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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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4s<5 Von dem Gottsceligm Nicolao Rusca/

der fromme Mann aber blibe standhafft/und in seinen grossen Schmertzen gedul-tig. Da nun die Zeit deß Nachtmahlswiderum herzu nahete/ liessen die Rich-ter zum fressen / und sauffen nach ihrerGewohnheit i und hatten ihr Kurtz-weil mit Schanden / underweilen aberNeffe ie einer/ bald ein anderer / in denKercker / zusehen was ihr Gefangnerbekennet hätte / den sie also hangendgelassen / mit einem Schreiber / undzweyen Richtern / damit so der from-me Her: etwas redte / verzeichnet wur-de. Endlich nach langem wurde unserErtzpriester/ aus Bitt etlicher (gleich-wohl Uncatholischen / dann sie besorg-ten er möchte an dem Fc-'terseil sterben)herab gelassen / mit wenig/Wein/undWasser gelabet / und auf das Strohgelegt.

cap- ö. Wie nun die Richter mit essen /trincken / und Buberey das Nachtes-sen verzehret / kamen sie spat in derNacht widerum in die Gesiingnuß /zwungen den Nachrichter / und halffenthme den Ertzpriester widerum an das.. Folterseil binden / und aufzuziehen /sprachen ihme mit Schmachworten zu /er solte sein Verrätherey offenbahren /und die Brieft für fern eygne Hand er-kennen. Andere aber sprachen: Schau-er zu / wie djser Meß < Pfaß seinenBrovt HErrgott aufhebet / wie ist er sostill / er wird gewißlich das Memento/den Canonem/und stille Meß sprechen;wie stcher ihme sein Meßgewand sowohl an. Item sie fragten ihn auchwie oft er Unzucht mrt den Weiberngetriben/ und andere Buberey began-gen hatte. Andere schwächten / undlästerten den Pabst/ Bischöft/ Geist-liche / und fürnehmlich die Iesuiter /damit sie den frommen Ertzpriester nurgenug peynigen / und plagen möchten.Andere giengen hinzu / zogen/ und er-schütleten / Zuerrveckung eines grösse-ren Schmertzens / das Folterscil; unddises wehrete biß weit in die Nacht.Den andern Morgen frühe fiengen siewiderum an / biß auf den Mittag denErtzpriester zu foltern / und nach demEssen / als sie voll/ und voll widerumin den Äercker kommen / trutzte / unddräuere ihme der Peter Ianetus /so der fürnehmst under ihnen / undder Cantzler war / wann er sich nichtschuldig erkennen wolle / müßte er grös-sere Marter / und Pein mit ihme vor-nehmen / als nehmlich: er wölle ihmegrosse Stein an seine Füß hencken/ undseine Seiten mit brennenden Facklenmarteren. Darauf der seelige Marty-er frehilch den Jauctum gebetten / daßr / was er fetzt reden werde / fleißig

wolle verzeichnen/ und spräche: schrei-be daß ich gäntzlich unschuldig seye / undvon aller Verrätherey / und Argwohn/darum ich jetzt biß auf den Todt gepey-niget werd/ frey/und ledig/ und wirdGOtt mein Unschuld bezeugen / und of-fenbahren vor seinem Göttlichen Rich-terstuhl. Weil aber seiner GöttlichenAllmacht also gefallet/ daß ich um deßCatholischen Glaubens willen / meinBlut / und Leben dargeben solle / sogeschicht solches von mir mit guten Wil-len ; und verzeyhe euch um ChristlicherLiebe willen / alle Peyn/ und Marter/die ihr an mir grübet habet / und &tf*te auch GOtt aus gründ meines Her-tzens/ daß ich auch das erlangen möge;

Weil aber der IanetuS dife Wortnicht verzeichnen wolte / widerholleteder seelige Ertzpriester solche mit stand-hafftem Gemüth. Ab diser Red er-grimmeten die Richter noch hefftiger /stoßten/ zogen / verlachten / verspeye-ten / verschuttleten den seeligen Mär-tyrer noch mehr als zuvor / und balddaraus eyleten sie ihrer Schlemmereydem Nachtessen zu / und verliessen alsoden frommen Mann an der Folter han-gend.

Als nun unser seelige Nicolausjetzt cap. f.zween Lag / und ein Nacht dise schwe-re Marter / und Folterung mit höchsterGedult um Christi JEsu seines See-ligmachers Glory / der CatholischenKirchen / und Glaubens willen / undfeiner Seelen Heyl zutrost / erlitten /und ausgestanden; auch allezeit sichGOtt seiner geliebten Mutter Martä /mit andächtigem Gebett/ und Seuftzenbefohlen/ ja daß noch mehr/ den schmertz-lichen Todt um seines Heil. Nahmenswillen zuleyden / und auszustehen wil-lens wäre / befähle er sich desto fleißj,ger disen Abend seiner Göttlichen Ma-jestät / und allen Heiligen / und Aus-serwöhlten GOttes/ dieweil er an demFolterseii hangent mit schweren Stei-nen an den Füssen beschwert / vermerck-Xtt daß seine Kräfften/ Aderen/ undGlider starck abnehmen/ und sterben/fiele er von der Folterung auf die Er-den / dann das Folterseil von dem vi-len umtreiben von einer feiten zu der an-dern war auffgeloffen / und auseinandergangen / und von deß grossoa Lasts we-gen / theils von deß wohlbeleibten Ertz-priesters / theils auch von schwere derSteinen / zersprungen / und der seeligeNicolaus von der Folter herunder ge-fallen / daß ihme etliche Adern zersprun-gen / und das Blut zum Mund / undNasen heraus siusse. Ab disem Fallwaren die gegenwärtige / sonderlich arber der Nachrichter hart erschrocken /

lief-