Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
Seite
492
JPEG-Download
 

4 Ti Von dem Gottfteligcn Fidele/

schen auökundschastten ; dahero allenWiderstand thun könte. In solch ge-fährlicher Bewandtnuß wüste der from-me General anders nichts / als' daßer den seeligen Märtyrer Fidelem umseine mächtige Bedeckung / und Be-gleith anrüstete ; so er auch mit aufer-hänlichstcr Andacht gethan. Bey an-brechendem Tag ( wohl ein schönesWunder) hat er wahrgenommen / wieein aufsteigendes kleines Nebelein sichan dre Stirn des feindlichen Heers be-lageret / sich nach / und nach also aus-gebreitet / und so dick worden / daßdie Feind gleichsam in eine dicke Fin-sternuß eingewicklet. Solcher so er-wünschten Gelegenheit bediente sich derHerr General um so ungesaumbter /als er dise für einen von dem Himmel/halt von.dem seel. Fideli veranstaltete- Kriegs List hielte. , Besteiget dan-ncnhero mit den seinigen den Berg /durchschneidet den Nebel/ und erreichtden obersten Berg-Gipste!: AUwodieArmee die vollscheinende Sonnen / zu-mahlen ihre Feind im Angesicht hatten.Der Angriffder Rebellen wäre daser-steGeschafft/ welche mehr von der un-verhofften Ankunfft der Catholischen/als von dem Anfall entsetzet/ ihr Heyl'über Kepff/ und Hals in der Fluchtsuchten. Dise so beglückte Einnamdes Engaddiner - Passes machte dieSoldaten glauben/ sie wurden nun-

mehro der Rebellen halber schon ftyrenkönnen. Dahero sie Parthey-weißhin / und her / und ausgestreiffet dieverlassene Dörfler zu plünderen. Ent-mischen aber bekommt Herr Generalgewisse Nachrichten / daß sich die Feindan einem vortheilhafftigen Orth schonwider versammlet / und im Anzug wa-ren sie anzugreisten. Hierauf dannlaßt Herr General an alle Soldatenscharpffe Hrdre ergehen/ sich bäldist un-ter ihre Fahnen zu begeben. Alleines wäre dises wegen weitschichtiger Ent-fernunq der mehresten unmöglich/ da-hero wäre er genöthiget/ mit etlich we-nigen der Seinigen zusammen geraff-

ten sich gleichwohl in Gegenwart z»stellen/ und dem in der Anzahl ihmweil überlegenen Feind den Kopff zubreten. Dises rucket aus / das ge-ringe Catholifche Häuffelein dem Wuthseiner angezündten Waffen auszuopffe-ren; wie es dann nicht änderst Men«schen - möglich wäre / und sich Herr Ge- >neral/ wie er nachgehendö selbsten ge-standen / schon darein ergeben. Indiser äussersten Noth wurde ihm nichtmehr/ als daß er sein Hertz/ Augen/und Bitt gegen dem seeligen P. Fide-li richtete/ dessen Hülst flehentlich an-rüstende. Indem beede Kriegs-Heereinander das Weisse in den Augen er-sahen / Erscheinet der seelige MärtyrerFidelis in sichtbahrlicher Gestalt orber dem Haupt der Catholischen ; derdann dise mit Muth anfeurete/ jeneaber mit trutzigen Anblicken/ und bli-tzenden Augen also erschröckete/ daßHerr von Salis ihr General solchesnimmer zu ertragen vermöchte/ deß-wegen auffchrye : Scher da den Bru-der / der von uns ist umgebracht wor-den l sehet ich kenne ihn gar wohl:Er ist selbsten mit denen Papistenvereiniget/ er streitet für alle / erligt uns auf dem Hals/ und will uns 'alle aufgemetzgcr wissen. Alsoschreyend ist er mit den Seinigen ver-zweifflet darvon gelösten / mit deren

solcher Niderlag/ vergleichen nicht bald

erhöret worden. Es gedunckre dieflüchtige/und erschrockene/als ob ih-nen der seelige Fidelis auf deren Halssitzete. Das Oesterreichische KriegS-Hecr von disem wunderthatigen Luc«curs des seel. Fidelis unterstützet/ hatdie aufrührische Pündtner unter dieFüß / und zur Gehorsamme gebracht.Ist dahero der allgemeine Rüst ent-standen/ daß diser Glorwürdige Mär-tyrer an demselbigen Tag der Armeedes Ertz-Hertzoges Leopoldi eine vor-treffliche Victori/ sich selbstenaber eine unsterbliche Ehrverursachet habe.

Andere vornehme von dem Hochwürdigsten

Bischofs zu Chur rechtlich zusammen verfassete Wunderwerck.

cap- 9 . die Seelige noch auf Er- rungen für genehm/ und nihmt sie mit

den die Eigenschafft gehabt günstiger Hand auf: Aber mit ebenmir eben der jenigen Hand/ diser schüttet er auf die Andächtige ei-mit welchen sie von anderen nen Überfluß der Gnaden. Dise allehaben Gefälligkeiten angenommen / Stuck-Weiß zu erzehlen / erforderteGnaden auszutheilen ; werden sie sol- es ein Werck / welches die Schranckenche auch noch m dem Himmel behalten, vorgenommener Kürtze überschreirete ;Ein Prob hiervon ist unser seelige Fi- allermassen in einer eintzigen Untersu-delis / diser haltet die an ihn geftelte chung / welche der Hochwürdigiste Bl-Vertrauen/ Andachten / und Vereh- schoff zu Chur Anno 1644. und 1645.

ae-