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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Capuciritt/ und Märtyrer. 47 r

statten / der nur von weitem einem U-berfluß qlerchkte. So dannenhero ei-nige Gutthäser was mehrers freywilli-gen Allmoftns schickten / hak er es unterd^mürhiger Dancksagung eintweder zu-rück/ oder milderen Erlaubnuß ande-ren Armen Leuthen gegeben. So gardes jcnigcn Ocls/ worvon einiger Vor-rarh um so ehender sollte qebillichet wer-den / als er zur Erhaltung der vor demHochwürdigsten Sacrament den Altarsbrennenden Ampel erforderet ist/wolleer mehrer zu bettlen nicht erlauben / alsvor einen emtzigen Tag erklecklich. Miteinem Worr: Sein völliges Thun wä-re/ die R?gNl / und O»nllirurione8nachdem Buchstaben zu halten; zu welcherHaltung er auch so durch seine Exem-pel/ so durch seine Ermahnungen / undVefelch all andere angestrenget.

Ob er gleich Guardian / und abermit keiner anderetsVernchrung zu grös-serer Ehr GOktes beladen wäre / schä-mete er sich dannoch nicht / die Kirchen /und Kloster auszukehren / dem Gärt-ner indem Garten zu helstcn/dem Kochdas Holtz in die Kuchen zu tragen/unddre Schüsseln zu waschen / ja kein Ge-schafft wäre ihm zu verächtlich / welcheser nicht / seine lrebe Bruder dessen zuentheben / mit freudigen Händen an-griffe. Dergleichen Übungen der De-muth/ und Liebe underzoge er sich auchgar willig / denen Weltlichen zu gutem.Als dahero under wahrendem seinemTmardianat zu Feldkirch die allda / unddarum emquarkirte Oesterreichische Ar-mee mit einer gefährlichen Sucht gutenTheils angesteckt läge/ ware disesihmein erwünschte Gelegenheit seine Liebs-und Dienst s-Begwo gegen den Näch-sten zu erfüllen: Massen gleichsam allemit der Sucht schonbchaffrete Soldatenunder seine Obsorg gehöreren / denenzu dienen / lauffet er ohnermudet in dieSpithäler/ und Quartier; besuchte dieKrancken / vcrschaffete ihnen Lebens-Mittel/und rhunliche Artzneyen/ halte-te bey denen Bürgeren / und Osstcirenbittlich an / ihnen mit nöthiger Erqui-ckung aus dem Kraucken-Beth / undaufdle Fuß zu helffen / ja er stehet selbstin Ä rafft eines unterthänigist aufge-setzten Memorials / oder Bitt-Schrei-bens bey dem Durchläuchtigisten Ertz-Hertzogcn Leopolden von Oesterreichan/ er geruhele gnädigist seinen armenkrancken Soldaten einige Hülffs-Mit-tel anzuweisen. bind obwohlen sol-che Pestilenyische Kranckheit den äus-sersten Stapffei der Gefährlichkeit er-reicht/ hat ihne doch nichts abhaltenkönnen / die Apsstwte zu besuchen / ih-re Beichten anzuhören/ sie zu trösten/

und in ihren letsten Todts-Nöthen ih-nen beyzustehen. So hoch hat erseine Erbarmnuß gegen die Nothlcy-dende geknben/ daß er ihre faul-ey-terige Geschwür / und Wunden / wieauch andere ihre Unsauberkeuen gerei-niget/ ihre abscheuliche Lumpen mithöchster Liebe gewaschen/ welche de-müthige Liebs-und Dienst-Erweisunggemacht / daß allen Zuschauenden vorZackigkeit das Wasser m die Augen ge-schossen. Biß in die Gefangenschaff-ten/ und verschlossene Kercker hat sichseine Lieb erstrecket: In disen besuchteer gar oft die rnhafftirte Ubelthäter, siein ihren Ketten/ und Banden trösten-de/ und mit angemessener geistlichenZusprüchen ermunterende/ dise etwannwohl verdiente zeitliche Straffen mitErgebung in den Göttlichen Willen /und in Ansehung der darauffolgendenewigen Freuden verdienstlich/ und wil-lig zu übertragen. Er hat auch ftlb-sten vor sie Allmosen gesammlet / undzuweilen ihnen aus dem Kloster / nachZulaß unserer Armuth/ etwas zuge-schoben Manchem/ der durch denGerichtlichen Ausspruch allbereit eint-weders dem Henckers Schwerdt / oderdem Galgen zu einem Schlacht Opffergewidmet wäre/ hat er das Leben/manchem die Freyheit ausgebetten.Wann aber die Grösse der begangenenMissethaten einige der Begnädigungunwürdig machete / setzete er wenigistin disem sein Trost/ daß er sie biß zurUrtheils - Vollziehung hat begleiten /und zu einem glücklichen Eintritt derbevorstehenden Ewigkeit einleiten kön-nen.

Von eben diser aufrichtigen Liebeangetriben hat er auch Weiß/ und Weeggesucht / die Zerrüttungen der gegeneinander feindseeligen Gemütheren auf-zuheben. Gestalten er dann mehrdergleichen Händel mit solcher Klugheitbeygelegt/ daß ihme die allgemeineNachred zugewachsen: Daß er einrechter Engel des Fridens seye* Ineiner Begebenheit/ hat er fonderbahrdise seine Tugend offenbahr gemacht :Zu mehr gedachtem Feldkirch hat sichzwischen dem Herren de Brion Generalvon denen Reuteren / und einem ande-ren vornehmen Ofstcir der Ertz Herzog-lichen Oesterreichischen Armee eine sehrgefährliche Mißverständnuß erhoben /aus Anlaß/ weil etwann die Bezah-lung deren Soldaten aufden vertröstet-und verlassenen Termin nicht erfolget;worüber die Soldaten sechsten sich schonaufrührisch zu erzeigen anfiengen. DerGeneral mir 500. Mann beglenet/rucktaus in dem femdseeligen vorhaben/

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