Capucmer/ und Märtyrer.
Schalten/ 14?- sehr herrlich rund au-genscheinliche Wunderzeichen eingekom-men / und verzeichnet/ auch mit ge-schworener Gezeugnuß besteiffet wor-den ; deren um diser History ein Endzu machen/ nur noch etliche einführenwill.
Erstaunlich ist/ was der Anna Wein-gerin von Preisingen zugestanden. Esist disem ehrlichen Weib auf den Weegin einem Feld ein Mann von einer sol-chen unnatürlichen Gestalt / dergleichensich niemand einbilden könnte / begeg-net. Seine Augen waren hoch aufge-schwollen/ und wie feurige K ohlen ent-zündet ; das Angesicht zum hestlrchstenverstaltet; der Halst von 2. abhängen-den Kröpften abscheulich / Summa leinlauteres Monstrum. Das Weib des-sen näher ansichtig / hat nicht gewust zuurtheilen / ob difes ein Mensch / oderein Teufel wäre. Er laufft ihr nach inden Gebärden sie zu umhalsen. Sieaber überlauth schreyende / flöhe auchaller Möglichkeit/und in solcher Forcht/daß sie darvon hätte sterben mögen.Weil sie eben zu disem Unglück schwan-ger gienge / hat der Schröcken ihrerEinbildung die heßliche Gestalt dermas-sen iebhafft eingedruckt / daß selbe demseiner Zeit gebohrnen Knäblein anhän-gig verblieben. Massen diies in denAugen/ Angesicht/ undKröpffendem
angesehenen Wunder - Thier gantz ähn-lich wäre. Da die Mutter / und Hauß-genossene dises erschröckliche Schau,pihlersehen / ist nicht auszusprechen / mitwas für einem Grausen / und Schrö-cken sie überfallen worden; nicht wissen-de / was sie mit diser Mißgeburt an-fangen sollten. In solcher Verwirrung'werden sie schlüßig das Kind nacherFeldkirch in die Kirchen deren Lapuci-neren zu tragen/ und alldorten in jeneCapellen zu legen/ wo die Heylrhumdeß fteligen Märtyrers verehret wer-den/ in unzweifflender Hoffnung / all-dorten Gnad zu erlangen; nachdeme dieEiteren ihr Andacht verrichtet/ hat sichim Augenblick dise unnatürliche Gestaltin eine annehmlichere veränderet; undüber etlich Tag scynd auf Berührungeiniger Heylthumer deß seeligen Mär-tyrers die Kröpft/ und andere förchtigeUnformen verschwunden / und das Kindhingegen gantz sauber erschinen.
Die Kloster-Frauen zu Altenstattnächst Feldkirch litten den großen Man-gel an Wasser; haben deßwegen einenBrunnen/ oder Elstern zu graben an-gefangen. Aber wie tieffer die Arbei,beiter in die Erde hinab getrungen / jemehrer trückne / und Dürre haben sieP. F. Mwrer, Die H. Schweitz.
gefunden. Die gute Kloster-Frauendises ersehende / haben ihre Zuflucht zudem Diener Christi gesaftet / und des-sen Reliquien zu Feldkirch mit andächti-ger Verehrung besuchet. Und sehetWunder! in demselbigen Augenblick/dasie auf der Erden knyend den seeligenFidelem um Wasser-Hilffangeschryen /ist eine reiche Huell herfür geschossen /welche so vil Wassers hergegeben / daßwann schon um / und um wegen grosserTrückne ein allgemeiner Mangel ent-standen/ dannoch der Kloster-Brunnenallzeit in allem Überfluß Wasser-reichwäre / woraus nicht nur die Kloster-Frauen/ sondern auch die Nachbahrendie Nochdurfft zu schöpften hatten.
Johannes Schmid hatte ein Töch-terlem/ Eatharina mit Nahmen / wel-ches von denenKinds-Btatteren anderZungen dermassen verderbt wäre / daßes nach gantz verlohrner Red etlicheMonat stumm verbliben. Die mitley-dige Mutter hat em Menge deren Mut-len versucht / aber ohne dre mindisteWürckung. Sie geht mit samt demKind nacher Feldkirch / und ln die Ea-peli/ wo die Reliquien deß seeligen Fi-delis in Verwahrung stunden. Nachalloa verrichtetem kurtzen Gebett fungedas Kmd an ein wenig zu stammten /und gienge darmil nacher Haust. Sieführet es daß andere mahl dahin/ undhöret aufder Stelle deß pflegenden Ge-bens es etliche vornehmliche Wort da-her sprechen. Auf die dritte an bemeld-les Drlh angestellte Wallfahrt / undabgelegte Andacht bekommt daß guteKind die vollkommene Red / an wel-cher sie alle andere ihres gleichen über-trafte.
Vil andere haben auch Gelübd ge-than/ die Heylthumer zu Feldkirch zubesuchen ; und haben darburch augen-blicklich ihre Gesundheit erhöhtet.
Simon Sonderberger wurde vonhefftlgem Fuß-Schmertzen erlediget.
Eatharina Neyerin an einem vil-fältrg / und übel verwundeten Armbgeheylet.
Johannes Ziegler von Mutterleiban mit der Beschwärnuß zu reden ver-unglücket; mit emer gantz fertigen Redbeglücket.
Georg Pimpel von der jährigen /und harten Fieber-Plag befreyet.
Maria Bayerin auch vom Fieber /und gäntzlicher Krafftlosigkert deßArmbs.
Qqq 2 Ehrst