Von den HH.Urß/ und Victorn/ und ihren i.xvi. Gesellen. LD
Zeicht gehnJerusalem/und lassetsich tauffen-
r.
S UrßundNicrorjeicht mitden Ihrigeaus WaliisvonderLe.giori.
tiom. II.
genug thäte: Zöge darneben mit den an-deren in die H. Statt Jerusalem/ da ersich tauffen liesse / und käme von danenthider inEgypten mit einem neuen Geist/und Eyffer. Nachdem zöge Ursus mitsamt den seinigen in Italien gehn Rom /hörte was sein Obersten Mauritius nichtallein mit dem Käyser/ sonder auch mitdem Heil. Papst/ und Märtyrer Mar-cellino handlete. Darnach als die The-beische Legion von Rom in das Piemontreifere / hat auch S. Ursus die betrüb-te/und angefochtne Christen auf demWeeg tröstlich angesprochen / und siezu der Christlichen Gedult freundlich er-mähnet/damit sie behertzler weren zu-gedulten die gegenwärtige Verfolgung/so die gantze Christenheit zu derselbenzeit nit wenig beleydigte/ und betrübte.
Wir lesen bey den Alten Hlstori-schreibern / daß unser Ursus / und Vic-tor samt ihren 66. Gesellen aus derThebeer Lager verreiset seynd / ehe derÄäyfcr den blutigen Senrentz fällte überdre Mauritianifche Legion / man foltesie alle mit dem Schwert zum Todt hin-richten; daher dann geschehen/daß Ur-sus / Victor / und die übrige 66. Män-ner nach derselben Blmveraiessung et-lich Jahr im Leben verbilden seynd.Daß aber disedapffere Helden aus demLäger zu Agauno in Wallis/vonden üb-rigen Thebeeren sich eusserttn / und hin-weg Zügen / auch sich der Marter-Cronzu ftlber zeit beraubten / ist nicht, aus"Forcht / und Zagheir / sonder vil mehraus Göttlicher Anschickung geschehen;der dann in seinen lieben Heiligen wun-derbarlich ist: also daß wir billichnütdem heiligen Apostel bekennen müssen :Wie gar unbegreifflich seynd GOttesGericht / und wie unerförschlich seyndseküe Weeg ? dann wer hat deß HEr-ren Sinn / und Meynung erkennt ? Die-weil es dann GOttes FürsehUnggewe-wescn/daß S. Ursus mit den semen ttitbey Agauno samt anderen Mauritiani-schen / sonder zu Solvthurn leyden sol-len / und sterben; denen er dann zuvorden Nahmen IEsu / und wahren Christ-lichen Glauben treulich / und eyfferigetliche zeit fürgctragen/ undgeprediger/auch seinen Talent / so er von SOtt em-psängen / herrlich gemacht / darum we-der er / noch die seinigen / die Marter-Lron verlohrcn. Ist es eben also gesche-hen / nach dem lieben Willen deß All-mächtigen / daß er Ursus / und die scvrügen nicht aus Forcht deß Todts / oderaus Kleinmüthigkeit / sonder nachdemGeist/ und Einsprechung GOttes/derihne dahin tribe/ daß ersichvom Heyd-nischen Käyser / und seinem TeuflischenOpsser abzuge / und seinen Eyffer mitVerkündigung Christlicher Religion an-
derstwo erzeigte / und ZU Solothurnder alten weltberühmten Statt in derEydgnossenschaflt nicht wenig Nutzschaffte. Wurden also bist frommeMänner den Solothurner angenehm /lieb / und werth / und der ChristlichenKirchen / in Außbreitung deß Christli-chen Glauben / nützlich.
Dises könte der Feind MenschlichesGeschlechts nicht leyden / sonder durchseine Instrument beyder ÄäyftrN Dio-cletiani/ und Maximiani/ die dann al-ler Christen Todfeind waren/und son-derlich der Thebeern / verschaffte er sovil am Ääyferlichcn Hof / daß KäyserMaximianus seinem Landvogt zu So-lorhurn Hirtaco ein Hauptmann / soetliche Lag dem Ääyser im Läger bey-wvhnete ( dann er sonst auch mit Kriegs-händlen belästiget war ) ihme ernstlichbefähle er solte sich bald gehn Solo-thurn verfügen / und dieweil er zu ei-nem Landvogt Vorgesetzt worden / sei-nem Amt auswarten / sonderlich abergute Achtung geben / auf die flüchtigeThebeischen Kriegsleurh / die sich zuSolothurn verborgen aufhielten/ die-selben solle er gefänglich angreiffen/denGötterll zuopffern zwingen / oder sie sol-ches nit thun wollen / ohn alle Gnaddas Leben nehmen. Hirtacus nähmesolchen Ääyserlichen Vcfelch gern an /und verhießte demselbigen fleißig nach-zukommen / seytemahl er hoffte er möch-te durch seinen Gehorsam in grosseGunst / und Gnad deß Ääysers gera-then /unddarneben aus der fahrendenHaab selbiger KriegsleutheneinenGe-winn schöpffen/ sonderlich aber / sein krei-diges Hertz an disen verhaßten Christen/die er mir sonderen Freuden verfolgte er-fühlen. Derohalben als er zu Solo-thurn ankomen/ fragte er gleich nach denfrommen Thebeern/ an welchem Orthder Statt sie wohnten / und mit wasthun / und Wandel sie umgiengen.Dieweil nun der Thebeer so vil daselbstversamlet / dann ihrer bey 66. waren /könten sie bey den Inwohnern nicht un-bekandt bleiben / darum war gar leichtdem Landvogt von ihnen Bericht ein-gebracht- Hirtacus wartete nicht lang /liesse die Thebeer ohn Verzug angreiffen /ihre Händ auf den Rücken binden/undsie alle als Ubelthäter in die Gefäng-nuß führen / ehe daß er mit ihnen seynGespräch hielte. Und ist S. Ursi samtseiner Gesellen Gefänglmß desto löbli-cher / und würdiger zuachten / je län-ger sie zu Solothurn gewährt hat / auchje härber / und schmertzlicher sie diesel-ben ankommen / aljo daß sie von dengreulichen Hencker» mit schweren Ket-ten hart gebunden / sich nicht habenrühren mögen. Unlang darnach fasse
D z Hir-
c-p.z.
Hirtacusder Land»Pflegerstagt denHH tuSolothurnnach.
Lasset siefangen-undin einhar,ke lNefang-nußwcrffeii