Man entzieht ihm die gebührende Ehrewenn man sich selbst, dem Teufel, oder denMenschen mehr glaubet als Gott: wenn ma»ein Geschöpf anbettlet, oder ihm göttliche Ei«jgenschaftew zueignet: wenn man mehr aufmensch-liche Kunst und Wissenschaft, auf Macht undReichthum, re. als auf Gott vertrauet: wennman sich, oder andere Menschen mehr als Gottliebet.
Es folget hieraus, daß der UnglaubeAbgötterey, Ketzerey, Wahrsagerey, Aberglaube,Zauberen, Verzweiflung, Mißtrauen, und ver,messentliches Vertrauen auf Gott- Haß Gottes re.sehr schwere Sünden wtder dieses Geboth seyn.
Die Anrufung der Engel und Heilige«,die Verehrung ihrer Reliquien, und Bilder istdem ersten Gebothe nicht zuwider.
Wir rufen die Engel und Heiligen an, nichtM Götter, sonder» als Freunde Gottes; nichtals ob sie aus eigener Ma»t ohne Gott. son«deru weil sie durch ihre Fürbitte bey Gott unshelfen können. K-
Wir verehren ihre Reliquien und Gebeine,weil sie lebendige Glieder, und Tempel des hei»liqen Geistes gewesen sind, auch von Gott zuMewigen Leben werden auferwecket, Md ver-herrlichst werden, c) Wir
t>) Die heilige Kirchenveriammlung befiehlt allen Bi-st-!'offen und -en übrigen, die das Amt zu lehren übersich haben — die Gläubigen fleißig zu unterweisen,und'zu belehren, daß die Heilige» welche mit EhrMrealeren, ihre Gebethe für die Menschen darbringen,und, daß es gut und nützlich sey sie anzurufen. Kirchen»Versammlung zu Lrient.
Eben daselbst. Seff.