Abt/ und Beichtiger.
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G Frido,lin verende,rttdeßRheinslauff.
dsp. 14 .
S. Lribv«
seinen Feinden wenig außrichten wur-de ; kehrte sich * derhalben zu GOtt /ruffte ihn von gründ seines «Hertzensan / die Sach nach seinem GöttlichenWillen zu machen. Als nun die be-stimmte Zeit herzu nähere/ gienge erzu Abend allein/ und betrübt auß derJnsul/und käme oberhalb zu dem Rhein;da derselbe breiter / und krümmer flösse /und störcker anstoßte/ darnach nähmeer etliche Tannen / senckte dieselben indas Wasser / mit hilff etlicher wenigPersohnen/ und zweyer Stierlein/dieer darzu beruffen/ da er nun daß ver-richtet hette; erhebte er sein Gemüthzu GOtt / und bäte ihn / daß er disesWasserslauff/ und fluß wider seineFeinde wenden/ und kehren wolte /damit sie von ihrem grimmigen Zornabstunden / und das Ort nicht mehr zü-vertilgen/ und zuverstörenverharreten.ZU derselbiaen Zeit aber hatte es mitdem Rheinstrom ein andere gestalt /dann das Wasser so von dem Shnee-Gebürg herab fiele/ sich in den Thä-leren zwischen den Bergen versammle-te / in den Rhein flösse / und auf demandern theil überliesse/ und warde aucheben diß Jahr gegen Galliam so groß/daß man sich ein lange Zeit der Schif-fen gebrauchen müßte. Nach verrich-tet Arbeit/ und Gebett gienge der H.Fridolin wider in sein Zell/ darinn erdie gantze Nacht mit Wachen/ UndBetten zubrachte. An dem falzen-den Tag/ da deß heiligen Manns Fein-de zusammen kommen waren / und derSententz jetzt gesprochen werden solte;gehet der heilige Fridolin auß seinerGell / und sahe wie wunderbahrlichGOtt durch sein Krasse gewürckt hatte;dann das Rhein-Wasser hatte seinennatürlichen Fluß veränderet/ also daßan dem anderen Gestad der Alleman-nier feiten das Erdreich trucken ver-verbliben / und jedermann mit truck-nem Fuß hinüber wandle» möchte / undsihet man noch zum Wahrzeichen dieTannen in dem Rhein under den Stei-nen ligen/ die der H. Mann zu schey-dung deß Wassers hinein gelegt hat.Hingegen hatte sich der Rhein mitvollem lauff auf die Frantzösische feitengeweltzet / wie er dann noch heurigesTags fliestet. Da nun das Volck /und Mißgönnet deß H. Manns/ diemächtige Hand sahen/ und erkennten /lobten und preißten sie GOtt / der al-lein solche grosse Wunderwerck thunkan/ und baten den heiligen Fridolin/daß er den Herren für sie betten / undihnen Nachlassung ihrer wohlverdien-len Schuld erlangen wolle.
Als nun der heilige Fridolin durchsein getreues Gebett zu GOtt/ Frid/
k. k. klarer» Die Schweiy»
und Ruhe von seinen Feinden / Und rin Met)Mißgönnern erlangt hatte; da fanget 2 Werer an in dem Nahmen Gottes zubüM Scckmamen/ richtet das Stiftt aüf/ GOtt/und St. Hilatio zu ehren/ und verord-net/ daß geistliche Jungfrauen GOttdem Allmächtigen zu grösseren Ehren/und Lob darinn dienen / und under derPflicht der Regul/ ein reines / undein-gezognes Leben führen sollen. Alsonähme das Kloster seinen Anfang/ daman zehlle von Christi Geburt. 49 ".
Jahr / und ist hernach mit Königlichen/und K'äyserlichen Freyheiten herrlichbrfreyet / und beftättigct worden. Derheilige Fridolin hätte auch under an-deren ein Jünger / den er auß demH»
Tauff gehebt hatte / welcher eines gro-ben/ Und uNbescheidenens Verstandwar / diser hielte flarck bey dem heili-gen Mann an / daß man den neuenKlosterfrauen einen Kercker / oderGefängnuß solte bauen/ liesse ihm sol-che Gedancken nicht außredett/ undfienge sechsten an zubauen. Es wol-te aber ihme sein Anschlag nicht gelin-gen/sonder was er bey Tag baUete /daß fiele zu Nacht wider ein/ und wardverstört; darauß er lehrnen müssen /seinem Meister zu gehorsammen/ undseinen eignen Willen zubrechen. DieLiebe/ und Demuthchette auch indemheiligen Mann tieffeMgewUrtzlet;dannals zu Zeiten die jungen Knaben/ nachkindlicher Art in seinem Gatten aufdieBäum das Obs abzubrechen / steigenwollen/ kamt der heilige Mann offtdarzu/ und halste ihnen nach Möglich-keit auß Liebe auf/ und ab den Bäu-men zuklimmen/ damit sie ihnen sechstenkein Schaden zufügten ; ja auß grosserDemuth biete er ihnen seine eigne Achs-len / Und Rucken darzu; geschahe aberdaß er ohngefehr sahe einen seiner Jün-ger darzu kommen / so ermahnete er dieKnaben Vätterlich / und sprach : liebeKinder steigt herab/ und macht euchdarvon/ ehe daß einer komme/ euchvertreibe/ und straffe. Also großWare die Liebe dises Manns gegen derJugend/ daß er ihnen die Freud gernvergönnete / damit sie zu dem Gutendesto williger / und fleißiger wurden.
Olarus ein Haubtflecken/und je- c^if.tziger Zeit ein Qrthder Eydtgnoßschafft/vor zeiren aber dem Gottshauß Se- Uckingen underworfien/ wäre zu zeiren in Giaru-deß heiligen Fridolmö von zweyen ge-waltigen Brüdern/ und Landsherrcn/und wie etliche sagen Brassen geregiert;dieselben hiefen Msirs / und Landolff/so von hohem Ade! gebohren / mit gros-sen Reichthumenbegäbet/ und indemgarktzen Land ein grosses Ansehen het-2 ren..