Feil. Gräffrn Idda. 29
mag der gukhertzige Leser selbst besser er-achten/als es mag beschrieben werden. Esist glaublich / sie habe ein Zeiliein ernst-lich nachgedacht / was doch die eigent-liche Vrsach seyn möchte / daß ihr Ehe-Herr ein solchen bösen Verdacht der Eh-lichen Vntrew (wie sie aus seinen Wo»ten verspührc) gegen ihr gefastet/ vnd siedarumb so grausamb vcrstoffen habe.Vnd weil sie nach ernstlichem Nachge.dencken/an Jhro selbst kein Vrsach oderAnlaß zu einem solchen Vnwesen be-funde/so tröstet sie sich selbstcn ihres gutenGewissens / vnd befähle hiemit GQttdem gerechten Richter vnd Erforscheraller Hertzen / die gantze C ach/vnd bätheihn> daß er dem Grasten die UnrühmlicheGähe gnädig verzeyhen wolte. Wiesie dann auch ihres Theils ihm vnd /e.dermänniglich von Hertzen verzyhen/vnd allen Widerwillen/ Argwohn/ Räch.gierichkeit / gäntzlich ausgeschlagen hat.Ihr gröste Sorg war/ wie sie hinführoihr Leben anstellen wolte/daß Gott darob«in Wohlgefallen haben möchte.