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Lust, und Liebe zum Todt, sambt der grossen Kunst Gottseelig zu sterben : dass ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Todt nit förchten, sondern mit Begird standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle sambt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Todt bereiten, wohl, und glückseelig Sterben könne / beschriben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen dess Fürstl. Gottshauss St. Gallen
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Cicero sagt: Die Natur hat unshier ein Herberg geben/ einzukehren/ritt beständige Wohnung zu haben; Soseyen weit von uns/dise alte Weiber-Possen / daß Sterben ein Elend seye.

Dann weilen es doch einmal mußgestorben seyn/ was ligt daran / ob einerstüher/ oder späther sterbe. Wir kom-men endlich alle zusackcn/ einer früher/der ander späther.

Etliche seynd vor tausend/ etliche vorhundert/ etliche vor zehen/ etliche voreinem Jahr/oder erst gestern gestorben;Etliche im ersten/änderten/ zwanzig-sten / fünffzisten / achtzigsten / hundert-sten Jahr ihres Alters / jetzt seynd sieolle gleich todt. Was haben die jenige/so länger gelebt / mehr/ als andere? sieseynd doch todt.

Weilen dann der Todt unvermeiden-lich ist/ und es doch einmal seyn muß/solle selbigen niemand fürchten/ sonderhertzhasst außstehen/ und die allgemei-ne Schuld der Natur willigllchbezahlen.

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