm nichtweiters widerstreben/ noch antwortenw-lten noch könnten / rc.
Ein sondere Anmuthung / Liebe /und Fleiß trüge unser gottseeliger Ni-colaus zu den Kindern/ und unschul-digen Jugend / in dem er sie den Ca-techismum/ und was zu dem Christli-chen Glauben/ ihrer Seelen Heyl/ undHeiligkeit des Lebens vonnöthen wä-re / lehrte / und underweisete / alsodaß er in seinem hochen Alter / da erschon sibentzig Jahr alt wäre / nicht tön-te von der Lehr des Catechismi / undUnderweisung der Jugend abgehalten
werden/ die er auch mit Sckanckun-gen/ und Gäblein noch fleißiger / undeyfferiger Machete. Nicht allein abererzeugte Visen fleiß unser NicolauS ge-gen den Catbolischen/ sonder erwartauch vil eyfferiger gegen den jungenKrndern der Widersacher / die er mitGelegenheit mrr dem H. Creutz bezeich-nete/ und ehrliche Schanckungen gäbe/damit bey ihnen aufs wenigest die Ge-dächtnuß des H. Creutzes / und b tternLeidens/ und Sterbens JEsu Christiunsers Heylands/ und Seeligmacher-verblibe. Gegen den Armen/so wohlEvangelischen ( wie sie sich nennen ) a>-Catholischen / war er nicht allein Mrlt/und gäbe ihnen ein reiches Allmwen /sonder auch tröstete / und ermahnettsie zu der Gedult/ und Tragung ihresvon GOtt auferlegtes Creutz / undKranckheircn. Und wer will nur er-zehlen seinen auferbaulichen Wandel/sein Demuth/ Sanfftmuth/ Gedult /und Standhafftigkcit/ so wohl durchdie Zelt seines Lebens / als seiner Mar-ter/ und gottseeligcn Todt. DiseTugenden aber brachten rhme einengrossen Mißgunst bey seinen Wi-dersächern/ wiewohl sie ftin Leben /und Wandel nicht schelten könnten/ daßsie ihme nach dem Leben stelleten / undmit Gisst den S. Mann hinzurichten
fürgenommen. Als aber um diese Ibr-
ge Zeit in Rhätia / Graubündten / undin der Graffschasst Clcven ein grosseEmpörung sich erhübe / wegen desBundlö mit den Venediqern/ den dieUncatholische Lehrer heffrig hülsten be-förderen / rc. Hingegen vermeintendie Römisch-Catholische Bündtner /daß sie genügsame Vündtnussen mitden Eydtgnossen/ Cron Frankreich /und König in Hispanien / deßwegenunnöthig wäre / sich in weitere Bündt-nussen einzulassen. Aber der Vene-tianer GeltrBündtnuß krasse für/ durchEmpörung/ und durch die Waffen/da-rum müßten die Catholische Bündt-ner verfolget / verbrännet/ ja etlichegarum das Leben kommen/ und ge-tödet werden. Damahlen achtetendie Predicanten gute Gelegenheit zu-haben/ den unschuldigen Ertzpriesternzufangen/ und hinzurichten.
Als nun die Predicanten ( denender Gewalt über die Catholischen /und das Blut zurichten neben anderengegeben ) festiglich beschlossen / den Ertz-priester Nicolaum zufangen/ öffnetensie ihren Rarhsckluß dem HaubrmannBuolio von Malaters zu Sonders / ei-nem Feind der Catholischen/ und qu,ten Freund der Venedstchen Verbundt-nuß. Dise achteten die nächtliche
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