i66 Die klösterliche Distiplm.
Welt so genau ist/ so soll man dero-halben die Augen / die Zung / die HandUnd F"ß m die Zuchtschul berussen/und in der Sittsamkeit underrichten/damit sie lehrnen den Zaum anhaben/und die Ehrbarkeit deß Gemüthsdurch äußerliche Zeichen deß Leibsnicht verwirren / oder verdächtig ma-chen (/) Eüwer Bescheidenheit lassetkund seyn allen Menschen zur Anzei-gung undBeyspihl der Gottseeligkeit.
Die Sittsambkeit ist eine Vnderstützung / undVcrbindmng aller Tugenden / welche er-lwedersdahin fallen/ oder zerfließen / wann sie nicht vondiscr undcrstüizek sind. Es ist eine fü trcfflicheLehr l-kuZoms : (^) Die Zucht einer ehr-baren Bekehrung /sagt er/ kan auß vierDingen erkennet werden: Auß denSitten / auß der Bewegung / auß derAnsprach/und auß der Beywohnung.Die Sitten sind tadelhaffr/wann selbeeintweders waich / oder außgelassen/oder zu langsamb / oder zu geschwindsind. Die waiche Sitten zeigen aneinen gailen Muthwlllen / die ausge-lassene eine Hinlaßtgkeit/die zu lang-