Die klösterliche Disciplin. 55
er dasGebott verrichte dessen/der be-fehlet. Und ein wahrer Gehorsa-mer gibt nicht Achtung/ wie esgebot-tensey/ ist in dem einigen zufrieden/weilen es gebotten wird.
Dise Gehorsame aber solle
nicht auß Knechtlicher Forche/ sonder auß Kind,licher Liebe geschchen/nicht auß Forcht der Straff/sonder auß Liebe der Gerechtigkeit. Zwar beyde/die Kncchtltchc und Kindliche Gehorsame thutgenug dem Gclnbc / aber was der geneigte Will'rhm/ das ist Gold / was der gezwungene voll,bringt / das ist Bley. Der einzige Will ist dieWuryel deß Werdiensts / und was mehr ist:
Die Gehorsame ist nicht alleindem Abbt zu erzeigen/ sonder auch dieBruder sollen under ihnen selbst ein-andern gehorsam seyn/und sollen wis-sen/daß sie durch disen Weeg der Ge-horsame zu G-Ott gehen. Dann nachder Meynung deß Heil. ttieron^mi ist
dise güldene und vollkommene Gehor-same die höchste Freyheit / welche/ so.der Mensch erlanget/ machet/ daß erkaum sündigen kan.
Vnd damit ich mit wenigem alles begreiffe/der Fromme und Gehorsame übergibt sein wollen
D 4 und