Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
Seite
61
JPEG-Download
 

Abt/ und Beichtiger.

6r

S- HilarijHeilig'lhum wirderbebt.

^ Frido.«n wirdvon dem H.Hilario er»Mahnetweiter dasEvangeik.nmruver.rimdigen.

Catholischcn Kirchen Geprängen/ undGewohnheiten gewyhen; so hat manauch die alte Begräbnuß S. Hilarijhinweg gethan / und ein sonderbahrenTag bestimmet/ an welchem sein H.Leichnam solte an ein füglichers Orthtransferiert/ und verlegt werden. Alsnun die bestimmte Zeit herzu kommen/Und der Bischoff Mit dem H. Fridchin/samt seinen Mitbrüdern / m der vorge-henden Nacht bey dem Grab wacheren/und GOtt in seinem Heiligen lobtenzsahen sie augenscheinlich die Engel kom-men/ den H. Leichnam deß H. Hilarijvon seinem alten Orth erheben / Und indas neu Gebau / so darzu vbn dem H^Fridolin verornet Ware/ tragen/ undlegen. Solches Wunverzeichen hatUrsach geben/ daß hernach das Volckmit höchstem Lob / und Preyß GOttDancksagten/ Und dem H. Hjlariumin grösserer Rcverentz/ und Würdig-keit hielten. Es begehrte auch derH. Fridolin von dem Bischofs/ daß ernach seinem langen wünschen/ Und be-gehren / von disem Heiligthum ein stück-lein haben / und behalten möchte; alsihm solches vergUnd worden/ hat ersfür ein köstliches Kleinod angenohmen/und in ein sonderbahres darzu verord-netes Läschlein eingewicklet/ und ge-bunden ; auch in seinem reisen mit sichgetragen/ und endlich zu einer geistli-chen Letze denen von SeckingeN / UndGlarus / als seinen liebsten Kindern /darvon mitgetheilt/ und hinderlassen.

Nun schickte es der AllmächtigeGOtt/ daß Fridolin etliche Jahr zuPortiers verblibe/ und dem Previg-Amt/ und seinem Gottshauß mit flesßabwartete. Hierzwischen erweckteGOtt in Meyen Priestern auß Schott-land ein Begierd ihrem Vettern Frido-lin Nach zuziehen/ und heimzusuchen ;schifften derhalberi über Meer/ und ka-men mit grosser Mühe/ Und außge-standener Gefahr gen Poitiers inFranckreich zu dem H. Fridolin/ Undwiewol sie erstlich einandern nicht ek-kanden/ vermerckte doch der H. Fri-dolin so vil auß ihren Reden/ Und Ge-spräch/ daß sie beyde seines BrudersSöhn/ und seine Natürliche Vetternwären / und erfreuete sich der A Mannab ihrer Ankunfft/ Und hielte sie freun-lich / und ehrlich. In der Nacht nachseiner Befreunden Ankunfft/ erschinedem H. Abt Fridolin der H. Hilariuswie zuvor/ sprechende: Bruder Fri-dolin/ du thust recht daß du GOtt desHerren Willen/ und dein schuldigeGe-horsame bißhero verricht/ und den Bau/und Erneuerung deß Klosters vollen-det hast/ es wird dir auch nicht Unver-golten bleiben/ daß du in diser Statt

den Dienst GOttes so treulich mit derLehr/ und Wandel befürdert hast;so ist dir auch nach deines Hertzens Be-gierd genug geschehen / in dem daß duvon meinem Leichnam etliche stückleinGebeins erworben / und dieselben beydir zu tragen genommen hast. Nunist der Willen GOttes / daß du dichaufmachest / dise Statt / und Gotts-hauß verlassest / Und GOtt mit deinerArbeit an einem andern Orth dienest;Es wird auch darum was du allhierNutz geschaffet hast / Nicht zugrund ge-hen / dann zu solchem End deine beydeVetter / aus sonderbahrer SchickungGOttes / an dises Orth gesend seynd/daß sie an deiner statt deß Gottshau-ses Diensten obligen/ und außwartensotten. Darauf begehrt S- Fridolinzuwissen/ was er dann thun/ und wo-hin er ziehen solle / damit dem WillenGOttes/ und seiner Beruffunggenuggeschehe ? da antwortet ihme der HeillHilarius : Er sölle aus Franckreich indas Teutschland ziehen/ UNdsich an dieLand deß Rheins begeben/ Und VisenVölckern den wahren GOTT / undChristlichen Glauben verkündigen.Nicht lang hernach als Fridolin der Er-scheinung / und Ermahnung deß Heil.Hilarij nachtrachtete / käme ihme bvtt-schafst / wie der Bischoff von Poitierssein guter Freund/ Mit dem Schlag anallen Glidern seines Leibs berührt /Und getroffen Wär ; also daß er deßTobts nicht Möchte erlediget werden /wann ihme der Allmächtige nit sonde-re Hilff schickte. Solcher Zeitung er-schracke der Heil. Fridolin/ und Mit samtden beyden Priestern seinen Vetterneylte er nach dem Bischvfflichen Hof /fände den Bischoff in grosser Leibs-schwachheit / und Gefahr deß Todks.Da hätte der Heil. Abt Fridolin eingrosses Mitleyden mit dem kraNcken Bi-schoff/ fienge an sein geistliche Artzney/daß Gebett mit inniglicher Andacht zN-verrichtett/ und GOtt dem HErien fürdas Heyl dises Bischoffs mit Vergies-sung der Zähern zubitten: nach Ver-richtung deß Gebetts/stunde der kran-cke Bischoff alsbald auf / und bezeug-te / daß er von aller Kranckheit durchdie Fürbitt deß H. Fridolins erledigetseye / und gehabe sich jetzt wohl. De-rowegen bekennte der Bischoff mit al-len Umstehenden / die wunderbahrlicheGnad GOttes / Und sagte ihme danckvon wegen deß grossen WUnderwerckS;sintenmahl kein Artzet dem Bischoff insolcher äusserster Noth zu der Besse-rung / Und vil weniger zu der Gesund,heit hatte mögen helffen.

An dem nachfolgenden Tag kommtder H. Fridolin wwerum zu dem genä,H z senen

S- Frido.lin machtdenDifchoLgesund.