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Von dem Gottseeligen Fidele/
nung beygefallen / und den von derRömischen Kirch gesetzten Articul desFegfeurs gar gern zugestanden. Wo-hin er auch immer das Wort GOttesvorzutragen besuchet worden / hat erjederzeit / und aller Orten solchen Nu-tzen geschafft / daß durch ihne gleichsamunzählbare Menschrn zur Lebens Bes-serung/ vile grosse Sünder/ beedenGeschlechts / zur ernstlichen Buß-Wür-ckung / und nicht weniger Uncatholischezur wahren Kirchen beredet worden.Es ist aber kein Wunder gewesen/daßseine Predigen solche Folgungen/ undgute Würckungen gestiffret. Serte-mahlcn diser seel. Diener GOttes nie-mahlen die Cantzel heftigen/ er habedann zuvor eine ganße Stund vor ei-nem Crucifix eyfrigist bettend sein Hertzerwärmet / und in Erinnerung des bit-teren Leydens Christi seinen Leibscharpff gcgeißlet- Nach der Predigwäre an statt pflegender Ruhe/ seinerstes Geschafft stch vor dem Altar ni-der zu werffen / das HochwürdiaisteGuth anzubetten/ und mit innmuthi-gen Seufftzen von der Göttlichen Ma-jestät fernere Gnaden-Hütff auszu-bringen. Die überige Zeit so wohlbey Tag/ als bey Nacht/ widmete ermeistentheils denen innerlich? Betrach-tungen / und Gemüths - Erhebungen/also/ daß seine Predigen nichts anderswaren/ als Auvtruckungender jenigenSinnen/ undGedancken/ die er durchlanges Gespräch in seinem Hertzen mitGOlt ausgelragen.
Wie das Wohlverhalten der Under-gebencn in einem Geistlichen Orden dieBeförderung zu höheren Aembterennach sich ziehet; also haben die vortreff,liche Tugenden / deren Glantz / undRuff ihren Besitzer P. Fidelem allerEhren würdig vorgestellet / seine Obrig-keit verursachet ihme / unangesehen erkaum 6. Jahr in dem Orden erfüllet /daß ihme ein Convent anvertrauet wor-den/ von welcher Promotion sich aus-zuschraufen erzwar alles vorgewendet.Allein die Demuth müste der Gehorsameweichen. Indem angetrettenen L)uar-dianat bcflisse er sich äusserist alle vonseinem Seraphischen Vatter in der Re-gul vorgeschribene Stuck mit möglichsterGenauigkeit zu beobachten; auch seinenBrüderen zu Gefolg der gleichfalls re-gularischen Obligenheit zu dienen - Da-hero hat er in Beyschaffung ihrer Noth-wendigkeiten einen solchen Fleiß / undSorgfälrigkeit angewendet/ als immerern recht-verliebte Mutter gegen ihrenlieben Minderen ZU thun vermöchte /und pstegtc. Denen Krancken aufdieDienst zu warten / hat er sich als sein
eigenthümliches Ambt allein vorbehal-ten/ und ausgedingt; über dise dast hater so getreulich/ und vätterlich gewachet/daß er ihnen im geringsten nichts abge-hen liesse: Er besuchte sie ohnsehlbahrallzeit zu Morgen / und Abends : Ersäuberte ihre Zimmerleui / er kragte ausihre Geschirr; er richtete zuihreBeth-lein ; und underliesse niemahlen nebenleiblichen Dienst-Erweisungen sie mttei-nem Geistlichen Zuspruch zur gedultigerErtraßung ihrer schmertzlichcn Kranck-heiten / und Gleichförmigkeit mit dembitteren Leyden JEsu Christi / und des-sen Göttlichen Willen aufrecht zu erhal-ten. Seine Brüder ermahnete er/ undwann es die Noth erforderte / straffereer sie auch/ aber auf eine solche Arth /daß man mit Händen greiffen hat kön-nen / seine Bestraffungen haben nigendsanders her / als aus einem wohl-mey-nenden Lieb-vollen Hertzen ihren Ur-sprung. Er ist in diser Eigenschafft de-nen Conventeren zu Freyburg in Ucht-land/ Reinfelden / und endlich zu Feld-klrch mit höchstem Vergnügen seinerOberen / und nicht wenigeren Eyfer derRegularischen Beobachtungen vorge-standen. Und wie bey denen Capuci-neren die Armuth zu ihrer genauen Hal-tung eine sonderheitliche Aufnrercksam-keit / und Eyfer erforderet; also hatauf dise der fromme Mann alles Ernstsgcrrungen/ unv an seiner eigenen Per-söhn selbe erscheinen gemacht. Derschlechte/ geflickte Habit/ der Abbruchin Speiß/ und Tranck/ die Entschla-gung aller auch geringsten denen Brü-deren / sonderbahr den Oberen unver-bottenen Sachen / seynd dessen klareZeugen. Ja so gar jener Dingen / diesonst der unentbährlichen Nokhdurfftgemäß schinen/ liesse er einen gesparsa-men Brauch zu. Wie oben angerüh-ret / so hatte er die strenge Gewohn-heit / schier daß gantze Jahr hindurchzu fasten. Absonderlich aber genösse er indem Advent / und Fasten nie einige ge-kochte Speiß / seinen Appetit nur mitBrod / und einer kleinen Portion jenerFrüchten/ die er nach der Zeit habenkönnte / abfertigend. Zu abend hat ergar keine Erquickung zu sich genommen/ausser da er etwann deß anderen Tagszu predigen hatte; in welchem Fall er einwenig Wein trancke. Dann / undwann wollten seine mitleydige Brüderjhne bereden / solche Strengheiten umetwas zu mäßigen; denen er aber nutfreundlichem Angesicht in Antwort be-gegnet : Vergleichen Verfahren mitdem Tech ist dem Gemüth ein mach-trge Bedeckung stlner Tugenden.In denen Älösteren/ die er zuversehenhatte/ wolle ernte solchen Vorrarh ge-stat-