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Von dem heiligen Fridolin /:
freyen Künsten / und Lehr wohl zu /deßwegen er von männiglichcn geliebt/gelobt/ und gerühmet wurde.
Nachdem er nun in den freyen Kün-sten/ und Lehre zu genohmen / undsich in der H. Schrifft geübet hette /da berührte ihm der Allmächtige Gottsein Hertz/ und gäbe ihm ein/ daß ersich von den Weltlichen Dingen abson-deren/ und zu dem Geistlichen Standbegeben solte. Dise Gnad nähmeFridolin gutwillig auf/ und ergäbe sichdem Willen GOttes/ der in ihm alsseinem Werckzeug / gnädig würckenwolte. Nahme also das PriesterlicheAmt an sich/ und liesse sich zu einemPriester weyhe/ undbeschlussebey ihmselber/ daß er wolte die Welt / und ihreGüter / Gewalt / Und Henschafft ver-lassen/ das geistliche Leben erwählen /und so wohl ihme / als seinem Näch-sten zu grösserer Seekigkeit helffen. Da-rauf er in seinem eygnen Vatterlandmit allem Ernst/ und Eyffer ansiengedas Wort Gottes zuverkündigen/ al-le Tugenden / Und Christliche Andachtzupfiantzen / und die Laster auszuren-ken. Nun unangesehen daß diserMann Gottes bey allen Standen ingrossem Ansehen wäre/ auch unauß-sprechliche Frucht mit seinem Predig-Amt verschaffte / so könte doch seinHertz in seinem Vatterland nicht rühigsein ; dann GOtt berüffte Fridolin zueinem vollkommneren Leben / und Apo-stolischen Wercken / nemblich: daß ersolte sich aller weltlichen Wollüsten /zeitlichen Gütern / und jrrdischen Din-gen entschlagen; fein Freundschafft/undVatterland verlassen/ und sich zu einerlang? weiten Reiß zubereiten. Deroweg?als ein wahrer Nachfolger Christi/undseiner Apvstlen / entschlösse er bey sich/er wolte die zeitliche Güter/ so er Hec-ke in seinem Vatterland / um Gotteswillen außfpenden/ und in der willigenArmuth darvon ziehen ; hiemit nähmeer alle seine Güter/ theilet sie underden Armen fürsichtiglich auß/ und trö-stete damit vil Witwen / und Weysen/und andere eilende Persohen in demgantzeN Schottland.
Als aber in dem Land wärekund-bahr worden / daß Fridolin wolte weg-ziehen/ und das Land verlassen/ be-kümmerte sich Jedermann ; in Betrach-tung/ daß sie einen solchen geliebtesHerren/ Prediger/ und Seelsorgerverliehren sollen/ deßwegen sein Freund-schafft / und andere Liebhaber begehr-ten ihne von solcher Reiß/ undfürneh-men abwendig zumachen/ mit fürwen-den/ was Unheyls ihnen/ und dem
gantzen Land in seiner Abwesenheit zu-stehn; was Heyls aber in der Geist-lichkeit/ und andern Zufällen ihnenkönnte widerfahren/ so er bey ihnenverbiibe. Der H. Fridolin aber steck- S. Fris-te seinen Stab in die Erden / und neigtsich darauf zu GOtt dem Allmächtigen/ihne bittend / daß er ihn in seinem sür-nehmen stercken/ und wider alle An-fechtungen erhalten / und darvon nichtabweichen lassen wolte. Da sie nunsahen / daß er im dem Land nicht mehrverbleiben wolte/ begleiteten ihne eingrosse mänge Volck mit trauren/ undweinen zu dem Schiff r da nähme ervon ihnen Urlaub / gäbe ihne den Se-gen/ und träte in das Schiff. Als 'nun das Schiff in das hohe Meer kom-men war/ erhebte sich ein grosser un-gestümmerWtnd / und grausames Wet-ter / dardurch das Schiff hin und hergemorsten / und alle die darinn fassen /nicht wenig betribt/ und geängstigtworden. Aber nach solcher außge- Kamt«standner Noth/ käme Fridolin an das AW"'Gestad deß Franckreichö/ und fände ^da auß G-Ottes Fürsehung einen chr-bahren/ und frommen Christen der chnals einen Gast in sein Hauß/ und Her-berg aufnähme/ undeinzettlangg' trgslich beherbergte. Da fragte Frwomivon dem Glauben deßselbigen Orrs /und ob die Znnwohner Christen oderabgöttische Heiden wären. Da ant-wortete ihme sein Gastgeb / daß sietheils Christen / und den wahren GOttanbetten; theils aber in dem Abgötti-schen Irrthum stecketen. Da wolteFridolin nicht schweigen / sonder mitgrossem Eyffer/ und Liebe fienge er andas H. Evangelium zupredigen; da-mit er den lang eingewurtzleten Unglau-ben außtilgen; den Christlichen Glau-ben stärcken / Sünd/ und Schandstraffen/ und die ungläubigen SeelenGOTT dem Allmächtigen gewinnenmöchte.
Darnach zöge er weiters inFranck-teich / gienge von einer Statt zu derandern / in grosser Armuth/ und Ge-dult; käme endlich in die grosse/ undberühmte Statt Poitiers / und hieltesich da ein Zeitlang auf. Nun aberwar dieselbe Statt Poitiers / zu LateinkiÄsvia, eines weitberühmten Nah-mens/ sonderlich von wegenihres herr-lichen/ und hochgelehrten Bischofs Hi-larij / so ein grosser Freund deß H. Bi-ichosis Martini gewesen/ der in demJahr des Herren Z72. Nach S. Hie-ronymi Rechnung/ daß ist 126. Jahrvor unserem H. Fridolin seeliglich ver-schiden ware. Zu disem H. Htlariogewann unser Fridolinus ein besondere/
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