Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
Seite
469
JPEG-Download
 

* Capuciner/ ur

ftk/ mit welchem er wider die Sündzudonneren / und die Sünder gefangenzu nehmen sich äusserisi an den Ladengelegt / ohnerachtet der abgesagtesteHaupr-Feind solcher Apostolischen Ver-richtungen t der von dcmselbigen Glau-bens r Irrthum einer wäre, etliche derverwegnesten Gesellen aufgestrssret/ihrme vermittels mörderischen Anschlags/und beybringender tödtlicher Verwun-dung das Handwerck niderzulegen /und das Predigen einzustellen.

Da er einstens an einem sehr an-sehnlichen Ortb bestellter Prediger wä-re/ und gewissen Bericht eingenomen/daß allda zimlrch ärgerliche Mrßbrüuchm offenen / und von daher fteyenSchwung giengen/ weil die Vornehmedes Orts selbsten darmit verwicklet/hat er all seinen Geist / Kräfften / undStimm angewendet / dis nachtrucklrchzu anden/ und mit unangebundenerFreyheit des Wort GOttes wlder sol-che auszufahren. Allein m währen-den diftm hat ihne einer seiner gutenFreunden gewahrnet/ eine geschweiffi-gere/ und gelindere Predig-Anh an-zunehmen / widrigen Falls er sich nichtsGutens zu versehen haoen dörffte z daster könnte ihm nicht verhalten/ daßall-bereu in dcm Hertzen eines gewissendurch seine Predigen beleydigten gros-sen Herreno ein sehr scharpffe Laugenvor sein Haupt gekochet / und ein g:rfänrilch's Straff Werrer vor se,nePeriohn gemüntzet werde. Deme a-ber der unerschrockene Apostolische Mastnebst höflicher Bedanckung vor dieWohlmeynung geantworrer : Es istmrr an allein deine wenig gelegen /ich habe schon alle Freundlich-undLieblichkerc gegen sie gebrauchr/ aberohne den mindesten Frucht/ nun fin-de ,ch mich einmahl in de,n Gewissenverbunden/ asso / wie ichangefange/fortzufahren / und bm bereit ehendermein Blut/ und Leben/als meinpredig * Ernst zu lassen. Man hataugenscheinlich wahr genommen/ daßder Heil. Geist ihne auf solche Arrhzu Predigen angetriben/ umalfvden?lasterhaffren Gewohnheiten abzuhelf-fen / wie an dem Ende jeder seinerPredigen dessen einige Proben gesehenworden. Feldkirch hat er sich wi-der den allda gangbahren/ überstand-mäßigen / leichtfertigen Kleider-Prachtsonderheitlich bewaffnet. Weil aberdie erwartete Besserung / und Abschaff-ung solchen Land / -und Leuch verderb-lichen Lasters nicht erfolgte / hat er esMit einem eyferigen Gottsteligen Prie-ster ausgetragen) was etwann zur Sachthunlich seyn möchte. Ja er hat sich

P. F. Murer , Die H. Schwer«.

>d Märtyrer.

selbsten vor den gesessenen Stadt Rathgestellet/ und disem so nachtrucklich ge-sprochen/ daß er hievon bewegt/ sicherbotten/ das Laster abzuthun / undzu dessen Abhülffeine rechteK leider/ undPolicey - Ordnung einzuführen / wieauch geschehen.

Anfänglich zwar wollte dises Pre-dig-Verfahren nicht jedermann belie-ben ; dahero einige ihn als einen un-bescheidenen/ und der nicht zu lebenwüste / gedadlet / und darauf getrunrgen / daß ihm seine allzufreyeZungumetwas müßt hinter sich gebunden wer-den/ ja ihme wohl gar wegen seinerFreyheit/ weis nicht was alles angestrohet. Wie sie aber den Mann rechtangesehen/ und an ihme einen gewal-tigen Prediger gefunden / haben sie ei-ne solche Hochschätzung auf ihne gc fas-set/ daß sie in dlsc geschworne Zcugnußausgebrochen: Daß ihre Cantzel bißanhero niemablen von einem solchenGeist-und Eyfervollen Prediger be-treuen worden. Wie er m eben di-jer Stadt / und in einer seiner Predi-gen/ dre in dem schmertzlichen Fegfcurangehaltene arme Seelen in das Ge-berr deren Zuhöreren anbefoylen / istihme zu Ohren kommen/ daß ein ge-wisses mit dem Falschen Glffr Calviniangestecktes Weib hierübcr den Kopffgeschüttlet/ und die Predig/ dasFrg-ftur betreffend / nicht nur ausgespot-tet / sondern auch vor anderen mit Ver-kehrungs - Gefahr / und Aergernuß derguten Eatholiichen als Nichtig/undFabel-Werck durchgezogen. Dises hatihne in emen hitzigen Eyfer/ und ver-anlasset/ solche vermessene Frau zubesuchen ; dero er dann nach erwrsenerHöflichkeit teutsch genug zu verstehengegeben/ daß er gantzwohl wisse/ wasda aus Gelegenheit seiner mulichcnPredig vorbey gegangen / setzte daraufmit so krafftigcm Zu pruch an sie / ihreIrrgläubige Meynung zu verlassen /welcher sonst gcnuglanr hätte seyn kön-nen sie zu überzeugen/ und zu überwin-den / allein vergebens. Weil er datlgesehen/ daß alle seine Zusätz an ihrerligeren/ und sich ihre Verstockungnur noch mehrete / hat er aus gerech-ter Forcht / sie möchte anderen mehr /sonderlich den sie angehenden solchesGisst beybringen/ von demMaaistrateinen Ausbott/ krasst welchen sie dieStadt/ und Beywohnung der Carho-lischen räumen müßte / ausgewürckt.Bey allen deme hat er doch vor sie ge-sorget/ und durch sein inybrünstigesGebest ihre Erleuchtung vom Himmelausgewürcker: Massen sie dann nacherkennten ihrem Irrthum/ dem sie auchabgeschworen/ der Catholischen Mey-N u n 2 nun-