merkt auf, und uns machte, wie diese, ein jedes Jahr älter, undgrößer. Aber nein ! nie vergaffen wir der zärtlichsten Mutter;jene heiße Liebe, welche in unsern jungen Herzen selbst die mütter-liche Sorge angezündet, brannte bey zunehmenden Jahren immerhöher auf: immer mehr, und mehr erkennen wir die besondere müt-terliche Treue, die fromme Mutter-Liebe, und kluge Sorgfalt,die wir in unsrer Jugend genossen, die aber unser Dank auch nichtzu bezahlen weis.
Deßwegen war unser einziger Wunsch, und unsre Bittebey dem Herrn : Erhalt unsre Mutter ! beschütze Sie, und ih-re Töchter unter dem Schatten deiner Flügel! — wir fteuetenuns unaussprechlich, und dankten dem liebsten Gott, so oft seineunendliche Güte Ihr, der besten Mutter, wieder neue Wohltha-ten zugeschicket ; sahen aber beynahe jedesmal mit nassem Auge,und schlagendem Herzen dem Unglücke entgegen, das über ihr sogutes Haupt verhänget war. — So wechselten manigfältigerWeise Freude, und Schmerzen ab, doch allezeit mit dem glück-lichen Erfolge, daß der barmherzige, und gutthätige Himmel je-den Unstern, der oft die fürchterlichsten Uebel drohete, in einenGlückesstern wundersam verwandelte. Nämlich der Herr hat al-les nach seiner Weisheit gemacht. (d >
Und nun sehe ich, was wir von Ihm begehrt haben; (?)Zeiten, und Alter sind geändert, unsre Mutter ist, und lebet vonder Allmacht neu gebohren, auf Glück, und Segen ruhet sie,die Wissenschaft ist ihre Zierde, die Weisheit ihre Krone, und
ihr Schild des Herrn starker Arm.-Ich stehe wirklich
auf einer Kanzel eines neu erbauten, und neu eingeweihten Tem-pels, der um so viel herrlicher empor gestiegen, als schmerzvoll sei-ne Zerstörung gewesen. — Und ich stehe da, um bey seiner fey-erlichsten Einweihung in den Herzen meiner Zuhörer festes Ver-trauen auf unsern getreuen Gott einzuflößen, Liebe, und Andachtzu vermehren. — Wie werde ich es machen ? — Vater! ich
weis
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