4s<5 Von dem Gottsceligm Nicolao Rusca/
der fromme Mann aber blibe standhafft/und in seinen grossen Schmertzen gedul-tig. Da nun die Zeit deß Nachtmahlswiderum herzu nahete/ liessen die Rich-ter zum fressen / und sauffen nach ihrerGewohnheit i und hatten ihr Kurtz-weil mit Schanden / underweilen aberNeffe ie einer/ bald ein anderer / in denKercker / zusehen was ihr Gefangnerbekennet hätte / den sie also hangendgelassen / mit einem Schreiber / undzweyen Richtern / damit so der from-me Her: etwas redte / verzeichnet wur-de. Endlich nach langem wurde unserErtzpriester/ aus Bitt etlicher (gleich-wohl Uncatholischen / dann sie besorg-ten er möchte an dem Fc-'terseil sterben)herab gelassen / mit wenig/Wein/undWasser gelabet / und auf das Strohgelegt.
cap- ö. Wie nun die Richter mit essen /trincken / und Buberey das Nachtes-sen verzehret / kamen sie spat in derNacht widerum in die Gesiingnuß /zwungen den Nachrichter / und halffenthme den Ertzpriester widerum an das.. Folterseil binden / und aufzuziehen /sprachen ihme mit Schmachworten zu /er solte sein Verrätherey offenbahren /und die Brieft für fern eygne Hand er-kennen. Andere aber sprachen: Schau-er zu / wie djser Meß < Pfaß seinenBrovt HErrgott aufhebet / wie ist er sostill / er wird gewißlich das Memento/den Canonem/und stille Meß sprechen;wie stcher ihme sein Meßgewand sowohl an. Item sie fragten ihn auchwie oft er Unzucht mrt den Weiberngetriben/ und andere Buberey began-gen hatte. Andere schwächten / undlästerten den Pabst/ Bischöft/ Geist-liche / und fürnehmlich die Iesuiter /damit sie den frommen Ertzpriester nurgenug peynigen / und plagen möchten.Andere giengen hinzu / zogen/ und er-schütleten / Zuerrveckung eines grösse-ren Schmertzens / das Folterscil; unddises wehrete biß weit in die Nacht.Den andern Morgen frühe fiengen siewiderum an / biß auf den Mittag denErtzpriester zu foltern / und nach demEssen / als sie voll/ und voll widerumin den Äercker kommen / trutzte / unddräuere ihme der Peter Ianetus /so der fürnehmst under ihnen / undder Cantzler war / wann er sich nichtschuldig erkennen wolle / müßte er grös-sere Marter / und Pein mit ihme vor-nehmen / als nehmlich: er wölle ihmegrosse Stein an seine Füß hencken/ undseine Seiten mit brennenden Facklenmarteren. Darauf der seelige Marty-er frehilch den Jauctum gebetten / daßr / was er fetzt reden werde / fleißig
wolle verzeichnen/ und spräche: schrei-be daß ich gäntzlich unschuldig seye / undvon aller Verrätherey / und Argwohn/darum ich jetzt biß auf den Todt gepey-niget werd/ frey/und ledig/ und wirdGOtt mein Unschuld bezeugen / und of-fenbahren vor seinem Göttlichen Rich-terstuhl. Weil aber seiner GöttlichenAllmacht also gefallet/ daß ich um deßCatholischen Glaubens willen / meinBlut / und Leben dargeben solle / sogeschicht solches von mir mit guten Wil-len ; und verzeyhe euch um ChristlicherLiebe willen / alle Peyn/ und Marter/die ihr an mir grübet habet / und &tf*te auch GOtt aus gründ meines Her-tzens/ daß ich auch das erlangen möge;
Weil aber der IanetuS dife Wortnicht verzeichnen wolte / widerholleteder seelige Ertzpriester solche mit stand-hafftem Gemüth. Ab diser Red er-grimmeten die Richter noch hefftiger /stoßten/ zogen / verlachten / verspeye-ten / verschuttleten den seeligen Mär-tyrer noch mehr als zuvor / und balddaraus eyleten sie ihrer Schlemmereydem Nachtessen zu / und verliessen alsoden frommen Mann an der Folter han-gend.
Als nun unser seelige Nicolausjetzt cap. f.zween Lag / und ein Nacht dise schwe-re Marter / und Folterung mit höchsterGedult um Christi JEsu seines See-ligmachers Glory / der CatholischenKirchen / und Glaubens willen / undfeiner Seelen Heyl zutrost / erlitten /und ausgestanden; auch allezeit sichGOtt seiner geliebten Mutter Martä /mit andächtigem Gebett/ und Seuftzenbefohlen/ ja daß noch mehr/ den schmertz-lichen Todt um seines Heil. Nahmenswillen zuleyden / und auszustehen wil-lens wäre / befähle er sich desto fleißj,ger disen Abend seiner Göttlichen Ma-jestät / und allen Heiligen / und Aus-serwöhlten GOttes/ dieweil er an demFolterseii hangent mit schweren Stei-nen an den Füssen beschwert / vermerck-Xtt daß seine Kräfften/ Aderen/ undGlider starck abnehmen/ und sterben/fiele er von der Folterung auf die Er-den / dann das Folterseil von dem vi-len umtreiben von einer feiten zu der an-dern war auffgeloffen / und auseinandergangen / und von deß grossoa Lasts we-gen / theils von deß wohlbeleibten Ertz-priesters / theils auch von schwere derSteinen / zersprungen / und der seeligeNicolaus von der Folter herunder ge-fallen / daß ihme etliche Adern zersprun-gen / und das Blut zum Mund / undNasen heraus siusse. Ab disem Fallwaren die gegenwärtige / sonderlich arber der Nachrichter hart erschrocken /
lief-