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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Von der H. Jungfrau / und Marterln Verena. ,45

auß welchem ich der Armen pflegte;und dessen zur Säuberung/ und Ab-waschung ihrer Häupter ein Brauchgehabt. Wann du in dises würdestWasser thun / und mit demselben dichWaschen / alsdann erlangstu dein Ge-' ficht wider volikommllch - Ab diser Rederfreute sich das Weib hertzlich / men-ge zu den Hirten an besagtes Qrth/ dasie das H. Gefäß gemorsten: thätewie ihr befohlen / Wasser darein / undnetzte ihre Augen/ alsbald diß gesche-hen/hat sie auch wider recht/undwohl gesehen. Nach disem allem ha-

ben die gutherßige Christen / wegendiß grossen Augenscheinlichen Wunder-zeichens/ GOtt/ und diser H. Jung-frau zu ehren/ auch zu LobdcrgantzenLhebeischen Ritterschaft! an demselbenSrth ein Capellen bauen lassen / undwird noch heutigs Tags S. MauritijCapell gencnnt/ welche Jährlich ingrosser Anzahl des Volcks / mit gros-ser Andacht in öffentlicher Prvccsjion/und Creutzgang besucht wird.

r*- Margareta Weiblin auß Pfullen-yroffege. dorff gebürthig / bekäme an einemftbwulst / Scheuckel im Jahr 1599- Ein schrvck-md Wch. uche Geschwulst / deßwegen sie lang-Sckcn' wirigen grossen Schmertzen außgestan-ckkt widrr den ; und ob sie zwar vil Hilff / undschrotet. Raht gesucht / auch vilerley Mittel an-gewendet / wolle doch in allem nichtsentsprießen/ sonder die Geschwulst /und der Schmertzen mehrere sich vonLag zu Tag : Da fiele ihr ein / dievilfältige Gnaden so die H. Jungfrau/und Marterin Verena bey GOtt demAllmächtigen denen erworben hcite /welche sich ihres Fürbitts getrost / undin allerley Beschwernuß/ und Mängelangeruffcn hätten. Verlobte sich der-halben mit einem Hpffer/ und Wall-fahrt zu ihrem GOtrshauß/ und Be-gräbnuß zuziehen : machte sich aus/und-war Winterszeit im Ienner/ in gros-ser Kälte / und liessen Schnee/ da siegantz müd/ und matt/ schwach / undkrafstloß nach Zurzach kam; besuchtesie unverzüglich vor allem die Kirch /und Begräbnuß S. Verenä/ verrichtin der ihr Gebett/ und Opffer/ zude-me sie sich ( weil sie wie gesagt krafft-loß/ und müd war) mdergesetzt/ und

also under dem Gebett entschlaffen.Un- -gefähr über ein halbe Stund erwachtesie widerum / und befände daß nichtalleinder grosse Schmertzen ihresSchen-ckels/ undHertzensSchwachheit/ wieauch die ermatte Glider/ sonder auchgemeldeGeschwulst nachgelassen/ stun-de Verwegen auf/ danckete GOlt zu-vorderst/ und dann auch der H. Vere- um ihr treue Fürbltt.

Im Jahr 1606. Nachdem ein 7-.Gottsfvrchtig/ Andächtiges paar Ehe-volck ein Töchterlein harten/ welcheslange Zeit Blind wäre/ da sie dises "nach Zurzach zu S- Verena verlobten/nach vernchtcm Gelübd allda / ist außsonderer Barmhertzigkeit G-Ottes/ dasTochterlein wider sehend worden; wel-ches wir selbst von beeden Eiteren an- 'gehört/ und verstanden.

Ein bekannte Persohn zu Thien-gen/ so dem Gräjflichen Stammen Ein RindSultz underthon / hetre ein junges Lochterlein / welches in seinem gantzen Ge- Krsnckhettficht schadhafft von umfressenden Ge- crtldiga.prästen/daß ihm niemand zuhelffenwußte: Auf drß hat die bekümmerteguthertzlge Persohn das Kind verlobtS.Verenä aufzuvpffern/ welches/alssie roi z. Zu ihrer Begräbnuß gebracht/hat also bald aller Schmcrtz nachgelas-sen/ und ist das Kmd gesund/ undheyl worden. Darumen GOTT mseinen lieben Heiligen höchlich Lob /

Ehr / und Danck gesprochen worden.

Im Jahr Christi -6,6. Kammzween Männer auß dem Zürcher Ge- und an Lbiet den 14. Brachmonat gehn Zurzach/ bkisi-hrn^rallda ihr Gelübd / daß sie durch Raht- Ageb guter Leuthen fürgenohmen / zu-verrichten; auß Ursachen / weil ihreWeiber sehr Kranck waren: die einewäre Taubsüchtig / die ander schmertz-lichs Augen-Wehlhum; Alsbald aberdise Männer ihr Gebett verrichtet/ ha-ben sie sich erhört/ und ihren Weiberngeholffen befunden : welches sie mitDanck nach eingenohmenem Augen-schein wider zurück kehrend/ nach demsie ihr Gelübd vollendet /

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