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Der Heilige Othmarus der beste Schutz- und Kirchen-Patron : der Löblichen Pfarrey Andwil in einer Ehr- und Sittenrede vorgestellet, nach fünfzig Jahren von Errichtung der Pfarrey den 16.ten Tag Wintermonats im Jahr 1781 / von Iso Walser, Capitular zu St. Gallen
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ßnna dieser edlen Tugend: Lasset die Welt spötlen; sie ist Blind, sie -?»hat keine reine Augen; sie erkennet nicht den hohen Werth jenes schönen *Kleinods, welches Christus sechsten lobet, und bey den Heiligen, und "bey den Vätern der Kirche so viel giltet. Ach daß euch die sorgfältige sBewahrung dieses Schatzes wohl am Herzen liegedie versuchte Susan,na in der Gefahr rüste um Hilf mit lauter Stimme; sie, stärkte sich mit rdem lebendigen Angedenken der göttlichen Gegenwart, sie wollte nicht .sündigen in den Augen Gattes, in contpsÄu Oommi: sie verachtete ^die geile Anfechtet, auch mit Aussetzung ihres Lebens. Welche Jungfrau ^wurde verführet werden» wenn sie diese drey Stücke unverbrüchlich beo, !bachtete; wenn sie immer gedenkte der Gegenwart Gottes; wenn sie mit lHilfrufen sich aus der Gefahr rettete; wenn sie die Feinde der Reinig- !keit als unzüchtige Böcke, als Räuber und Seelen - Mörder verachtete? ;Der keusche Joseph hat die Flucht genommen, er hat seinen Mantel inder unlauteren Hand der Versuckerinn gelassen: lieber wollte er im Ker- '

ker unschuldig leiden. Ach es sind in der nächsten Gefahr, welche die '

Reitzungen und Schmeicheleyen anhören ; welche die Gelegenheiten ^nicht fliehen ; welche die Menschen mehr fürchten, als den heiligen GOtt. !Ihr verstehet mich wohl, Jungfrauen! O wie schön ist das keusche Ge-schlecht vor GOtt!

Lasset uns itzt zu dem heiligen Othmarus zurücke gehen ; und denzweyten Weg betrachten, durch welchen ihn GOtt zur Heiligkeit, undzwar zur heldenmüthigen Heiligkeit geführet hat. Es ist kein andererals der unüberwindlichen Geduld. Nichts erhebet den Menschen ge-schwinder, und sicherer zur Heiligkeit, als die Helden, Tugenden: eineinzige heroische That ist nicht selten der Anfang der Heiligkeit gewesen.

In einer Helden-That würken die göttliche Tugenden, Glaube, Hoftnung, und Liebe; ein lebendiger Glaub, eine unbewegliche Hofnung, ei-ne unüberwündliche Liebe. Da erwahret sich, daß die Heilige durch denGlauben die grimmige König überwunden haben, per stcwm vicerunrrexnkl; da würket der Held wider die Hofnung, in die Hofnung, cou-rra ipem in ipem; hier heißt es mit Paulus, wer wird mich sonderen,yui8 me tperabir? So war beschaffen die Geduld des heiligen Othma-rus, welche ohne heidenmäßige Startmüthigkeit nicht hätte beharrlichsey können. Wie größer gewesen die Unschuld seines Lebens, so vielwunderbarlicher war die Stärke seiner Geduld. Diese hat die Un-schuld gevrüffet, und ihm die Krone aufgesetzt. Jener ist Heilig,der sich selbst, die Welt, und alle teuflische Anfälle mit Heldenmuth ü-verwindet. Bewundert dieses an unserm Heiligen- Vergleichet ihnmit jenen Helden der Geduld, die uns die heilige Schrift vorstellet.

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