Buch 
Lust, und Liebe zum Todt, sambt der grossen Kunst Gottseelig zu sterben : dass ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Todt nit förchten, sondern mit Begird standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle sambt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Todt bereiten, wohl, und glückseelig Sterben könne / beschriben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen dess Fürstl. Gottshauss St. Gallen
Seite
197
JPEG-Download
 

«»5 197

mir dem Todt fertig halten/ nach dein Exem-ges pel der fünff weisen Jungfrauenoer-- ! und Der Knechten/ welcheauf ihren Herm warten. Wer nun Ze-iche recht ist/ der ist allezeit zum Todt ge-jig: . rüstet; wer aber den Glauben/Hoff-hne mng und Liebe hat / der ist gerecht/ undann also zu dem Todt gantz tauglich,du/ So befleiße sich dann ein Christlicheund Seel öffters disc drey Lügende/ so Gott-user lich scynd / zu üben/ so ist siejederzeit zum^ Sterben auf das beste bereit. Es ist einGlaubens-Articul/daß du gerechtfer-lda- j tiger werdest / so offt du ein vollkomene/hen ! Liebe GOttes über alles von Heryen- erweckest; darum kanst du dein Heylleichtlich in Sicherheit seyen. Du möch-test aber sagen: wann ich gewiß wüste /daß ich gerecht/ und in keiner Todtsündwäre/ so wurde ich freylich wol gerüstetzeit seyn/ und den Todt nicht fürchten.

Antwort: Wann du ein vollkomme-ne Liebe übest/ so bist du gewiß gerecht/^ im und in keiner Todtsünd; ist ein Glau-ris- bens- Articul: zum anderen ist zu deinerzu Versicherung kein besseres Mittel / alst die