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Das Licht der Heiligkeit, im Licht der Herrlichkeit : das ist: Lob- und Sitten-Rede auf den heiligen Johannes von Nepomuk den 18.Mai 1781 an der Bruderschafts-Feyerlichkeit in der Kirche des heiligen Kreuzes nächst St.Gallen / von Johann Michael Aichmüller, Ss. Theol. & Ss. Canon. Cand. Pfarrherrn zu Oberglatt im Doggenburg
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Beschädigte der Ehre nach; Verzweifelte der Seele nach vorAugen stellen ? Vorstellen noch : Wie die Blinden sehen, dieTauben hören, dle Lrummcn und Lammen gehen ; undfast keine Krankheit sey, wovon man nicht durch die Fürbittedes Heiligen wunderthätige Genesung ausweisen könnte? nocherzehlen: Wie manchem durch die Fürbitte dieses Heiligen dieEhre, die dem Leben billig gleich geschähet wird, oft wunder-barlich wieder hergestellet worden» in dem der Verläumder odergleich Anfangs verworfen, oder entdeckt worden, daß er an sei-ner eignen Schande morgen muß, oder gar zum Widerrufe ge-zwungen worden ? Soll ich jene schamhafte Sünder, die vieleJahre sacriiegisch Gebeichtet, Verzweiflete, die schon ihr Heilfür verloren Hingaben, anziehen» die doch wiederum durch Hil-fe Iohannis die Gnade der Büß, Trost des Geistes, und Be-harrlichkeit im Guten erhalten? O ! so müßte ich bereits eure,die größte Geduld ermüden, ich wurde vieleicht eueren Tadelauf mich ziehen, ihr wurdet mir sagen : Wir wissen ; es ist jabekannt, welch ein wrmderthäriger Heiliger der heilige Jo-hann von TTseponruk ist, das hab ich schon gehört, jenes habich gehört, und man hört immer von Wunderthaten; sehet al-so, ihr saget es selbst, so bekannt, so glänzend ist die Hilfs-Macht Johannes, die ihm GOtt ertheilet hat.

Indessen eine einzige wunderbare Begebenheit soll ich dochinsonderheit anziehen, die mich öfter gerühret hat, und verdientjedermann bekannt, oder erinnert zu werden : Einer vornehmenDame zu Prag würd in einem Rechtshänder das Recht abge-sprochen , daß doch auf ihrer Seite stand. So gehts nicht sel-ten in der Welt, oder weil der Richter das Recht nicht sehenkann, indem mancher Ungerechter seiner bösen Sache den vielbessern Schein des Rechtens geben kann, oder er wills nicht se-hen , indem persönliche Affeckte, oder Intresse seine Augen da-von abwenden; doch kann man den pragerischen Spruch nichtungerecht nennen, aber doch sehr unglücklich für die Dame, de-ren ganzer Wohlstand hiemit verloren war.

Sie Appellirte also an den Kaiser Leopold, und suchte beymhöchsten Orte Revision ihrer Sache; doch wollte sie nicht eherzum Kaiser als zu GOtt, und auch zu GOtt nicht anders, alsdurch Iohannem von Nepomuk gehen. Die Bittschrift legtesie zuerst auf den Altar bey dem Grabe Iohannis, aber sehet,

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