Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
Seite
494
JPEG-Download
 

454 Von -cn Gottseeligen Fidele t

Christina Mattin von der Blind-heit eines Augö.

Barbara Schnetzlerin vonzweyjäh-riger Marter bald unerträglicherHaupt-Schmertzen.

Anna Lenglin von schmertzlicher auchzwey Jahr wahrender Verkrämpstungan beeden Armben.

Agatha Schmidlinvon unnatürlicherAufschwellung deß Angesichts / so ihrden Brauch derAugen völlig benommen.

Margaritha Sonderbergerin voneinem gantz verzweifflenden Schaden.

Jodocus Seemann von dem aller-hefftigsten Wehethum in gantzen Leib.

Johannes Sturm von einer gewis-sen Forcht / welche ihn beständig mitkränckender Angst beunruhigte.

Ursula Nachbäurm ein Mägdleinvon denen häfitigen Güchteren.

Anna Lehenherin von einem aben-theurischen Geschwür in der Nasen.

Johannes Roher von einem unheyl-samen Apostem an dem Schenckel/ anwelchem alle Barbierer erlegen.

Disealle/ wie auchvile andere/de-ren Nahmen Kürtze halber umgehe /haben nach Anruffung der Verdienstendeß seeligen Märtyrers Fideliö die er-wünschte Gesundheit erlanget. Eineran beeden Füssen gantz gelähmet / ste-het/ und richtet sich auf/ gehet ohnge-hinderet davon. Ein anderer mit ei-nem krummen Fuß wird gantz gerad /und aufrecht. Zwey mit umgedrehetenFüssen. Ein anderer mit umgekehrterHand bekommen dise ihre Glider zu ih-rem natürlichen Stand. Ein Gehör-loser erhaltet das Gehör. Zweymit Leib - Schäden wer-den gesund.

Auf die Vorbitt des seeligen Märtyrers

werden Todte zum Leben auferweclt.

e*?, jo- der Todt ist der Tugend sein Weib der Geburts-Gefahr/ und

rinßbahr / und muß auf dero er samt ihr der Todes Angst entbunden

Befelch jene lebendig zurück ge« worden. Und sehet die erste Gnad

ben/denen er sich durch sich be- durch unseren seeligen Märtyrer! diemaisteret. Die Tugend-Macht deß seeli- hierüber entstehende Freud warde abeegen Fidelis erstrecket sich nicht nur in gar bald eingestellet / und in großendas Reich der Lebendigen / sondern Schröcken verkehret; indeme die Mut-auch in jenes der Todten/ aus welchem tcr gesehen/ daß das jeniqe so sie zueer ihrer vil erwecket. Welt gebracht/ nicht anders / als ein

stinckender schwacher / ungestalteterSebastian Wassers Haußfrau in Cörper wäre / ohne das wenigste Lerdem Dorff Mainlngen / ohnweit Feld- bens-Zeichen. Solches kümmerte die.kirch / kan diser wunderthätigen Gnad arme Kindel-Becherm über alle Massen/Zeugnuß geben. Dise arbeitete schon als welche dises / sonderbahr aber dievil Täg nach einander mit härtisten Ge- aus Abgang deß H. Tausss in so weitburts - Sckmertzen / und Tods - Ge- verlohrne Seel mit vilen bitteren Zähe-fahr ihrer Leibs - Frucht entbunden zu rev beweinte. Ihr Mann aber bringetwerden. Setzte gleichwohl zu dem ihro Hertz / und Vertrauen bey / denBronnen aller Gnaden / der Seelig- seeligen Fidelem mit neu / und festemsten Jungfrauen Maria ihr eintzige Zu- Glauben anzurüsten ; wer weißt / obflucht; rüstet dise mit Gelübd/ und eyf- wir Visen nicht auch in solchem anderemrigsten Gebett um ihren Allermächtigi- Creutz hülffreich erfahren werden? Ge-sten Beystand an. Die Himmels-Äö- sagt / gethan: Und mercket nun die an-nigin aber wollte vor dißmahl dem see- dere Wunder - Gnad! Seithenmahlenligen Märtyrer Fidelis die Ehr / und indem beede ihre vertraulich bittendeGelegenheit überlassen/ sich vermittels Hertzen gegen unserem seeligen Martyreines vortrefflichen Miraculs auf Er- rer ausgiesseten / werden sie an demden berühmt zu machen / und erhörte nach allerfleißiger Erfahrnuß todt be-das Gebett nickt. Der Mann über funden/und geglaubten Leib einiger Le-den leydigcn Zustand seines Weibs biß bens-Zeichen gewahr. Und damit daszur Kleinmüthigkeit gestürtzet/ wendet Miracul recht heraus komme/ hat dassich zu dem seeligen Märtyrer Fidell / Weyland todte Kind die Augen eröffrund in K'rastt dessen hoher Verdiensten net / und nickt allein lebendig / sondernschreyet er mrt lebendigen Glauben Hertz- vollkommen gesund; ja auf eine sonder-inniglich zu Gott. Worauf gleich bahre Weiß gantz fröhlich / und starck

er-