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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Abt/ und Beichtiger.

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und grosse Lieb / und Andacht/ als zueinem Heiligen / und grossen FreundGOttes. Dann er erwählte ihne ihmfür einen besondern Patronen bey Gott/liesse auch alle Kirchen die er nachmahlshat aufgericht / zu seiner Ehr weyhen/und verehrte seine H. Gebein/und Re-liquien mit grosser Andacht/ und Re-verend Daß aber Fridolin seinensondern Patronen den H. Hilariumnicht vergeblich geliebt/ und verehrethabe/ erscheinet auß demklärlich/ daßderselbige Patron gegen-ihme so gargünstig/ milt/ und treu/ sicherzeigte;ihme oftt im Geist erfchine/ den WillenGottes ihme verkündigte / und vil heim-liche/ und zukünffrige Ding ihm vor-sagte. Also war zwischen Visen hei-ligen Männern ein Christliche Liebe /und statte Gemeinschaffr / nicht aufFleisch / und Blut /- sonder auf denGeist Gottes gebauet; Welcher durchMittel seiner getreuen Dienern zu Trost/und Nutz seiner Kirchen/ und Außer-wöhlten/ vil wundcrbahrliche Dingwürcket. Weil nun Fridolin sich indiser Statt Poitiers auf hielte / hat erdas Predig - Amt fleissig verrichtet / undnicht allein mit Verkündigung deßWorts Gottes/ sonder auch mit sei-nem eingezogen / aufrechten / reinen /und Gottseeligen Leben ein grossen Nutzgeschaffet/ und ein hohes Ansehen be-kommen/ also daß jedermänniglich ihn/als ein sondern Freund Gottes/ liebteund verehrte. Ja so gar der guteGeruch seines tugendsamen Lebens kä-me auch in deß K önigs Clodovei Hof/der ihn auch lieb / und wehrt hätte /wie hernach soll vermeldet werden.

csp. 5. Es schreibt Petrus Daminianus einheiliger / und fürtrefflicher Lehrer / daßin dem Kloster deß H. Hilarij zu Poi-tiers unser H. Fridolin gottseeligllchgewandlet / und löblich geregiert habe.Dessen zumehrerem Bericht ist zuwis-sen / daß Fridolin in derselbigen Statteinmahl samt seinen Freunden sich auf-gemacht / und den Hochwürdigen Her-ren Bischofs so ausserhalb der Stattsich aushielte/ besuchen wolle. Sobald nun der Bischofs die Zukunfft deßH. Manns vername / ist er samt der gan-tzen Priesterschafft ihme entgegen gan-gk/ und ihn als seine liebe Bruder/undH. Mann ehrlich empfangen / auch gernvergünstiget/ was er zu dem DienstGOttes/und zu seiner Andacht begehrte.Ferrner verordnete derselbige Bischofs/daß ein Zusammenkunfft der Clerisey /und Fürnembstender Geistlichen Orde/und Ständen gehalten wurde; in wel-cher alle mit dem Bischofs einhelligerMeynung beschlossen/daß Fridolm ink. k. lVIurer» vie H. Schweitz.

demselbigem Gottshauß/ da S. Hila-rius leiblich ruhet / Abt und Oberstersein solte. Darauffbefähle der Bischofsalle Renten/ und Güter / so dem Gotts-'haust zuständig rbaren / dem H. Frido-lin zu übergeben / und einzuräumen /verhieße ihme auch allen Gunst / Hilft/und Beystand / worinnen er ihme schütz/und schirm beweisen / und erzeigen könte.

Aber der fromme Fridolin widerte sichso vil er könte / solche angebottene Wür-de/ und Obern Gewalt anzunemmen/suchte auch alle Mittel sich dieser grossenBürde / uud Sorgen d.erAbtheyzuent-schlagen; mit demüthigem Bitten / daßman einen andern der tauglicher wäre/an sein statt erwählen solle. Da er-schine ihme der H. Hilarius sein Pa-tron / tröstete / stärckete / und ermähne- .te ihn/ daß er solre drß aufserlegte Amtverwesen ; dem Göttlichen Willen nichtwiderstreben / und Christo zu ehren/und dem Gottshauß zu Nutz/ undWohlfahrt mit gedult tragen. Alsomacht Fridolin auß der Noth ein Tu-gend / hielte die Prcelatische Ehr für einCreutz/ bereitete sich mit seusstzen/ undbetten zu dem schwären aufferlegtenAmt; versamlete etliche Gottssorch-tige Männer / underncht sie in dem geist-lichen/ und rugendsamen Leben; richte-te die Klösterliche Disciplin aufs/ alsodaß er bey jedermann einen guren Na-men / und Lob bekäme. Darneben be-fähle ihme auch der H. Hilarius / daßer samt dem Bischofs zu dem KönigClodoveo solte ziehen / und von ihmeHilft/ Benstand/ und Unkosten begeh-ren / damit solches Kloster erweitert /und die Kirchen von gründ aufserneue-ret/ und gebauen wurde.

Clodoveus der erste under allen ^Christlichen Franckreichischen Königen/ S ^»0.genannt der Groß / war ein gewaltiger/ lmwirdvongroßmächtiger Fürst / und ein trefflicher dem KönigMehrer seines Reichs ; der auch vilTeutsche in seinen Gewalt brachte; Herr- "schere zu selbiger Zeit herrlicher / dannalle andere umbligende König/ und Für-sten. An dessen Hoff zogen beyde / derBischofs/ und der H. Abt Fridolin/derBischofszwar zu Roß / der H. Abt abernach ferner Apostolischen Gewonheit/ zuFuß. Als nun der König von diserGesellschafst ankunffr hörte / war er er-freuet / daß er den berümbten MannFridolin mit Augen sehen möchte; gien-ge ihnen mit vilen Edeleuthen / Für-sten/ urd Herren entgegen/empfiengsiefreundlich / und führte sie in seinen Hoff.

Als nnn der Bischofs/ und der Abt mden Pallast kommen waren/ und einheimliches Gespräch mit dem König ge-halten hätten / seynd sie zu der Mahlzeitberuften / an die Königliche Tafscl ge-H 2 setzt/