Redet ihr armen Unterthanen! wie mancher Vater, der da Brodverdiente, wurde nicht auch zu gleicher Zeit der Erhalter seinerarmen Gattinn, seiner vor Hunger schmachtenden, und nach Brodwinselnden Kinder 1 Gott! welch eine Wohlthat, daß armseligeZeiten kein Hinderniß waren dir einen so schönen Tempel zu bauen!
Auch Salomon baute, aber er baute zu einer Zeit desUeberflusses, zu einer Zeit, wo man das Silber so wenig achte-te, als die Steme auf den Strassen. (o Allein bauen zur Zeitder Noth, und des Mangels kann nur die gütige und mächtigeHand Gottes. Der Herr wird Gion trösten, und alles auf-richten, was verfallen ist.
Schon waren diese Mauern bis über die Helfte gestiegen;schon stunden diese kostbaren Säulen. Aber sehen sie abermal einfürchterliches Hinderniß, das sie bis in Grund hatte zerstören sol-len , wenn nicht die göttliche Vorsehung für sie gewachet.
Der fünfte Lag des Brachmonats im Jahre 1775. ist es,an den ich nur mit Schauer und Schrecken gedenke. Frühe mor-gens zwischen 5. und 6. Uhr schwärzet sich der Himmel. Diedonner und blitzdrohenden Wolken hangen bis in die Tiefe unsersThales hernieder. Auf einmal und ohne zuvor einen Donner ge-hört zu haben, entladen sie sich mit einem entsetzlichen Schlag.Der Blitzstral ergreift eines der Nebengebäude. Schon wardie Flamme über dem Dache zu sehen, schon war alles in der größ-ten Bewegung, indem man die Herumstehenden, und mit diesenauch das kaum wieder hergestellte Klostergebäude in der größtenund augenscheinlichsten Gefahr erblickte. Ich weinte, hochwürdig-ster Fürst und Abt! als ich Sie dort in ihren Reisekleidern aufden Platz berabkowmen sah. Himmel! sagte ich mit einem be-benden Herze und Lhränenvollen Augen, (und welcher gutgesinn-te Blasianer wird nicht wenigst so gedacht haben? ) kaum sindwir in diese Mauern eingezogen, und Ltzt schon ! itzt schon sollen
wir
(§) i. Parat. c. /. V. 1 j.