Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Capucmer/ und Märtyrer.

Schalten/ 14?- sehr herrlich rund au-genscheinliche Wunderzeichen eingekom-men / und verzeichnet/ auch mit ge-schworener Gezeugnuß besteiffet wor-den ; deren um diser History ein Endzu machen/ nur noch etliche einführenwill.

Erstaunlich ist/ was der Anna Wein-gerin von Preisingen zugestanden. Esist disem ehrlichen Weib auf den Weegin einem Feld ein Mann von einer sol-chen unnatürlichen Gestalt / dergleichensich niemand einbilden könnte / begeg-net. Seine Augen waren hoch aufge-schwollen/ und wie feurige K ohlen ent-zündet ; das Angesicht zum hestlrchstenverstaltet; der Halst von 2. abhängen-den Kröpften abscheulich / Summa leinlauteres Monstrum. Das Weib des-sen näher ansichtig / hat nicht gewust zuurtheilen / ob difes ein Mensch / oderein Teufel wäre. Er laufft ihr nach inden Gebärden sie zu umhalsen. Sieaber überlauth schreyende / flöhe auchaller Möglichkeit/und in solcher Forcht/daß sie darvon hätte sterben mögen.Weil sie eben zu disem Unglück schwan-ger gienge / hat der Schröcken ihrerEinbildung die heßliche Gestalt dermas-sen iebhafft eingedruckt / daß selbe demseiner Zeit gebohrnen Knäblein anhän-gig verblieben. Massen diies in denAugen/ Angesicht/ undKröpffendem

angesehenen Wunder - Thier gantz ähn-lich wäre. Da die Mutter / und Hauß-genossene dises erschröckliche Schau,pihlersehen / ist nicht auszusprechen / mitwas für einem Grausen / und Schrö-cken sie überfallen worden; nicht wissen-de / was sie mit diser Mißgeburt an-fangen sollten. In solcher Verwirrung'werden sie schlüßig das Kind nacherFeldkirch in die Kirchen deren Lapuci-neren zu tragen/ und alldorten in jeneCapellen zu legen/ wo die Heylrhumdeß fteligen Märtyrers verehret wer-den/ in unzweifflender Hoffnung / all-dorten Gnad zu erlangen; nachdeme dieEiteren ihr Andacht verrichtet/ hat sichim Augenblick dise unnatürliche Gestaltin eine annehmlichere veränderet; undüber etlich Tag scynd auf Berührungeiniger Heylthumer deß seeligen Mär-tyrers die Kröpft/ und andere förchtigeUnformen verschwunden / und das Kindhingegen gantz sauber erschinen.

Die Kloster-Frauen zu Altenstattnächst Feldkirch litten den großen Man-gel an Wasser; haben deßwegen einenBrunnen/ oder Elstern zu graben an-gefangen. Aber wie tieffer die Arbei,beiter in die Erde hinab getrungen / jemehrer trückne / und Dürre haben sieP. F. Mwrer, Die H. Schweitz.

gefunden. Die gute Kloster-Frauendises ersehende / haben ihre Zuflucht zudem Diener Christi gesaftet / und des-sen Reliquien zu Feldkirch mit andächti-ger Verehrung besuchet. Und sehetWunder! in demselbigen Augenblick/dasie auf der Erden knyend den seeligenFidelem um Wasser-Hilffangeschryen /ist eine reiche Huell herfür geschossen /welche so vil Wassers hergegeben / daßwann schon um / und um wegen grosserTrückne ein allgemeiner Mangel ent-standen/ dannoch der Kloster-Brunnenallzeit in allem Überfluß Wasser-reichwäre / woraus nicht nur die Kloster-Frauen/ sondern auch die Nachbahrendie Nochdurfft zu schöpften hatten.

Johannes Schmid hatte ein Töch-terlem/ Eatharina mit Nahmen / wel-ches von denenKinds-Btatteren anderZungen dermassen verderbt wäre / daßes nach gantz verlohrner Red etlicheMonat stumm verbliben. Die mitley-dige Mutter hat em Menge deren Mut-len versucht / aber ohne dre mindisteWürckung. Sie geht mit samt demKind nacher Feldkirch / und ln die Ea-peli/ wo die Reliquien deß seeligen Fi-delis in Verwahrung stunden. Nachalloa verrichtetem kurtzen Gebett fungedas Kmd an ein wenig zu stammten /und gienge darmil nacher Haust. Sieführet es daß andere mahl dahin/ undhöret aufder Stelle deß pflegenden Ge-bens es etliche vornehmliche Wort da-her sprechen. Auf die dritte an bemeld-les Drlh angestellte Wallfahrt / undabgelegte Andacht bekommt daß guteKind die vollkommene Red / an wel-cher sie alle andere ihres gleichen über-trafte.

Vil andere haben auch Gelübd ge-than/ die Heylthumer zu Feldkirch zubesuchen ; und haben darburch augen-blicklich ihre Gesundheit erhöhtet.

Simon Sonderberger wurde vonhefftlgem Fuß-Schmertzen erlediget.

Eatharina Neyerin an einem vil-fältrg / und übel verwundeten Armbgeheylet.

Johannes Ziegler von Mutterleiban mit der Beschwärnuß zu reden ver-unglücket; mit emer gantz fertigen Redbeglücket.

Georg Pimpel von der jährigen /und harten Fieber-Plag befreyet.

Maria Bayerin auch vom Fieber /und gäntzlicher Krafftlosigkert deßArmbs.

Qqq 2 Ehrst