4«<5 Von dem Gottseeligen Fidele/
feit) von augenscheinlicher Feurs - Gerfahr gahlmgen errettet worden; wira-ber dessen Erzehlung schon oben einge-führet: Solle gleich das andere nichtminderer Verwunderung Giaubens-würdige Mirackel der Anfang seyn/ sosich mit einer Closter-Frau/ SchwesterLäciliaMunsingerin / Cisterzienser Or-dens/ Convenmalin zu Denniken er-geben. Dise hatte einen Zustand anihrer rechten Brust/ welcher lhro in die14. Tag lang unaussetzliche/ und solcheSchmertzen verursachete/ daß sie inwährender diser Zeit Lag/ und Nachtanders nichts vermöchte/ als zu achtzenund zu winßlen. Über daß so gestattetenihr auch dise Schmertzen nicht einmahlsicher zu athmen ohne Verdopplung ver-festigen : Massen sie auf jedem Athem-Zug an dem fchadhafften Orth solcheStich auszustehen hatte/ worvonsie zusterben vermeynte. Die tugendlicheSchamhafftigkeit hat ein geraume Zeitihr nicht zugeben wollen/Visen Zustandjemand zu entdecken. Wie aber dreHeffrrgkeit der immer zunehmendenSchmertzen ihro eine Ohnmacht überdie andere beygebracht; hat sie ihrschmertzliches Leyden der Vorsteherineröffnet / und sie innstandig um Hülff-Mtttel gebetten. Die Abtißln solchewie glüende Kohlen entzündete / undhoch - schwartz geschwollene Brust erse-hende / hat auS hrrtzUchem Mitleydenaufaefchryen: D wehe meine liebeSchwester l wir scynd nicht mehr mder^ert/vonmenschlichenMittlen eineHülss zu hoffen: Ihr müßt nur vonGOtc ein kNwackel begehren. Ichhabe bey mir einen Abschnitt von demHabit deß Gottseeligen MärtyrersFrdelis / auf dessen Verdienst / undVordrer der gütige G<vrt beständigneue Wunder würcket: Nehmet hinda dsses Hciligthum / leget es aufdasschmertzhaffre <l>rth/ und erwecket ei-ne unzweifflende Zuversicht cucrc Ge-fundhelt gantz gewiß zu erlangen.Die Krancke gehorsamt / nihmt daßkleine Flecklein von der Abrißm an /zeichnet die Brust mrt dem H. Creutz /und leget es in andächtigem Vertrauenaufden Schaden / den seeligen Märty-rer um seine Hülff anrüstende. Wun-der 1 in demselbigen Augenblick empfin-det sie ein völlige Nachlaß der Schmer-tzen. Hierauf hat sie etliche Stundgantz süß eingeschläfferet geruhet. Sobald sie morgen erwacht/ hat sievor al-lem anderen ihr allbereit Schmertzen-freye Brust aufgebunden / und mit freu-digen Wunder gesehen/ daß samt derBeschulst auch die Entzündung sichwahrhafftig verlohren / und die völligeGestalt der anderen durchaus bekomm
men habe. Sie laufft gleich der Abtis-sin zu/ ihre Freud/ und gäntzlicheGe-nesung zu erzehlen. Dise legt ihr aufalsobald mit Bettung eines H. Rosen-krantzes/ und anderer Andachten lhreErkanntlichkeit gegen disem Himmli-schen Gutthäter abzustatten; deme sieauch nachgekommen / solche Vortrefsti-che/ durch die Vorbitt deß seeligen Fi-delis von GOlt erhaltene Gnad in ih-rer lebenlänglrch danckbahrer Gedächt-nuß herumtragende.
Eine Edelfrauzu Feldkirch Euphro-sina Papußin hat ein Knäblein geboh-ren/ und Paul Franciscus tauffen las-sen. Etliche Tag nach der Geburthhat sie wahrgenommen / daß das einteAug deß Kinds von einem beständigenFluß aller wässerig / mit einem dickenHäutlembedeckt/ aufgeschwollen/undendlich gar aufgebrochen wäre; alsozwar daß der Augapffel verderbt/ undvon der Feuchtigkeit der scharpffcnMa-tery verzehret / alle Hoffnung benom-men/ baß dises Aug die Krafft zu se-hen mehr habe / oder haben werde :Drses um so weniger als sie sich erin-nerte/ dem Vatker/ und dem Groß-vatter deß Kmds eben dergleichen Un-glück zugestoßen zu seyn; dessen es dannsorglich ein unglückseeliger Erb seyn wur-de. Gleichwohlen kragte sie das Kind
auf ihren Armben in Vie Kirchen der
P.P. Capuciner/ wo das Haupt deßseeligen Märtyrers Fidelis lerne Be-halknuß hatte; opfferte etliche Wachs-Keryen zusamt eurem seidenen Kelch-Lüchlein/ und verbindet sich gelübdlich/wofern der Allmächtige e»)Ott durch dieVerdienst des seeligen Märtyrers ihremKind das verlohrne Aeuglein wider her-stellen wurde/ alle Jahr den Tag seinerMarter mit einer Beicht / und Com-munlvn/ und sonsten noch feyrlich zuhallen. Sehet ein Mirackel! sobaldnur das Gelübd ausgesprochen/ hat siedem auf ihrer Schooß ligenden Kindeinen Blick gegeben / und dasselbige mitgantz hellen /glantzendcn/ und vollkom-men gesunden Augen / und also gebär-det befunden / samt wolle es ihro mitlächlendem Mund/ und aufsie gerichte-ten Aeuglein das Wunderwerck mit ei-nem neuen Wunderwerck erzehlen.
Nicht weniger denck - als Wunder-würdig wäre auch die gahlinge Gesund-werdung Caspar Stiger von Gisingen:Es wurde diser 5. gantzer Jahr mit der-gleichen Schmertzen in dem Ruck - Ge-rad gefolteret i welche die Erträglich-keit allerdings übersteigten; dahero ersich mehrenrheils zu Beth halten/oderaber nur mrt Vergrößerung seiner Lcy-
den-