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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Von dem heiligen Sigismund/

König Si-stier

und aufwörffen / von deme sie angewi-scn / und regiert wurden. Ward alsoGaudisel der i. König im Jahr Christi418. Erwöhlet. Dlser verließ 2.Söhn Gundiochum/ und Sigismun-dum. Gundiochus verließ auch zwe-en Söhn/ Gundericum/ und Hilpert-cum : auß Gunderico seynd gebohrenGunvebaldus/ Hilpericus/ Gudoma-rus/ und Gundisel, die haben dasBurgundisch Reich in Tttrarchias / 0-der Viertel vertheilet/ und darum lin-der sich schwäre Krieg geführet/ bißendlich Gunvebaldus den Hilperich /und Gutmayer ertödt/ und zu letst auchGundegisel / weil er zu den Frantzosengefallen/ und wider ihn konspiriert /Und also das Reich allein/ im JahrChristi zoz. Behalten. Gundebal-dus der vierde König in Burgund /(ein Vatter unsers H. Sigismundi )als er jetzt/ wie gesagt/ seine dreyBrüder hingekicht / war ein eintzigerHerr über Burgund/ herrschete darü-ber allein noch 6. Jahr in grosser Herr-lichkeit / machte auch den BurgundernSatzung-und Regul zu leben/undrichte vil guts auß/ ( allein wäre erder Arrianischen Sect ergeben / darin»er auch gestorben/ und verdorben) end-lich ist er von Clodoveo Magno/ er-sten Christlichen König in Franckreich/auß angab / und Vernetzung Llotildisseines Ehegemahls ( Gundebaldi Bru-ders Tochter / von Hilperico erzogen /welchen er mit Weib/ und Kindern /ausser Clotilde / die er ließ leben/ wieDerVatter gcmclt / hinrichten lassen) mit Kriegs-wird vcr- macht angefochten/ und überwunden /luven. ^ gar auß Burgund verjagt worden ;käme in Jtaliam zu den ostrogothenim Jahr 509. Allda er bald auß Kum-mer/ und Betrübnußgestorben/ nachdem er das Königreich Burgund zc>.Jahx lang regiert.

c»p. ». Als nunBurgund kein König mehrhette / hat doch Gundebaldus zweenSöhn/ Siaismundum/ und Gunde-marum hinderlassen; zogen also dieBurgundlsche Amtsverweser zu Clo-doveo/ und Clotilde/ Königin in Franck-reich/ daran zusein/damit Sigismun-dus Gundebaldi elterer Sohn zu ei-nem König in Burgund bestättiget wur-SiMiiim, de. Welches zwar Clodoveus be-williget im Jahr 509. Doch mit sol-Dmguiib chemVorbehalt/ und Beding/ daß al-les so jenseit der Sona von dem Bur-gundischen Reich gelegen/ solle derCrvn Franckreich zufallen / als der Kö-nigin Llotildis Erbgut / und Heimsteur;daß übrig / als Wallis / klein Bur-gund biß an die Reuß/ rc. SolleKönig Sigmunden Regierung/ und

Gebieth zustehen' Demnach KönigSigmund also König über klein Bur-gund erkläret/ und bestättiget worden:auch löblich/ und wohl anfieng zu re-.gieren : bedaurete es Alcuuus AvitusBischofs zu Wien in Franckreich/ daßsolches Adelich Geblüt / und solcher Kö-nig von Natur milt/ und Sanffrmülhigmit der Arrianischen Sect solle behasstsein : und weil er Avitus zum öftrerenGundebaldo zugesetzt / von solchemver-fluchten Glauben abzutretten / und zuder Catholischen Religion sich bekennen/aber alles vergebens; bemühet er dan-noch sich den jungen König zubekehren;spräche auch deme so vil/ und so langzu / daß Sigismundus sich der Äetze-rey abrhätte / und zum CatholischenGlauben auß gantzem Hertzen sich be-gäbe/ bey welchem er biß in sein Endbeharrlich verbliben/ und den mit sei-ner Marter bestättiget hat. Alsoguthertzig/ und liebreich wäre er/ daßob wohl er allein zu einem Burgundi-schen König erwöhlet/ und fürgestelltwar / liesse er dannsch seinen BruderGundemarum gern mit sich regieren /und sich ein König nennen. Nunhatte sich Sigismund noch bey Lebenseines Vatters Gundebaldi mit Amel-berga deß Königs Theodorici auß Jta-lia Tochter veryeurarhet/ von der erein Sohn Sigericum/ und ein Tochteraezeuget: Da aber Amelberga gestor-ben/ ungefähr als er sein Regierunganzettelten/ hat er sich mit einer an-dern verehelichet / welche mit der er-sten weder an herkommen noch vermö-gen zuvergleichcn; auß disem Heyrathist alles Unglück / und Verderben demgantzen Burgundischen Haust/ wie ge-melt soll werden/ erstanden.

Der fromme König Sigismundliesse auch mit Raht/ und fürschlagS. Alcimi deß Bischoffs/ im erstenJahr seiner Regierung/ als er zumwahren Glauben bekehrt worden / dasEpaunensische Concilium versammlen/zu welchem vil heilige Bischöff / undMänner ankammen ( wie bey ögromc»^om. VI. /Vnn. 509. Weitla'ussigzufinden ) in deme sonderlich gehand-let worden / wie die Arrianische Ketze-rey auß Burgund möchte außgereutet/und vertilget werden/ und dann dieCatholische Religion fortgepstantzet:Also ein eyfferiges Gemüth hette erzum wahren Glauben/ liesse beynebenihm daß Heyl/ und Frommen seinerUnderthanen angelegen sein. DisemConcilio war AlcimuS Avitus furge-setzt/ aufwelchem Maximus von Genff/Theodorus von Sitttn/ Bischöff ne-ben andern-erschinen. Dife z. Bi-schöff

Verlaßt derSinianerSecl'wirdCarhvlisch.

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