Capuciritt/ und Märtyrer. 47 r
statten / der nur von weitem einem U-berfluß qlerchkte. So dannenhero ei-nige Gutthäser was mehrers freywilli-gen Allmoftns schickten / hak er es unterd^mürhiger Dancksagung eintweder zu-rück/ oder milderen Erlaubnuß ande-ren Armen Leuthen gegeben. So gardes jcnigcn Ocls/ worvon einiger Vor-rarh um so ehender sollte qebillichet wer-den / als er zur Erhaltung der vor demHochwürdigsten Sacrament den Altarsbrennenden Ampel erforderet ist/wolleer mehrer zu bettlen nicht erlauben / alsvor einen emtzigen Tag erklecklich. Miteinem Worr: Sein völliges Thun wä-re/ die R?gNl / und O»nllirurione8nachdem Buchstaben zu halten; zu welcherHaltung er auch so durch seine Exem-pel/ so durch seine Ermahnungen / undVefelch all andere angestrenget.
Ob er gleich Guardian / und abermit keiner anderetsVernchrung zu grös-serer Ehr GOktes beladen wäre / schä-mete er sich dannoch nicht / die Kirchen /und Kloster auszukehren / dem Gärt-ner indem Garten zu helstcn/dem Kochdas Holtz in die Kuchen zu tragen/unddre Schüsseln zu waschen / ja kein Ge-schafft wäre ihm zu verächtlich / welcheser nicht / seine lrebe Bruder dessen zuentheben / mit freudigen Händen an-griffe. Dergleichen Übungen der De-muth/ und Liebe underzoge er sich auchgar willig / denen Weltlichen zu gutem.Als dahero under wahrendem seinemTmardianat zu Feldkirch die allda / unddarum emquarkirte Oesterreichische Ar-mee mit einer gefährlichen Sucht gutenTheils angesteckt läge/ ware disesihmein erwünschte Gelegenheit seine Liebs-und Dienst s-Begwo gegen den Näch-sten zu erfüllen: Massen gleichsam allemit der Sucht schonbchaffrete Soldatenunder seine Obsorg gehöreren / denenzu dienen / lauffet er ohnermudet in dieSpithäler/ und Quartier; besuchte dieKrancken / vcrschaffete ihnen Lebens-Mittel/und rhunliche Artzneyen/ halte-te bey denen Bürgeren / und Osstcirenbittlich an / ihnen mit nöthiger Erqui-ckung aus dem Kraucken-Beth / undaufdle Fuß zu helffen / ja er stehet selbstin Ä rafft eines unterthänigist aufge-setzten Memorials / oder Bitt-Schrei-bens bey dem Durchläuchtigisten Ertz-Hertzogcn Leopolden von Oesterreichan/ er geruhele gnädigist seinen armenkrancken Soldaten einige Hülffs-Mit-tel anzuweisen. bind obwohlen sol-che Pestilenyische Kranckheit den äus-sersten Stapffei der Gefährlichkeit er-reicht/ hat ihne doch nichts abhaltenkönnen / die Apsstwte zu besuchen / ih-re Beichten anzuhören/ sie zu trösten/
und in ihren letsten Todts-Nöthen ih-nen beyzustehen. So hoch hat erseine Erbarmnuß gegen die Nothlcy-dende geknben/ daß er ihre faul-ey-terige Geschwür / und Wunden / wieauch andere ihre Unsauberkeuen gerei-niget/ ihre abscheuliche Lumpen mithöchster Liebe gewaschen/ welche de-müthige Liebs-und Dienst-Erweisunggemacht / daß allen Zuschauenden vorZackigkeit das Wasser m die Augen ge-schossen. Biß in die Gefangenschaff-ten/ und verschlossene Kercker hat sichseine Lieb erstrecket: In disen besuchteer gar oft die rnhafftirte Ubelthäter, siein ihren Ketten/ und Banden trösten-de/ und mit angemessener geistlichenZusprüchen ermunterende/ dise etwannwohl verdiente zeitliche Straffen mitErgebung in den Göttlichen Willen /und in Ansehung der darauffolgendenewigen Freuden verdienstlich/ und wil-lig zu übertragen. Er hat auch ftlb-sten vor sie Allmosen gesammlet / undzuweilen ihnen aus dem Kloster / nachZulaß unserer Armuth/ etwas zuge-schoben Manchem/ der durch denGerichtlichen Ausspruch allbereit eint-weders dem Henckers Schwerdt / oderdem Galgen zu einem Schlacht Opffergewidmet wäre/ hat er das Leben/manchem die Freyheit ausgebetten.Wann aber die Grösse der begangenenMissethaten einige der Begnädigungunwürdig machete / setzete er wenigistin disem sein Trost/ daß er sie biß zurUrtheils - Vollziehung hat begleiten /und zu einem glücklichen Eintritt derbevorstehenden Ewigkeit einleiten kön-nen.
Von eben diser aufrichtigen Liebeangetriben hat er auch Weiß/ und Weeggesucht / die Zerrüttungen der gegeneinander feindseeligen Gemütheren auf-zuheben. Gestalten er dann mehrdergleichen Händel mit solcher Klugheitbeygelegt/ daß ihme die allgemeineNachred zugewachsen: Daß er einrechter Engel des Fridens seye* Ineiner Begebenheit/ hat er fonderbahrdise seine Tugend offenbahr gemacht :Zu mehr gedachtem Feldkirch hat sichzwischen dem Herren de Brion Generalvon denen Reuteren / und einem ande-ren vornehmen Ofstcir der Ertz Herzog-lichen Oesterreichischen Armee eine sehrgefährliche Mißverständnuß erhoben /aus Anlaß/ weil etwann die Bezah-lung deren Soldaten aufden vertröstet-und verlassenen Termin nicht erfolget;worüber die Soldaten sechsten sich schonaufrührisch zu erzeigen anfiengen. DerGeneral mir 500. Mann beglenet/rucktaus in dem femdseeligen vorhaben/
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