7. Der böse Geist (wer weiss welch argwöhnischer Teufel
^ §. es gewesen ist ) fuhr auch, wie einsmals den Sank, den trägenWenzel an: Er wollte aus dem heil- Beichtvater schlechterdingswissen s was die fromme Königinn gebeichtet hat: so sehr stachihm s das Licht der Tugend sowohl von Seite des Beichtvaters,als des Beichtkindes beschwerlich ins Aug s an statt, daß es ihnhakte erleuchten sollen.
Er beruft also den heil. Johannes, und, nach verschiedenenSchwänken, trägt er ihm sein gottloses Verlangen vor: Johannnes erstaunet über das unerhörte Begehren! Es hat so grausa-me Regenten gegeben, die einst die Diacones» die Priester, dieBischöfe gezwungen haben, die heiligen Gefäße, welche sie inder Verfolgung verborgen hatten , hervor zu geben, und wirwissen, daß viele sich ender martern ließen , als nur diese zumFA/e«/'. Schimpfe der Religion JEsu Christi entdecken, oder hergeben;itzt aber sollte ein Gewalttrager JEsu Christi daß jenige entde-cken , welches durch ein dreyfaches Siegel des narückch . gött-lich / und menschlichen Gesetzes verschloßen seyn muß? Welch ,ein unerhörtes begehren! Johannes schweigt. ^
Wenzel verdrucket diesmal ein wenig den Zorn, den er aberbald desto grausamer wird losbrechen lassen; denn bald hernachverwies ihm Johannes die unmenschliche Grausamkeit, indemer einen Koch, der eben einen Kapaun nicht wohl gebratten hat-te, an Spiß stecken, und selbst braten ließ: also ließ er gleich-falls auf der Stelle den, wie er meynte, unerträglichen Ermah-ner ergreifen, und in einen abscheulichen Kerker werfen. Hierdachte doch dieser schlaue Herodes, daß itzt die beste Gelegen-heit wäre, aus dem Johannes, was er wollte, heraus zu brin-gen ; er läßt ihn darum selbst durch einen der angesehensten Hof-herren aus dem Kerker holen, er erzeigt ihm alle Gnade, ludihn sogar zur Tafel ein. O freundlicher ist der König noch nie,als diesmal gewesen! aber Johannes bemerkte unter diesem,dem scheinnach so angenehmen Lüftchen einen gewaltigen Sturm.
Wirklich, nachdem der König, nach der Tafel, die Uebri- ^gen abtretten ließ, drang er wieder aufs neu, und heftiger alsvormals an den Johannes, daß er ihm offenbare, was Johan-na gebeichtet habe. Er fchmeuchelt, er bittet, er verspricht,er betrohet wechselweise; allem Johannes zeigte auch schon mit
sei-