Abt/ und Beichtiger.
59
und grosse Lieb / und Andacht/ als zueinem Heiligen / und grossen FreundGOttes. Dann er erwählte ihne ihmfür einen besondern Patronen bey Gott/liesse auch alle Kirchen die er nachmahlshat aufgericht / zu seiner Ehr weyhen/und verehrte seine H. Gebein/und Re-liquien mit grosser Andacht/ und Re-verend Daß aber Fridolin seinensondern Patronen den H. Hilariumnicht vergeblich geliebt/ und verehrethabe/ erscheinet auß demklärlich/ daßderselbige Patron gegen-ihme so gargünstig/ milt/ und treu/ sicherzeigte;ihme oftt im Geist erfchine/ den WillenGottes ihme verkündigte / und vil heim-liche/ und zukünffrige Ding ihm vor-sagte. Also war zwischen Visen hei-ligen Männern ein Christliche Liebe /und statte Gemeinschaffr / nicht aufFleisch / und Blut /- sonder auf denGeist Gottes gebauet; Welcher durchMittel seiner getreuen Dienern zu Trost/und Nutz seiner Kirchen/ und Außer-wöhlten/ vil wundcrbahrliche Dingwürcket. Weil nun Fridolin sich indiser Statt Poitiers auf hielte / hat erdas Predig - Amt fleissig verrichtet / undnicht allein mit Verkündigung deßWorts Gottes/ sonder auch mit sei-nem eingezogen / aufrechten / reinen /und Gottseeligen Leben ein grossen Nutzgeschaffet/ und ein hohes Ansehen be-kommen/ also daß jedermänniglich ihn/als ein sondern Freund Gottes/ liebteund verehrte. Ja so gar der guteGeruch seines tugendsamen Lebens kä-me auch in deß K önigs Clodovei Hof/der ihn auch lieb / und wehrt hätte /wie hernach soll vermeldet werden.
csp. 5. Es schreibt Petrus Daminianus einheiliger / und fürtrefflicher Lehrer / daßin dem Kloster deß H. Hilarij zu Poi-tiers unser H. Fridolin gottseeligllchgewandlet / und löblich geregiert habe.Dessen zumehrerem Bericht ist zuwis-sen / daß Fridolin in derselbigen Statteinmahl samt seinen Freunden sich auf-gemacht / und den Hochwürdigen Her-ren Bischofs so ausserhalb der Stattsich aushielte/ besuchen wolle. Sobald nun der Bischofs die Zukunfft deßH. Manns vername / ist er samt der gan-tzen Priesterschafft ihme entgegen gan-gk/ und ihn als seine liebe Bruder/undH. Mann ehrlich empfangen / auch gernvergünstiget/ was er zu dem DienstGOttes/und zu seiner Andacht begehrte.Ferrner verordnete derselbige Bischofs/daß ein Zusammenkunfft der Clerisey /und Fürnembstender Geistlichen Orde/und Ständen gehalten wurde; in wel-cher alle mit dem Bischofs einhelligerMeynung beschlossen/daß Fridolm ink. k. lVIurer» vie H. Schweitz.
demselbigem Gottshauß/ da S. Hila-rius leiblich ruhet / Abt und Oberstersein solte. Darauffbefähle der Bischofsalle Renten/ und Güter / so dem Gotts-'haust zuständig rbaren / dem H. Frido-lin zu übergeben / und einzuräumen /verhieße ihme auch allen Gunst / Hilft/und Beystand / worinnen er ihme schütz/und schirm beweisen / und erzeigen könte.
Aber der fromme Fridolin widerte sichso vil er könte / solche angebottene Wür-de/ und Obern Gewalt anzunemmen/suchte auch alle Mittel sich dieser grossenBürde / uud Sorgen d.erAbtheyzuent-schlagen; mit demüthigem Bitten / daßman einen andern der tauglicher wäre/an sein statt erwählen solle. Da er-schine ihme der H. Hilarius sein Pa-tron / tröstete / stärckete / und ermähne- .te ihn/ daß er solre drß aufserlegte Amtverwesen ; dem Göttlichen Willen nichtwiderstreben / und Christo zu ehren/und dem Gottshauß zu Nutz/ undWohlfahrt mit gedult tragen. Alsomacht Fridolin auß der Noth ein Tu-gend / hielte die Prcelatische Ehr für einCreutz/ bereitete sich mit seusstzen/ undbetten zu dem schwären aufferlegtenAmt; versamlete etliche Gottssorch-tige Männer / underncht sie in dem geist-lichen/ und rugendsamen Leben; richte-te die Klösterliche Disciplin aufs/ alsodaß er bey jedermann einen guren Na-men / und Lob bekäme. Darneben be-fähle ihme auch der H. Hilarius / daßer samt dem Bischofs zu dem KönigClodoveo solte ziehen / und von ihmeHilft/ Benstand/ und Unkosten begeh-ren / damit solches Kloster erweitert /und die Kirchen von gründ aufserneue-ret/ und gebauen wurde.
Clodoveus der erste under allen ^Christlichen Franckreichischen Königen/ S ^»0.genannt der Groß / war ein gewaltiger/ lmwirdvongroßmächtiger Fürst / und ein trefflicher dem KönigMehrer seines Reichs ; der auch vilTeutsche in seinen Gewalt brachte; Herr- "schere zu selbiger Zeit herrlicher / dannalle andere umbligende König/ und Für-sten. An dessen Hoff zogen beyde / derBischofs/ und der H. Abt Fridolin/derBischofszwar zu Roß / der H. Abt abernach ferner Apostolischen Gewonheit/ zuFuß. Als nun der König von diserGesellschafst ankunffr hörte / war er er-freuet / daß er den berümbten MannFridolin mit Augen sehen möchte; gien-ge ihnen mit vilen Edeleuthen / Für-sten/ urd Herren entgegen/empfiengsiefreundlich / und führte sie in seinen Hoff.
Als nnn der Bischofs/ und der Abt mden Pallast kommen waren/ und einheimliches Gespräch mit dem König ge-halten hätten / seynd sie zu der Mahlzeitberuften / an die Königliche Tafscl ge-H 2 setzt/