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Von dein heiligen Fridolin/
Ursns derLandherrvermachetsein Gut
ten. In bist Landschafft zöge der H. Richter / daß derfelbig ein gewisse Zeit/
Fridolin / und Predigte das heilige und Orth anstelle zu dem zukünfftigenEvangelium treulich / bekehrte auch Urtheil/»und Rechtstag/da beydevil Underthanen / und under andern Theil selten zusammen kommenDasauch dise beyde Bruder Ursum/ und geschahe/ und würd der -Ort/ und detLandolffum. Ursus aber gewänne Tag bestimmt. Darauf zöge derein sondere Liebe / und Anmuthung zu heilige Fridolin gen Glarus/ daselbsteaS. Fridolin wegen seines heiligen Le- er ein Kirchen erbauet hatte / in wel-bens. Als er aber vermerckt/ daß cher gemelter Ursus etlich Monat langder H. Mann sich so embsig der Auf- begraben läge / dasselbige Grab liesserichtung deß Stisstszu Seckingen an- er ihm eröffnen/ mit fester Hoffnungnähme/ hat ihme die gottseelige Ar- gegen GOtt/ der zugleich über die Le-ben so wohl gefallen/ daß er auß gu- bendigen/ und Toden herrschet/ undtem fteywrlligem Hertzen dem Gotts- bey dem allesmöglichist im dem Himel /hauß Seckingen alles sein Gut / und und auf Erden ; da stunde nun derdcmKloster Einkommen/ darzu auch den theil/wel- heilig Fridolin/ und russte unerschro-Eeckingen. chen er von seinem Bruder Landolffer- cken zu dem verstorbnen/ und begrab-enen möchte / samt allen zugehörten nen Landherren Urso ; Stehe auf in <F Fridv,Rechten/ und Freyheiten/ schänckte : dem grossen Nahmen GOttes/ kom- tt'ierwcckttUnd damit solche Schanckungen sein me Herfür/ und seye mein Zeug/ daß msi-m ai-sewige Kraftt hette/ liessederselbige Ur- du mir dein Gut frey gegeben/ undsus Brieff/ und Sigel aufrichten/ und geschenckt hast. Wunderbahrlich istalles nach gebührender Weiß vor Ge- es zusagen/ vil wunderbahrlich« aberricht bestättigen/und konfirmieren/ wäre es anzusehen/daß der kahle Kopss/mit vorwissen/ und gutheissen seines und die blossen Gebein auß dem GrabBruders Landolffs. Nun forderte herfür kämmen / sich aufrichteten/ undGOtt Visen frommen Herren Ursum auß sichtbahrlich vor jedermann da stunden;disem Iammerthall zu den ewigen Freu- also daß niemand an seiner Ausserständ-den ; aber Landolff sein Bruder / wie- nuß zweifflen könnte. Disen Todenwol er ein Christ/ so wäre er doch von nähme der H. Fridolin in sein rechtedem Geitz verblendet/ vergaffe seiner Hand/ und führte ihn über sechs grossVersprechung/ und Treu / so er seinem se teutsche Meil/ nehmlich von Gla-Bruder Urso schuldig wäre / machet da- rus biß zu dem Dorfs Rranckweil/ dannrum dem heiligen Fridolin vil zuschafs allda befände sich der obgemelte Rich-fen/ fordert ihn für das Weltliche Ge- ter/ und befasse das Königliche Land-richt/ fetzte sich wider das aufgerichte gericht an dem bestimmten Tag / undTestament/ begehrte den andern theil Orth / wie hievor geordnet ward.der verlassenen Gütern/ die sein ver- Allda befände sich auch der Landherrstorbner Bruder Ursus / dem Gotts- Landolffus mit seinen Gönnern/ wel-hauß Seckingen Mündlich/und Schrift- che die Gerechtigkeit begehrten zuun,lich / vermachet / und zugeeygnet hat- dertruchen. Als nun die beyde Par-te. In Summa was GOtt/ und theyen gegenwärtig waren / wendet sichdem Gottshauß mit allen Rechten zu- der tode Cörpel Ursi zu seinem Bru-gehörte/ daß wolle Landolffus mit ge- der Landolffo / und sprach mit Hellerwall zu sich ziehen/und besitzen. Al- Stimm mein Bruder Landolffe / wasso müßte der gedultige Fridolin aber- rum hast du mich nicht in meiner Ruhemahl das Creutz tragen/ mit dem zeit- gelassen/ und hast mein Seel beraubenlichen bemühet zusein/ und vor den wöllen der Gnaden/ welche ich jetzt-weltlichen Regenten in dem Rath an- empfahe / daß ich mein Gut an dasgesprochen / zum Rechten beruften / und Kloster Seckingen geben habe ? Ab di-befragt werden. Aber was der hei- fer Red ward der Landolffus sehr er-lig Fridolin fürwande / und mit Brief- «schroffe/ und m fernem Gemüth verän-fen bestätigte / möchte ihm zum Rech- dert / gäbe ihme solche Antwort: Lieberten nicht helffen; Er könnte dann mit Bruder jetzt grbe / und stelle ich. dirZeugen beweisen / daß Ursus die Erb- gern dir deinen theil zu/ und will mei-schafft dem Bruder entzogen / und dem nen theil auch zn grösserer Ehre GOt-Kloster geschenck habe. Dises Auß- tes / und deß Gottshauß Nutzen/undjhruchs war der Mann GÖttes zufri- Wollfahrt dargeben/ und schencke hie-ben / in Hoffnung/ der wahre/ und mit diß Land Glarus dem Gottshaußrechte Rrichter GOtt der Allmächtige Seckingen. Nach dembate Landolf-werde ihm auß der Noth helffen/ die fus den heiligen Fridolln / er wolle ih-angefochtne Wahrheit an den Tag brm- me verzechen/ was er wider ihne ge-gen / und seine Widersacher mit ihrem handlet hette / und GOtt den Allmäch-eygnen Schwerd schlagen. Es be- tigen bitten/ daß er ihne auch zuGna,gehrte aber der heilige Mann von ckem 'den aufnehme und seine Sünd verzey,
. he.