Priester/ und Märtyrer. 4^5
Zeit zu dem kömmlichsten zusein / da-mit nicht so es bey Tag geschahe/ dieSpanische Ldhärenren ( also nennetensie die Latholischen ) dem ErtzpriesterBeystand leisteten/ und under demVolck einen Auffruhr macheten. DerRath gefiele dem Haubtmann auchwohl / deßwegen in der zukünftigenNacht kamen die Soldaten/ undPre-dicanten under einander vermischt /mitWehren/ Büchsen/ Leytern/ und La-ternen/ umstellten den Pfarrhoff/ sti-gen an den Leytern zu dem frommenErtzpriester in sein Kammer / rissen ihnMit Händ/ und Füssen aus dem Beth/vergundten ihme kümmerlich so vil Zeit/daß er seine Priesterliche Kleider anle-gen möchte / darauf banden sie ihmebeyde Händ zusamen / warffen ihmeeysene Ketten an die Füß/ raubten /und blünderten ihme seinen Pfarrhoffauß/ und eytten mit dem frommen al-ten Herren zu der Gefangnuß / daßsie ihn belästigten mit schwereren / undgrösseren Banden / und verwachetenihn steißig/ damit er nicht von den Ca-tholischen ihnen entzogen wurde. Alses nun Tag worden / berathschlagtensie mit einander / was sie mit dem Ertz-priester sürnehmen wolten / damit manein scheinbare Ursach Hütte ihne hinzu-richten/ also waren falsche Brieff/ vonden Predicantcn geschriben/ die desErtzpricsters Hand / und Schrifft ähn-lich waren / auch falsche Zeugen befielt/dle da mit einem Eydt bezeugen solten/daß er ein Landsverräthcr/ und Ver-stöhrer des gemeinen Fridens / undVattcrlands rpare. Damahlen warauch beschlossen/ daß man den Nicolaumnoch Visen Tag mit gebundncn Hän-den auf dem Rucken in einem schmäh-lichen Karren / als einen Mörder vondem Flecken Sonders gen Thusis füh-ren solte. Welches ohn zwerssel ge-schehen war / wann nicht etliche Welt-liche/ wiewohl aber Uncatholische Her-ren / den Predicantcn eingeredt hat-ten / sagende: Cs zimme sich nit einenGeistlichen/ gleichwohl Bapisten/undnoch nicht verhörten / oder verurtheil-tcn / so schmählich zuführen / und zu-halten. Darauf war er aufein schlech-tes Roß gesetzet / und ist von vrlenSoldaten / und Predicantcn biß genThusis begleitet worden. Allda warihme kümmerlich ein hartes stückleinBrodt / und ein trunck Wasser mitge-theilt / und mit ruhen zuesscn vergön-net. Der Hencker führte Visen un-schuldigen Herrn in ein abscheuliche /und under der Erden vervorgne Gerfangnuß/und zeigte ihme auch allerleypeynliche Instrumenta/ ihne damitzu-peynigen I wann er nicht frey/ und öf-
fentlich bekennen wurde/ daß die obge-melte Brieff ( welche durch die falschePractick/ Gedicht / und Geschriben)sein Handschrifft wären / Und also sichselber für einen Landsverräther / undFridenbrecher erkennte. Die Richteraber giengen zu einem feißten Nacht-mahl / und liessen ihnen darbey wohlseyn/ rc.
Als nun die Richter widerum in die CapGefängnuß kamen / wolten sie den from-men Ertzpriester Nicolaum ( derjetzt beyachtzig Jahr alt war) zwingen / daß ersolte die falsch geschribne Briefffür seinHand erkennen / und daß er das Vat-terland dem Gubernator / oder Her-tzogen zu Mayland / und Cron Hispa-niä habe wöllen übergeben. Da aber derfromme Nicolaus mtt bestandhafftigemHeryen dise beyde Puncten läugnete /waren bald die falsche Zeugnusten be-ruffen/ welche er Nicolaus mit zierli-chen Worten / und Verantwortungenzuschanven gemacht. Ab dissn Reden/und Bekandtnuß ergrimmeten die Rich-ter häfftig / befahlen dem Hencker /daß er den Ertzpriester an das Folter-seil schlagen solte: Der Nachrlchter zö-ge dem frommen Herren feme Oberklei-der aus / und bände ihme die Händmit einem Seil / gleichwohl aus Mit-leiden fernes hohen Alters / ntt so starckzusamen als bräuchig ist. Als dre Rrch-rer difes ersahen / luffen Johann vonPorca von Zizers mit feinen GesellenBlasio Alexandro / Bonura Toutschio/Casparo Alexio / und Stephans Gra-briele hinzu / strafften den Hencker mitScheltworten/ und name Johann vonPorca den Strick selber/ löste ihn wi-derum auf / und fienge von neuem andem frommen Ertzpriester zubrnden /und deß Henckers statt vertretten.Banden ihme erstlich beyde Daumenzu dem allerstärcksten zusamen/darnachdie Händ / und zogen ihn allgemach andem Folterseil auf/ damit der Schmer-tzen desto grösser wurde/ und liessendi-sen alten Herren drey gantze Stund ineiner solchen grossen Peyn hangen.Hierzwischen fragten die Richter denErtzpriester/ mit guten / scharpffen / undarglistigen Worten / in Meynung daßsie etwas wolten von ihme erfahren /und in den Reden greiffen / aber derfromme Nicolaus redete so weißlich /und demüthig/ daß alle ihre List verge-bens waren / deßwegen traucten ihmedie Richter / daß sie ihme wollen eingrössere Marter anthun/ wann er sichnicht wölke schuldig erkennen / und zo-gen ihn etliche bey den Füssen / etlicheerschittelten das Folterst! / damit sieihme ein gröstern Schmertzen erweckten/
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