480 Von den Gottseeligen Fidele /
sichereren Orth zu verbleiben.' MeinVisen bescheidet der unerschrockene mitfolgend^ Worten : Ich habe meinLe»bcn schon in die Hand meines HEr-rcn IEfu Christi / und seiner Aller-heiligsten Mutter übergeben. Ichförchtc den Todt nicht; aber wohlsorge »ch / vor dtscs heilige Orth /damit es nicht ctwann entehret / undentheiliget werde. Difes geredt/, ister hinausgegangen/ den ordinari Grüfchzuführenden Weeg antrettende. Kaumaber hat er etliche Schritt in der Kir-chen nächst anligenden Garten gethan;da kamen schon daher gelösten 20. mitSchwerdteren / Helleparten / undSternkolben / vilmehr aber mit Wuth/und Raach bewastneter Männer / über-fallen ihn mit vrlen Schmach-Worten;scheiteten ihne ein Gleißner / einenSchwartz - Künstler / einen Verführerdes Volcks / einen Zerstöhrer ihrer Re-ligion / stossen ihne mit Füßen/ schla-ge» ihne mit Fausten/mit trutzigen Be-deuten ; Er solle alfo gleich auf derStelle den Römischen Glauben gegendem ihrigen abtauschen / in Warge-rungs'Fall wäreihm der Todt so vil alsgeschlossen. Es umstunden dife ver-ruchte Gesellen das sanfftmüthige Lämrlein / alle Augenblick es anzufallen / undes in Stucken zu zerhauen / wann er sichnicht durch einen Abfall von der feint-gen/ und Beyfall zu der ihrigen Äir,
chen Calvinifch erklären wurde. Eraber von dem Himmel gestärckt jagt zuihnen: 'Cteinl meine liebe Bruder !nicht bin ich zu euch komcn / eueren fal-schen / und dem wahren Cathollschen/alicinsecllgmachenden gany zuwidri-gen Glauben anzunehmen; aber wohlbin ich kommen / disen euren falschenGlauben von eueren Herycn auszu-reuthen; euch nnt den Strahlen derH. Schrrfft zu erleuchten/ und in denwahren Schaaff-Stall Christi einzu-fahren. Inzwischen hat einer derselbenrebellischen Mörderen mit einem gewal-tigen Schwerd Streich ihme die ferne-re Red underbrochen / und also aufihnzugetroffen / daß er ihm das Haubtent-zwey spalten wolte. Weil aber ihmeder Hieb nicht recht angegangen/ ersetzteer mit nochmahl erhebten Schwerd sei-nen Fehler mit grösserem Gewalt / underöffnete ihm die Hirnschaal mit einersehr grossen Wunden. Ein anderer zer-quetschete ihln die Rippen mit einemgrausammen Streich: Und well der ge-treue Diener Christi sich auf den Füssennicht mehr erhalten könnte / sincket erauf seine Knye / erhebt seine Augen /und Händ gen Himmel / und rufst diesüsseste Nahmen IEsUs/ und Maria an.Da hat man gehört / wie er GOtt so
innigliche gebetten / daß er seinen Geistim Friden aufnehmen/und seinen Ver-folger vcrzeyhen wolle.
Von difem grausammen Schauspihlwaren sie im geringsten nichts bewegt /sondern sie haben ihren Wuth nur nochverdoppelt/ mit Helleparten seine Rip-pen durchstochen / mit Sternkolben fernHaubt zerquetschet / mit Spiessen / undDegen aus allen Seilen den Leib durch-bohret / und hat daß aller Orthen he-rausrinnende Blut sie nur mehr aufge-hetzet / ihme dessen Überrest noch vol-lends auszuzäpffen. Seinen Haupthaben ste 2z. seiner Brust aber 30. Wun-den zugebracht. Die Rippen auf derrechten Seiten haben sie ihme mit einemBrigel gantz zerschmetteret; aufder lin-cken Seiten aber den Schenckel biß aufdas Bein durchstochen. Dife unmensch-liche Metzgerey aber ist dem verliebtenFideli zu erwüschten Gleichförmigkeitmit Christo vorträglich gewesen: Dannwie in dlfem / also in jenem: A plantapedis usque ad verticem : Von der Fuß-sohlen an brß auf die Haupts^chairelwäre nichts anders zusehen als t 0 un>den über Wunden. Alsdann habendise Blutdürstige Rebellen den starck-müthigen Soldaten Christi in seinemBlut ligend verlassen/ glaubende/ erwerde von so vilen Streichen/ undWunden allbereit schon todt seyn. A-ber G-Okt / der ihne in seinem Leydenso standhafftig gesehen / hat ihme auchnoch auf eine Weil / und so lang dasLeben gefristet / biß nach etwann gestill-tem Getümmel Margarirha Gänserinvon Sevis / ein gut Catholisches Weibdorthin kommen / wo der GebenedeyieLew gelegen/ willens ihme die letsteEhr anzuthun. Allda hat sie den Die-ner Christi auf der Erden ligend / mitgen Himmel eröffneten Augen noch ath-mend angetroffen; der aber in ihrer Ge-genwarth seinen glückfeeligsten Geist un-der dem letsten Athem-Zug aufgegeben.Dise erbärmliche Niderlag war den Un-menschen ein Mlaß zu triumphiren.Sie schleppenden todten Leichnam vondem Orth deß Schlacht -Bancks hin-weg / sie stossen ihne mit Füssen / daeiner/ dort einer/ sie pocheten mitsol-len Maul: Sehet da den jenigen/deekurtz zuvor alle wollte zu Papistenmachen ! Sehet hier den Feind Calvi-ni, und Zwinglii | Sehet! sehet denjenigen / der unstrer Religion den lcr-stenTruck anzubrmgk sich underwun-den / sehet ihn da under unseren Füs-stn.
Es verdienet alle Verwunderung /was die Todschläger selbsten dißsalß gül-tige/