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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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cap. 4 .

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Lsp. 5

S-SkvniNjiccht vonParis.

fF Von dem H. Sebcrins / Abt/und Beichtiger.

König Clodoveum geführt worden /und ihne gegrüsset hatte / stehle er ni-der zu dem Gebett / verrichtete es mitAndacht / nach dessen Verrichtung leg-te er auf den König sein Lasel / damiter angezogen war; und alsbald ihn dieKleydung deß Heiligen berührt hatte/verschwände das Fieber / Und stundeder König frisch / und gestmd auf/dan-ckete Gort feinem Heyland mit gebo-genen Knyen / und seinem Diener S.Severin / durch dessen Gebett er diegewünschte Gesundheit / und Heyl er-langet hätte.

Dises herrliche Wunderzeichen andem König Clodoveo / dem Grossen inFranckreich / geschahe in dem 25. Jahrseiner Regierung / als er nun zehenJahr ein Christ gewesen / und wäredas 508. Jahr nach Christi JEsu Ge-burt / wie Petrus Bonfons/ und Ja-cobus Breul in ihren ^.liriguirere» derStatt Paris verzeichnet haben. Undobschon der König sein vorige Gesund-heit erlanget hätte/wolte er Noch dem H.Severin nicht von sich lassen sonder be-halte ihn drey Jahr lang bey ihme.Hierzwischen aber machte der H. Se-verin vil Krancke zu Paris gesund / al-so daß er bey Jedermann in ein grossesAnsehen kommen / und das Volck indem wahren Glauben gestarckt worden.Und obschon der Heil. Mann bey demKönig verbleiben müßte/ wolteerdochnicht m dem Königlichen Pallast woh-nen / sonder erwählte ihm ein Hütleinenethalb deß Wassers Sequana zuwoh-nen / da jetzt in seiner Ehr ein schönegrosse Pfarrkirchen stehet/ nicht weit vonder Universitet in S. Jacobs Gassen.Der König Clodoveus wolte sich auchdanckbar erzeigen gegen seinem geistli-chen Vatter / und Artzet / gabe.ihmeGewalt / und Macht/so vil Geltsausseinen Schätzen zunehmen als er wolte/under die Armen auszutheilen ; liesseauch so vil Gefangne ledig / als der H.Mann begehrte / deren ein grosse An-zahl gewesen.-

Nach dreyen Jahren / als der H.Abt Severin vermerkte daß die Zeitseines Abscheydenö auß disemJammer-thal zu dem warhafftigen/ und ewigenVatterkand herbey kommen wäre/under under diser zeit den König offt besucht/und mit tröstlichen Ermahnungen ge-stärckt härte / gesegnete er den König /und die Junwohner zu Paris / zöge auffein Burg 2v. Meil von Paris/ vorJahrem genannt Landon / jetzt Nanto-niensische Burg/ ein kleines StättlemGastioms / darinn ein Höltzene Kirch

erbauen ward / fanden zween frommePriester daselbsten GOtt mit Andachtdienend / Paschasium / nnd Ursicinum /von welchen ihme GOtt der HErr hät-te angezeit/ daß er durch sie solte zu derErden bestattet werden. Als er nundahin wäre kommen/ redete er sie freund-lich an/ vermeldet auch die Ursach seinerAnkunfft/ befilcht ihnen den PriesterFaustum / welcher zo. Jahr in seinemKloster gelebt/ und Vitalem seinenJünger. Paschasius / und UrsicinuSempfiengen den H. Mann mit aller Ehr-erbietung / thaten ihme vil guts / undhieltem ihn freundlich. Under disem be-reitete sich der H. Mann fleißig zu sei-nem letsten End / mit andächtigem Ge-bett / und anderen guten Wercken / da-mit er dem zukünfftigen Richter frvlich /und unverzagt entgegen kommen möch-te. Und wäre nicht ein langeZeit angestanden/ und der eylffte Tagdeß Hornungs herbey kommen / hater den H. Geist in die Händ seinesSchöpffers aufgeben. Und bezeugendie jenige so bey seinem End gewesen /daß das gantze Gemach/ darinner ge-legen/ zu der Zeit seines Absterbens/mit einem klaren Liecht erfüllet/ undumgeben seye gewesen. Wie er nunentschlaffen war/ haben die zween Prie-ster Paschasius/ und Ursictnus den to-ben Cörpel nach Gewonheit gewaschen/und bekleidet / und mit grosser Ehrerbie-tung in die obgemelte Kirchen begra-ben. Starbe im Jahr Christi 512.ein Jahr vor dem König Clodoveo /und geschehen noch heutiges Tags beyseinem Grab vil herrliche Miracul/undWunderzeichen/ mit welchen der HerrJEsus seinen treuen Diener herrlich /und weitberühmt machet. Über disesGrab hat nachmahls König Childeber-tus/ Clodovei Sohn/ ein weiters /und höhers Gebäu/ und herrliche Kjr-chen aufführen lassen / mit KöniglichenGaben dieselbe vermehret/ wegen deßH. Manns / und Diener - G-Ottesgrosse Verdiensten/ und Dancksagungder Gutthaten / so er seinem kranckenVatter Clodoveo bewiscn hatte: Undendlich damit er Childebertus auch beyGOtt durch dises H. Manns Ver-dienst Hilfferwerben/ möchte.

S- Seve«rin stirbt.

KönigLhil«bertuübauet einMünsterübe» dasGrab.

Zu unsern Zeiten ist dise Kirch/und

Gelegenheit der Vegräbnuß S. Se-verins zu einer herrlichen Abtey erwach-sen/ S. Augustim Ordens regulierteChorherren/ und in die Brnderschaffkgenehmen der herrlichen Abtey zu Pa,ris bey St. Victor in derVerstatt.

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