Noch glänzender war er, da derselbe, nach kurzer Zeit,aus dieser in die Hauptkirche St. Veit, auf den Schultern derPrälaten übertragen wurde: alle Glocken der ganzen Stadt ver-künden das festliche Gepräng; von allen Enden des Reichs lau-fen schon die Völker zusamen, die so weite Stadt wird zu enge;jeder doch will, und bemühet sich, und dringt hinan, noch ein-mal (wenn es doch seyn könnte,) den Leichnam des heiligen Va-ters (so nennten sie ihn) zu sehen; noch lange würd er nicht be-graben worden seyn, wenn man diese unersättliche Begierde sei-ner Verehrer hätte auswarten sollen: welch zärtliches Weinen,Schreyen, Hände ringen! welch Lob, Preist, und Dankgesän-ge verschiedener Sprachen durchthönten die Luft gen Himmel,und auf die Nacht ahmten Häuser und Palläste mit tausend undtaufend Lichtern, den mit unzähligen Sternen glänzenden Himmelnach; nein, man kann sich kaum dergleichen vorstellen : so, sowar schon damals die Verehrung Johanniö beschaffen.
Aber gar bald war sie noch allgemeiner: dieser himmlischeEhrenglanz,wie der prächtige Morgenstern, gieng mit dem Son-nenlauf, der schnell von auf - bis Niedergang mit gewaltigenSchritten kreiset, und allen Willkomms ist: Lange vor, ehenochder apostolische Stuhl, der gewöhnliche Polusstern seine Rich-tung, und Ausspruch der Heiligkeit gegeben hatte, haben ihndie lauten Stimmen der Nationen Canoniziret» überall trafmanschon das schöne Bild, und die anmüthigen Statuen Johannisan, von allen feiten liefen Pilgrame, von allen feiten schon Ge-lübde, und reiche Opfer ein, so heUleuHrend war das Lichkder Giort dieses Heiligen!
Aber Las glänzendste in dieser allgemeinen Verehrung schei-nen billig zu seyn die heiligen Bruderschaften, welche jtzt weit undbreit in der katholischen Welt, von vielen Jahren her, unter sei-nem glorreichsten Namen und Schutze aufgerichtet werden: seinePflegender sind fast unzählbar, schon vor mehr als 4p. Jahrenzählte; man nur in den pragerisch, und Wienerischen Bruder-schaften über 50. bis 60000. Pflegkinder, man mache die Rech-nung von andern, und die sich seither ungleich vermehret haben;doch ich will nicht so viel von der Zahl, als von der Rechtschaffen-heit und Frömigkeit derselben geredet haben; denn diese sind jene hei-lige Versammlung der Christen, die ihm besondere Ehre machen,m oem sie sich m die Wette bestreben, sein heiliges Lob zu spre-