Von der H. Jungfrau/ und Marterin Verena.
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Ein Kran,kkcr gesund-
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Einer derihr Fest nitwolle hol,len/ wirbgestrafft.
Ein Zimcr»mann so sichwoltderLeibcygen,schafft ent,ziehen/ ge,strafft.
rö.
Ein Weid
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Wie dise That der Priesterschafft fürOhren kommen; trugen sie ihn zu S.Verenä Grab/ da wurde er durch ihrFurbitt wider frisch/ und gesund/ da-rauf er sich selbst S. Verenä zu einemewigen Diener ergeben/ und verlobt /auch das abgenohmene Wachs wi-der geben hat.
Auß S. Verena Bruderschafftwäre einer Adelichens Herkommens /vil Edler aber an Tugenden / und Hoch-hett/ welcher die Gerechtigkeit ihme zuvorderst liesse angelegen sein/ und lieb-te : Diser ist einsmais in ein sehr schwä-re / und gefährliche Kranckheit gefallen/das Männiglich an seiner Gesundheitverzagen wolte: Als er aber getrosterHoffnung zu S. Verenä Grab sich ver-lobte/ und dahin tragen liesse/ ist erallda nach verrichtem Gebett / und Ge-lübdnuß wider zu voriger Gesundheitgelangt.
Auf S. Verenä Festtag gienge einVaursmann auf seine Matten Grast /und Cmbd zu wenden; daß widerrieh-ten ihm aber die Priester/ also spre-chend : Es ist der Festes der H. Jung-frau/ und Patronin Verenä/ darumgezimt es sich nicht / daß du ein Hand-arbeit verrichtest : Der Baur aber ver-harrte / und gab auf der Priester Zu-sprechung schlechten Glauben - Daraufkehle er bald 6. mahl aller Krafftloßaufdie Erden/ wurde auch aller Sprach-los; ; diß hat er lange Zeit erlitten/jabist er endlich in sich selbst gangen/undseine Verachtung/und Sünd erken-net hat. Alsdann wurde er durchFürbitt S- Verenä von disemleydtgenZustand wider ledig/ und gesund.
Ein Zimmermann <A. Verenä Leib-eygner/ Verheurahtete sich auch miteiner so Leibeygnen / als sie an Haab/und Gut wohl zunahmen/ ihnen glück-lich ergieng/ auch vil Söhn/ und Töch-tern bekommen ; hat er sich geschämet/daß er S. Verenä Leibeygner Knechtsein solle / und ihr Zinsen; gedachtesich mit gewalt derselben Leibeygenschaftzuentziehen. Nachdem er diß gethan/geriehte er in die ewige Malediction /und Fluch/ daß er/ und sein Hauß-frau deß gähen Lodts verschrden.Sei-ne Nachkömmling aber/ bekamen alledie fallende Sucht/ wurden Gichtbrü-chig/ und alles gebrauchs ihrer Glider/außgenohmen deß Gesichts/ beraubt.Also solle auch noch geschehen denen /so der Ehr S. Verenä abhold/ undmißgünstig seynh. ^
Als zur Zeit der Ernde etlicheAibeygne/und Lehenleuth deß Gotts-
hauß St. Verenä zum Schnitt erma-ttet/ und geschickt worden/ auß wel-chen etliche bevor die Kirchen besuch-ten ; andere aber diß underwegen lies-sen / und verachteten. Da geschahesonderlich/ daß ein Weib »nnbrünstigsich GOTT / und der H. Verenä be-fähle / und darauf mit andern zur Erndgienge/ welche sämtlich auf den Rheingesessen/ in willens zu Feld/ und Schnittüber zufahren ; Als sie aber in dasSchiff getretten / erhub sich urplötzlichein grosser ungestimmer Wind/ undweil das Schifflein klein/ und überla-den / senckte es sich auf ein feiten / dasalle ertruncken / außgenohmen die / sodie Kirchen besucht hatten. DemWeib aber widerführe ein besondereGnad von GOtt/ daß dasselbe langeZeit underm Wasser gewesen ; biß aufden Grund/ und Boden deß Rheinskommen/ letstlich aber Frisch/und Ge-sund das Land erreichet; über welchessie andere mit grossem Wunder gefragt /wie/ und wer ihr in diser Wassergefahrgeholffk ? Darauf sie angezeigt / wie daßein gar sehr stattliche Iungsrau sie un-trer dem Wasser erhalten hab/ welcheihr die eine Hand an ihren Mund ge-halten/ damit ihr das Wasser nicht habkönnen einrinnen / mit der andern aberhabe sie / sie zum Gestadt geführt: darauf haben alle GOtt/ und S. Ve-renä Lob/ und Danck gesprochen.
Item hat GOtt der Herr ein an-der grosses Wunderwerck durch seynH. Dienerin erzeigt / dann bey deralten Statt/ so neben dem Rhein lä-ge/ ist von den Hirten das Geschirrgefunden worden/ in welchem die H.Jungfrau die Laugen/ und anders ge-tragen zu Behülff/'und Dienst der ar-men Leuthen ; diseS haben die Hirtenauß Unwissenheit verworffen / und ver-acht. GOTT aber hat nicht alleinfein geliebte Dienerin in obacht geneh-men / sonder auch die Instrument mitdenen sie GOtt in seinen Armen/ undElenden gedienet/ zu ehren gebracht.Dann auf ein Zeit ein treu GottseeligWeib / welche wegen ihres verstorbnenEhemanns/ den sie langezeit beweint/ist an chrem Gesicht sehr schad-undmangelhafft worden/ welches ihr alsozugesetzt/ daß sie endlich schier gar er-blindet ; In solcher Gefahr / und Leyd/rufst sie St. Verenam zu einer Für-sprecherm an / wölle sich doch ihrer er-barmen / und bey GOtt um Trost /und Hilff für sie bitten: hierauf erschi-ne ihr S. Verena/ sprechend: Seywohl getröst mein Frau/ dir kan/undsolle geholfftn werden: doch suche dasGeschirr/ welches die Hirten gefunden/
Miß
wunder,bahllich i»lWasserge,f.chrerhql,ttn.
Csp. is.
>7 .
S VerenäKrug w'tt»g> funden/ein schierblindeFrau widergeschrnd.